Der Glücklichere steht im Finale – Rohrbach siegt 3:1 über Bad Rappenau

Kuriose Tore in einem typischen, eng umkämpften Pokalfight

Der SV Rohrbach/S. steht nach einem 3:1-Sieg über den VfB Bad Rappenau im Kreispokalfinale am 17. Mai gegen den TSV Dühren. Im Duell der beiden Kreisligisten bekamen die 180 zahlenden Zuschauer zwar kein hochklassiges und spielerisch anspruchsvolles Halbfinale an der Rohrbacher Rosenbrücke geboten, dafür war es über die gesamte Spielzeit äußerst spannend und eng umkämpft. Trotz aller Härte blieb die Partie jederzeit fair und wurde von Schiedsrichter Bernhard Grünewald souverän geleitet.

Willensstärke und Glück

Rohrbachs Ortsvorsteher Friedhelm Zoller war gefühlsmäßig hin- und hergerissen: „Erst dominierte der SV, dann drückte Bad Rappenau, was in mir nichts Gutes hervorrief. Am Ende waren die Gastgeber das willensstärkere und glücklichere Team in einem spannenden Pokalspiel.“

SV-Keeper Albrecht rettet in höchster Not

Rupps Zick-Zack-Schuss bringt den SVR in Führung

Zum Spiel: Die Gastgeber erwischten den besseren Start und erspielten sich ein leichtes Übergewicht, ohne dabei zu zwingenden Torchancen zu kommen. Nachdem Adrian Neuberger in der 9. Minute frei vor dem Tor an VfB-Keeper Janis Schlick scheiterte, brachte Joscha Rupp den SVR mit einem kuriosen Treffer in der 28. Minute in Führung. Seine Direktabnahme aus 18 Metern wurde zwei Mal abgefälscht und sprang vom Torpfosten an den Körper des VfB-Torhüters und von da hinter die Torlinie.

Wally köpft zum Ausgleich

Die Antwort der Kurstädter ließ nicht lange auf sich warten. Nach einer Ecke stieg Julian Wally am höchsten und wuchtete den Ball per Kopf zum 1:1-Ausgleich in die Maschen (37.). Bad Rappenau erspielte sich bis zur Pause ein deutliches Übergewicht, ohne jedoch zu zwingenden Torchancen zu kommen. Einziger Aufreger kurz vor der Pause war ein Pressschlag im Rohrbacher Strafraum, bei dem die Luft aus dem Spielball entwich.

Der VfB drückt - der SVR trifft

In Hälfte 2 dominierte zunächst der VfB, während sich Rohrbach/S. immer weiter zurückzog und nur ganz selten sich mit Entlastungsangriffen etwas Luft verschaffen konnte. Die Partie wurde zunehmend immer umkämpfter, es entwickelte sich ein typischer Pokalfight, bei dem am Ende Kleinigkeiten über den Spielausgang entscheiden. Eine davon ergab sich in der 73. Minute, als ein direkt verwandelter Eckball von Christian Heinlein die Heger-Truppe erneut in Führung brachte.

Der Finaleinzug wurde in der Kabine ausgiebig gefeiert

Muths Joker-Tor sorgt für die Entscheidung

In einer hektischen und turbulenten Schlussphase führte ein Konter zur endgültigen Entscheidung. Nach einem Pass von Lukas Authenrieth stürmte der eingewechselte Louis Muth allein aufs Tor zu und sorgte mit einem platzierten Schuss ins rechte Eck zum 3:1 für die vorzeitige Entscheidung zu Gunsten des SV (85.). Die Gäste drückten danach mit letztem Einsatz nochmal auf den Anschluss, doch die SV-Hintermannschaft stand sicher. Entsprechend groß war nach Abpfiff der Jubel beim SV Rohrbach/S. über den Finaleinzug, der über die zuletzt weniger positiven Ergebnisse im Ligaalltag hinwegtröstete.

Stimmen zum Spiel:

In einem Fifty-Fifty-Spiel ausgeschieden

VfB-Trainer Sergej Wirch: „Es war ein glücklicher Sieg für Rohrbach, das zwei kuriose Treffer erzielte. Wir selbst haben viel zu wenig investiert und sind letztendlich in einem Fifty-Fifty-Spiel unglücklich ausgeschieden.“ Sein Torhüter Schlick, der bei den ersten beiden Gegentreffern unglücklich aussah sprach von einer „verdienten Niederlage, weil seine Mannschaft viel zu harmlos agierte und in der Offensive wenig zustande brachte.“

Nervosität war deutlich erkennbar

Erleichterung auf der anderen Seite bei Rohrbachs Trainer Joachim Heger über den ersten Pflichtspielsieg 2023: „Nach dem enttäuschenden Abschneiden in der Liga haben wir unser Ziel Finalteilnahme erreicht. Die Nervosität war bei einigen von uns deutlich erkennbar. Wichtig war, dass wir VfB-Torjäger Joe Dan Brown nie zur Entfaltung kommen ließen und uns ein eigener Standard auf die Siegerstraße brachte. Jetzt freuen wir uns aufs Finale, das mit dem Sinsheimer Gmelin-Stadion als Finalspielort sicherlich am geeignetsten wäre.“

Größerer Wille war entscheidend

Für SV-Kapitän Authenrieth war es „ein geiler Kampf mit viel Hektik und Nervosität“. Der Vorlagengeber zum 3:1 weiter: „Für viele unserer jungen Spieler war es das erste entscheidende Spiel im Seniorenbereich. Am Ende hat der größere Wille über den Spielausgang entschieden. Ich freue mich auf das Finale gegen Dühren, wo wir auf viele ehemalige Bekannte treffen werden.“

Spielball als Souvenir

Co-Trainer Heinlein sagte über seinen direkt verwandelten Eckball, der Rohrbach auf die Siegerstraße brachte: „Ich habe gesehen, dass der Torwart ziemlich weit in der langen Ecke steht und habe daher den Ball aufs kurze Eck gezielt. Es war ein kurioses Tor in einem so wichtigen Halbfinale.“ Nach dem Abpfiff wollte der Defensivspieler den Spielball als persönliches Souvenir nicht mehr aus den Händen geben.

Es wurde mächtig gefeiert

Die Feierlichkeiten bei lautem Gesang und dröhender Musik in der SV-Umkleidekabine wurden anschließend mit einem gemeinsamen Abendessen im Vereinsheim, gesponsert von der Vorstandschaft, bis in die frühen Stunden fortgesetzt. Der Traum von der Rohrbacher Finalteilnahme ging in Erfüllung. Jetzt soll das Ganze mit dem Pokalsieg noch abgerundet und zu Ende gebracht werden.

Finale am 17. Mai nicht in Sinsheim

Laut Aussage des Fußballkreisvorsitzenden Johannes Schinko kommt der Spielort Sinsheim am 17. Mai nicht in Frage. Gegenüber bwa-sport.de sagte der Kreisvorsitzender: "Auch wenn für Rohrbach und Dühren das dortige Gmelin-Stadion geografisch optimal wäre, so kann an diesem Mittwochabend aufgrund des zeitgleichen Fohlenmarktes kein Spiel dieser Größe ausgetragen werden. Es würden schlichtweg die erforderlichen Parkmöglichkeiten fehlen, auch die Zufahrtswege wären sehr eingeschränkt."

Fotos: BWA

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