Den fünften Heimsieg vor Augen – Hoffenheim empfängt Gladbach

Die Rückkehr von Polanski und Tabakovic

Nach der winterbedingten Absage der Jahresauftaktpartie der TSG Hoffenheim am vergangenen Samstag beim SV Werder Bremen bestreiten die Kraichgauer nun am Mittwochabend um 20:30 Uhr gegen Borussia Mönchengladbach in der Sinsheimer Arena ihr erstes Pflichtspiel im neuen Jahr. Während die Borussen bereits ihr zweites Spiel innerhalb von drei Tagen absolvieren, kommen die Hoffenheimer ausgeruht aus der Winterpause. Dieses Spiel ist zugleich die letzte Partie der Hinrunde, die für die TSG eine äußerst erfolgreiche war. Das ausgefallene Spiel in Bremen wurde für den 27. Januar (20:30 Uhr) terminiert.

Alexander Prass (re.) enteilt seinem Gladbacher Gegenspieler

VfL liegt knapp vorn

Das Duell zwischen dem Tabellensechsten Hoffenheim gegen den Zehnten Mönchengladbach gab es bereits 34 mal in der höchsten deutschen Elite-Liga. Hierbei gingen die Gäste zwölfmal als Sieger vom Platz, während die TSG zehn Partie für sich entscheiden konnte. Oftmals ging es dabei sehr turbulent und torreich zur Sache. Angesichts des späten Spieltermins unter der Woche erwarten die Gastgeber bei diesem immer wieder interessanten Aufeinandertreffen dieses mal nur 21.000 Zuschauer.

TSG-Coach Christian Ilzer wünscht sich von seiner Mannschaft drei Punkte im ersten Heimspiel des Jahres gegen Mönchengladbach

„Gladbach reist mit einer breiten Brust an“

TSG-Trainer Christian Ilzer über Gegner Gladbach nach dessen 4:0-Erfolg über Augsburg

Hoffenheims Trainer Christian Ilzer, der sich ganz besonders auf den Jahresauftakt freut, findet viel Lob für den kommenden Gegner: „Gladbach hat sehr viele gute Einzelspieler, sie können sich gut in einen Flow spielen. Das hat man gegen Augsburg gesehen. Sie wollen die Spielkontrolle haben, deshalb sind wir gefordert, dass es ihnen nicht gelingt. Sie reisen mit einer breiten Brust an. Da braucht es eine sehr gute Leistung von uns.“

TSG-Keeper Oliver Baumann schnappt sich das Leder vor den beiden Gladbacher Stürmern Robin Hack (li.) und Tim Kleindienst (re.)

„Hoffenheim ist die Mannschaft, die am intensivsten Fußball spielt“

VfL-Coach Eugen Polanski über Gegner Hoffenheim

Mit viel Lob sparte auch Ilzers Trainerkollege auf Gladbacher Seite Eugen Polanski nicht, wenn er über seinen ehemaligen Verein spricht: „Hoffenheim ist laut Daten die Mannschaft, die am intensivsten Fußball spielt – und die Daten lügen nicht. Man sieht das auch im Spiel, vorne wie hinten, mit sehr vielen Tiefenläufen. Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir defensiv wie offensiv alles raushauen müssen. Im Gegensatz zur Vorsaison ist es eine komplett neue Mannschaft mit vielen Neuzugängen, die sehr schwungvoll in die Saison gekommen ist und das bis jetzt nahtlos fortgesetzt hat.“

TSG-Verteidiger Valentin Gendrey im Duell mit zwei Gladbacher Gegenspielern

Hajdari gesperrt – Toure wieder einsatzfähig

Bei den Gastgebern fehlt neben den bekannten Langzeitverletzten auch Defensivspieler Albian Hajdari aufgrund einer Gelbsperre. Für ihn dürfte Ozan Kabak in die Startelf rücken. Nach seiner Rückkehr vom Afrika-Cup steht Bazoumana Toure wieder zur Verfügung. Er hat gestern schon voll mit der Mannschaft trainiert und ist daher eine Option für die Startelf. Fraglich sind noch der angeschlagene Grischa Prömel und der erkältete Bernardo.

Daheim endlich wieder erfolgreich

Nach drei Niederlagen in den ersten drei Saison-Heimspielen gegen Frankfurt, Bayern und Köln hat die Ilzer-Truppe die folgenden vier Partien am Technik-Museum gegen Heidenheim, Leipzig, Augsburg und Hamburg für sich entscheiden können und dabei immer mindestens drei Tore erzielt. Die Bilanz mit nur einer Niederlage aus den letzten neun Liga-Spielen entspricht der einer Spitzenmannschaft. Mit dem fünften Heimerfolg in Serie könnten sich die Blau-Weißen im vorderen Tabellenbereich festsetzen.

Haris Tabaković (Mitte) traf am letzten Spieltag beim 4:0-Heimsieg gegen Augsburg gleich doppelt für die Fohlen

Bei Tabakovic ist in Gladbach der Knoten geplatzt

Besonders motiviert dürfte bei den Gästen Stürmer Haris Tabakovic ins Spiel gehen. Der bosnisch-schweizerischer Profi wechselte Mitte Juli 2025 als Leihgabe von der Elsenz an den Niederrhein, wo er in 15 Einsätzen bereits neun Treffer erzielte. Bei der TSG konnte sich der 31-Jährige in der vergangenen Saison nicht durchsetzen, was nur drei Treffer in 22 Einsätzen belegen. Der wuchtige und torgefährliche Angreifer wird es der Hoffenheimer Hintermannschaft mit Sicherheit nicht einfach machen.

Eugen Polanski bleibt bis 2018 in Hoffenheim

Polanskis Rückkehr

Auch für Gladbachs Trainer Eugen Polanski kommt es am Mittwochabend zur Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Der ehemalige Mittelfeldspieler absolvierte von Januar 2013 bis Juni 2018 insgesamt 123 Pflichtspiele für die TSG in denen er neun Treffer erzielte und acht Tore vorbereitete. Der 39-jährige ehemalige polnische Nationalspieler spielte zehn Jahre in der Jugend bei Borussia Mönchengladbach. Nach vier Spielzeiten bei den Fohlen-Profis kam er über Getafe und Mainz in den Kraichgau, wo er zur Identifikationsfigur und Kapitän reifte. Nach seiner aktiven Karriere war er in St. Gallen als Co-Trainer und bei seinem Heimatverein Mönchengladbach als Talente-Trainer tätig, ehe er im September 2025 die Nachfolge des entlassenen Gerardo Seoane übernahm. Im November erhielt er bei den Gladbacher Fohlen einen festen Vertrag mit einer Laufzeit bis Juni 2028.

Wieder in die Spur gebracht

Seit Polanski das Zepter bei der Borussia übernommen hat geht es sportlich wieder aufwärts. Der VfL konnte sich aus den Tabellenniederungen befreien und sich ein Polster von sieben Punkten zu den Abstiegsrängen zulegen. Bemerkenswert ist dabei die Auswärtsbilanz aus den vergangenen vier Partien, in denen die Gladbacher beim FC St. Pauli (4:0), 1. FC Heidenheim (3:0) und FSV Mainz 05 (1:0) drei Siege ohne jeweiliges Gegentor einfuhren.

Cole Campbell (Mitte) wechselte zur Rückrunde 2025/26 auf Leihbasis von Dortmund nach Hoffenheim. Aufgrund einer Sprunggelenkverletzung wird er jedoch am Mittwochabend nicht im Kader stehen.

Geringfügige Kaderverkleinerung

Hoffenheims Sportchef Andreas Schicker ist es gelungen den aufgeblähten Spielerkader ein klein wenig zu verkleinern. Mit Umut Tohumcu nach Kiel und Kevin Behrens nach Heidenheim wurden zwei Profis für zweite Saisonhälfte ausgeliehen. Zudem konnte er David Mokwa für zwei Mio. Euro nach Elversberg verkaufen und sich zudem eine Rückkaufoption in Höhe von vier Mio. Euro sowie eine Weiterverkaufsbeteiligung sichern. Weiterhin auf der Gehaltsliste stehen weiterhin die beiden aussortierten Mergim Berisha und Dennis Geiger, die man liebend gerne abgeben würde.

Campbell einziger Neuzugang

Als einziger Neuzugang wechselte auf Leihbasis der 19-jährige Campbell bis Saisonende für 1,5 Mio. Euro von Borussia Dortmund nach Hoffenheim. Vereinbart wurde dabei eine mögliche Kaufoption die zwischen zehn und zwölf Mio. Euro liegen soll. Schicker sieht in dem Neuzugang „einen ein sehr talentierter Flügelspieler mit großem Entwicklungspotenzial, der über ein hohes Tempo, ausgeprägte Eins-gegen-Eins-Qualitäten verfügt und auf den offensiven Außenbahnen variabel einsetzbar ist.“

Bazoumana Touré steht nach dem Ausscheiden der Elfenbeinküste beim Akrika-Cup der TSG gegen Gladbach wieder zur Verfügung

Sieben auslaufende Verträge

Für Schicker gibt es auch nach dem Wintertransferfenster einiges abzuarbeiten. Bei sieben Profis laufen im Sommer die Verträge aus. Noch im Januar sollen demnach mit Kevin Akpoguma, Vladimir Coufal, Grischa Prömel, Andrej Kramaric, Ihlas Bebou, Ozan Kabak und Ersatzkeeper Luca Philipp Gespräche stattfinden.

Fotos: Kraichgaufoto

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