TSG surft nach 2:0-Sieg in Bremen weiter auf der Erfolgswelle in Richtung Königsklasse

Traumtor von Prass – Platzverweis für Burger

Die TSG Hoffenheim bleibt die Mannschaft der Stunde und setzt ihre Erfolgsserie in der Fußball-Bundesliga nahtlos fort. Im Nachholspiel des 16. Spieltages siegten die Kraichgauer 2:0 beim SV Werder Bremen und verkürzten dadurch den Abstand zum Tabellenzweiten Borussia Dortmund auf nur noch drei Zähler. Der direkte Verfolger RB Leipzig, der am Hamburger Millerntor zeitgleich nur 1:1 spielte, rangiert drei Punkte hinter der TSG auf Platz 4.

Mit den Bayern gleichgezogen

Durch den Sieg am Bremer Osterdreich, dem vierten im vierten Spiel 2026, haben die Hoffenheimer die gleiche Erfolgsbilanz wie die Bayern aus den vergangenen 13 Partie aufzuweisen. Wer hätte dies für möglich gehalten? Die Treffer für die Gäste erzielten Aleander Prass (44.) und Grischa Prömel (54.). Einziger Wehmutstropfen für die Sieger war die Rote Karte für Mittelfeldstratege Wouter Burger (52.).

Hoffenheimer Torjubel gab es in dieser Saison schon reichlich

Zum Spielverlauf:

Bereits nach 49 Sekunden hatten die Bremer ihre erste große Tormöglichkeit, nachdem Justin Njinmah mit einer Direktabnahme aus 13 Metern knapp neben das Tor verfehlte. Danach übernahm die TSG jedoch das Kommando und bestimmte bei deutlich mehr Ballbesitz und spielerischer Überlegenheit das Geschehen.

Kramaric und Burger mit guten Torchancen

Die erste Möglichkeit hatte dabei Andrej Kramaric, der nach Coufal-Ecke per Kopfball an Werder-Keeper Mio Backhaus scheiterte (9.). Die nächste Möglichkeit bot sich Wouter Burger, dessen Kopfball aus kurzer Distanz von einem Bremer Spieler gerade noch geblockt werden konnte (21.). Hoffenheim dominierte weiter klar das Spiel, ließ Ball und Gegner laufen und wartet geduldig, um dann zuzuschlagen.

Alexander Prass gelang in seinem 50. Bundesligaspiel ein Treffer der Marke „Tor des Monats“

Traumtor von Prass

Dies gelang dann eindrucksvoll kurz vor der Pause dem Österreicher Prass, der in seinem 50. Bundesligaspiel den Ball aus 22 Metern mit links exakt in den Torwinkel hämmerte (44.).

„Ich glaube, man darf es ein Traumtor nennen“

Alexander Prass über den Führungstreffer

Der Schütze über sein erstes Saisontor: „Es ist ein sehr gutes Gefühl, endlich getroffen zu haben. Ich glaube, man darf es ein Traumtor nennen.“ Die knappe Pausenführung ging vollauf in Ordnung. 7:0-Ecken sprachen zudem für diese Überlegenheit.

Platzverweis für Burger

Auch zu Beginn von Hälfte 2 erspielten sich die Gäste eine leichte Überlegenheit. Dabei hatte TSG-Top-Scorer Kramaric Pech, als sein Schuss aus der Drehung knapp vorbei ging (48.). Hitzig wurde es weniger später, als Burger bei einem Zweikampf auf Höhe der Mittellinie gegen Puertas zu spät kam und dabei den Gegenspieler am Schienbein traf. Schiedsrichter Frank Willenborg entschied daraufhin mit Hilfe des VAR auf Platzverweis für den Niederländer (52.). Eine harte, aber vertretbare Entscheidung.

Mittelfeld-Stratege Wouter Burger wird aufgrund seines Platzverweises den Hoffenheimern gegen Uniuon Berlin und Bayern München fehlen

Prömel erhöht in Unterzahl

Als viele nun aufgrund der numerischen Unterzahl der Gäste an eine Wende im Spiel dachten, schlugen diese eiskalt zu. Nur zwei Minuten nach dem Platzverweis gelang Prömel mitten in die Bremer Aufbruchstimmung die 2:0-Führung, nachdem er sich robust im Zweikampf gegen Milosevic durchgesetzt hatte und aus sieben Metern unhaltbar einnetzt (54.). Im Nachhinein eine Schlüsselszene der Partie!

Anschlusstreffer wird annulliert

Der 2-Tore-Rückstand wirkte für die Norddeutschen wie ein Schock, von dem sie sich nur schwer erholten. Hinzu kam für sie noch Pech, als der Anschlusstreffer von Romano Schmid an seinem 26. Geburtstag aus kurzer Distanz mit der Hacke durch den VAR wegen knapper Abseitsstellung einkassiert wurde (63.).

Oliver Baumann hatte am Bremer Osterdreich nur wenige Gelegenheiten, um sich auszuzeichnen

Den Werderaner fehlt das Zielwasser

In der Endphase der Partie zogen sich die Blau-Weißen immer weiter zurück und überließen den planlos anrennenden Werderaner die Spielhoheit. Doch diese konnten wenig damit anfangen und taten sich gegen die zehn leidenschaftlich und kämpferisch starken Hoffenheimer schwer, Torchancen zu kreieren. In der Schlussphase drückt Werder mit aller Macht, konnte aber trotz einer Torschuss-Statistik von 27:12 nur drei Mal aufs gegnerische Tor schießen.

Bremen macht mächtig Druck

Trotz zehnminütiger Nachspielzeit, in der Hajdari in höchster Not mit der Schulter gegen Keke Topp den Anschlusstreffer verhinderte (90.+4), passierte nichts mehr. Die vielbeinige Hoffenheimer Defensive überstand mit Glück und Geschick den gegnerischen Dauerdruck. Am Ende war es aufgrund der spielerischen Überlegenheit und der reiferen Mannschaftsleistung ein verdienter Sieg der Ilzer-Truppe.

Freut und Leid liegen dicht beieinander

Während die Kraichgauer mit ihren 250 mitgereisten Fans den Auswärtssieg ausgiebig feierten, mussten sich die abstiegsgefährdeten Hanseaten nach dem neunten sieglosen Spiel in Folge ein gellendes Pfeifkonzert aus dem grün-weißen Fanlager anhören. Bremen bleibt zum fünften Mal in den vergangenen sechs Spielen ohne eigenes Tor.

Für Grischa Prömel drei leckere Auswärtspunkte in Bremen

„Die drei Punkte schmecken auswärts doppelt lecker“

Grischa Prömel über den Auswärtserfolg

Die Hoffenheimer schielen weiterhin auf einen Champions League-Platz. Torschütze Prömel kommentierte dies wie folgt: „Wir haben füreinander gekämpft, dann schmecken drei Punkte auswärts doppelt lecker. Die Statistiken sind schön, aber es kommt auf mehr an, als nur einen guten Lauf zu haben. Man muss in jedem Spiel abliefern, denn es wird einem nichts geschenkt.“

„Wir müssen uns vor niemandem verstecken“

Prass zur aktuellen Situation

Und der andere Torschütze Prass ergänzte: „Wir müssen einfach so weitermachen und versuchen, jedes Spiel zu gewinnen. Wir müssen uns vor niemandem verstecken. Das Wichtigste ist, dass jeder voll mitzieht. Da sind wir auf einem sehr guten Weg.“

Tolle Geste

Eine nette Geste am Rande: Die Hoffenheimer Profis haben den 250 mitgereisten Fans die Tickets bezahlt.

Stimmen der Trainer:

Für TSG-Trainer Christian Ilzer war das 2:0 kurz nach dem Platzverweis sehr wichtig

„Wir haben viel investieren müssen, aber es sehr gut gemacht“

TSG-Cheftrainer Christian Ilzer

Christian Ilzer (TSG Hoffenheim): „Wir waren vor dem Platzverweis das bessere Team, hatten viel Kontrolle, aber ohne große Chancen. Nach dem Platzverweis haben wir sofort das 2:0 gemacht. Es war sehr schwierig, so lange in Unterzahl zu sein. Aber wir haben alles wegverteidigt. Wir haben viel investieren müssen, aber es sehr gut gemacht.“

„Hoffenheim hat viel und gut verteidigt“

Bremens Coach Horst Steffen

Horst Steffen (SV Werder Bremen): „In der ersten Halbzeit hat Hoffenheim so gut gepresst, dass wir fast zu keiner Chance gekommen sind. Wir haben da keine guten Lösungen gefunden. Die Rote Karte hat uns eigentlich in die Karten gespielt, aber du darfst dann nicht direkt das 0:2 kassieren. Danach hatten wir viele Abschlüsse, die waren aber nicht sauber genug und häufig zu hektisch. Hoffenheim hat viel und gut verteidigt.“

Aufstellungen:

SV Werder Bremen: Backhaus – Malatini (76. Topp), Lynen, Coulibaly – Sugawara, Stage, Deman (59. Mbangula) – Schmid, Puertas (76. Covic) – Njinmah (59. Grüll), Milosevic
TSG Hoffenheim:  Baumann – Coufal, Hranac, Hajdari, Bernardo – Burger, Avdullahu – Prömel, Prass (90.+6 Akpoguma) – Lemperle (76. Moerstedt), Kramaric (59. Kabak)
Tore: 0:1 Prass (44.), 0:2 Prömel (54.)
Besonderes Vorkommnis: Rote Karte gegen Burger wegen groben Foulspiels (52.)
Schiedsrichter: Willenborg (Osnabrück)
Zuschauer: 39.500

Jetzt geht es zu Hause gegen die Eisernen

Am Samstag empfängt die TSG Hoffenheim in der Sinsheimer Arena den 1. FC Union Berlin. Anstoß gegen die Eisernen ist um 15:30 Uhr.

Fotos: foto2press und Kraichgaufoto

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