Fragwürdige Schiri-Entscheidung – Dreifachtorschütze Diaz
Die Hoffenheimer Erfolgsserie mit fünf Siegen in Folge im Jahr 2026 ist zu Ende. Die TSG unterlag im Spitzenspiel des 21. Bundesliga-Spieltages beim FC Bayern München mit 5:1 (3:1). Obwohl dies ergebnistechnisch wie eine klare Angelegenheit aussieht, boten die couragiert und mutig aufgetretenen Kraichgauer über weite Strecken der Partie dem Tabellenführer einen heißen Fight. Ein entscheidender Faktor am Spielausgang war der frühe Platzverweis von Hoffenheims Kevin Akoguma nach einem angeblichen Foulspiel, was den 0:1-Rückstand durch einen verwandelten Elfmeter von Harry Kane zur Folge hatte (20.). Trotz Unterzahl war der Tabellendritte in Hälfte 1 ein Gegner auf Augenhöhe. Nach dem Ausgleich durch Andrej Kramaric (35.) führte ein Doppelschlag kurz vor der Pause durch Kane (45./Elfmeter) und Luis Diaz (45.+2) zur 3:1-Pausenführung. In Hälfte 2 dominierten die Gastgeber vor 75.000 Zuschauern das Geschehen und schraubten das Ergebnis durch zwei weitere Treffer des starken Kolumbianers Diaz (62./89.) auf 5:1 hoch.

Zum Spielverlauf:
Bayern beginnen druckvoll
Die Zuschauer bekamen von Beginn an ein munteres und attraktives Spitzenspiel geboten, in dem die Bayern nach zuletzt zwei sieglosen Partien mächtig Druck machten. In der 9. Minute verhinderte Nationaltorhüter Oliver Baumann einen frühen Rückstand, als er einen Schuss ins lange Eck von Michael Olise parierte. Nach der daraus resultierenden Ecke verpasste Aleksander Pavlovic mit einem Kopfball, der knapp neben das Tor ging, die Bayern-Führung (10.).

Fragwürdige Schiri-Entscheidung
Nachdem die Gäste immer besser in die Partie fanden, führte eine äußerst strittige Schiedsrichterentscheidung zum ersten Treffer. Bei einem Zweikampf vor dem Tor zwischen Akpoguma und Diaz, bei dem beide Spieler im engen Zweikampf sich gegenseitig am Trikot zogen und der Münchner zu Fall kam, entschied der Unparteiische Tobias Stieler nicht nur auf Strafstoß, sondern schickte den Hoffenheimer per Roter Karte vom Platz (18.). Eine viel zu harte und im Nachgang sehr diskussionswürdige Entscheidung, die wesentlichen Anteil am weiteren Geschehen der Partie hatte. TSG-Trainer Christian Ilzer war nicht der Einzige, der diese Entscheidung in Frage stellte: „Es war für mich kein Elfmeter und erst recht keine Rote Karte“. Kane war es schließlich egal und er traf in gewohnt sicherer Manier vom Punkt zur Münchner Führung (20.).
Offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten
Die TSG ließ sich jedoch nicht entmutigen und bot dem Meister weiter Paroli. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch in dem beide Teams sich gute Chancen erspielten. Nachdem Alphonso Davies mit einem Gewaltschuss knapp das Hoffe-Tor verfehlte, vergab auf der anderen Seite Ozan Kabak per Kopfball den möglichen Ausgleich (25.). Zwei Minuten später parierte Baumann gegen Diaz glänzend und Kane verfehlte im Nachschuss aus acht Metern das leere Tor (27.).

Asllani scheitert am Aluminium
Wiederum zwei Minten später hatten die 1.800 mitgereisten TSG-Fans den Torschrei schon auf den Lippen, als Fisnik Asllani nach einer Coufal-Flanke per Kopfball-Aufsetzer an der Latte scheiterte (29.). Die TSG setzte nach und hatte erneut die Megachance zum Ausgleich: Nach Zuspiel von Asllani kam Kramaric frei vor Manuel Neuer zum Abschluss, doch Bayerns Nummer 1 war reaktionsschnell im bedrohten Eck und hatte im Nachschuss Glück, dass Bazoumana Toure den Ball knapp über Tor jagte (33.).
Kramaric trifft nach Neuer-Bock zum verdienten Ausgleich
Trotz Unterzahl drückten die Hoffenheimer weiter auf den Ausgleich und belohnten sich: Nach einem kapitalen Fehlpass von Neuer, den Asllani artistisch abfing und auf Kramaric weiterleitete, blieb dieser dieses Mal eiskalt und schob die Kugel zum inzwischen verdienten 1:1-Ausgleich über die Linie (35.). Für den Kroaten war es zugleich der 9. Saisontreffer und das neunte Tor gegen die Bayern.

Doppelpack der Bayern kurz vor der Pause
Die Bayern erhöhten nun den Druck und drückten auf die erneute Führung. Nachdem Baumann gegen Kane glänzend parierte (38.), führte ein Doppelpack der Gastgeber zur Vorentscheidung. Bei einem Zweikampf auf der linken Strafraumseite brachte Vladimir Coufal Diaz zu Fall und Schiri Stieler entschied zum zweiten Mal, dieses Mal berechtigt, auf den Punkt. Kane ließ sich diese Chance nicht nehmen und brachte den FCB 2:1 in Führung (45.). In der Nachspielzeit einer sehr intensiven und abwechslungsreichen ersten Hälfte führte ein Konter zum nächsten Bayern-Treffer. Kane trieb den Ball durchs Mittelfeld, passte auf Diaz, der aus halblinker Position ins lange Eck Baumann keine Chance ließ (45.+2). Während die Münchner sich von ihren begeisterten Fans im rot-weißen Schlauchboot feiern ließen, blickten sich Hoffenheimer erstarrt auf die große Videowand, um sich die Szene nochmals vor Augen zu halten.

Beide Torhüter stehen im Mittelpunkt
Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit ging es munter weiter und erneut war es Keeper Baumann, der im Duell gegen Kane Sieger blieb, als er einen Schuss des Engländers übers Tor lenkte (51.). Wenig später war es sein Gegenüber Neuer, der sich bei einem Asllani-Schuss aus kurzer Distanz auszeichnete (57.). Dies war zugleich die letzte Großchance der Nordbadener, die sich nun einem immer stärker werdenden Gegner gegenüber sahen.

Diaz erhöht auf 4:1
Nut vier Minuten nach dem möglichen Anschlusstreffer sorgte Diaz mit seinem zweiten Treffer für die endgültige Entscheidung. Nach einer scharfen Hereingabe von Olise drückte der auffälligste Bayern-Spieler den Ball aus kurzer Distanz über die Torlinie zum 4:1 (61.). Damit war die Hoffenheimer Messe endgültig gelesen.

Privatduell Baumann gegen Kane
Und wieder war es Deutschlands Nummer 1 zwischen den Pfosten, der sein Team vor einem erneuten Gegentreffer bewahrte, als er im Privatduell gegen Kane mit einem sensationellen Reflex den Ball an die Latte lenkte (67.). In der Folge kontrollierte das Team von Trainer Vincent Kompany souverän das Geschehen und setzte in der Schlussphase noch einen drauf. Erneut war es Flügelstürmer Diaz, der mit seinem dritten Treffer aus zentraler Position von der Strafraumgrenze auf 5:1 erhöhte (89.).
Es sprach alles für die Bayern
Am Ende war es ein verdienter Sieg des abgezockten Rekordmeisters, der bei 27:9 Torschüssen, 54%:46% Ballbesitz, 55%:45% Zweikampfquote und 119,8 km:113,67 km Laufdistanz zudem die besseren Werte aufweisen konnte.

Stimmen zum Spiel:
„die Art und Weise, wie wir gespielt haben, war überragend“
TSG-Kapitän Baumann
Oliver Baumann: „Wenn man 70 Minuten beim FC Bayern in Unterzahl spielt, dann kann man verlieren. Aber die Art und Weise, wie wir gespielt haben, war überragend. Uns wird nichts aus der Bahn werfen, auch dieses Spiel wird uns weiterbringen. Wir hatten sehr viele positive Momente, einige hochkarätige Chancen, haben auch in Unterzahl das Pressing der Bayern überragend gelöst. Das war teilweise schon sehr geil, auch wenn sich dies nach dem Ergebnis blöd anhört.“

„Wir sind unglaublich mutig und sehr aggressiv aufgetreten“
Hoffenheims Mittelfeldspieler Prömel
Grischa Prömel: „Wir haben trotz der Unterzahl unser gewünschtes Gesicht gezeigt. Wir sind unglaublich mutig und sehr aggressiv aufgetreten. Das macht mich ein Stück weit stolz. Gerade in der ersten Halbzeit auf Augenhöhe mitzuhalten und Torchancen rauszuspielen war wirklich stark. Wir müssen dann aber kaltschnäuziger sein.“

„Ich habe ein Team gesehen, das in allen Bereichen ein Top-Spiel gezeigt hat“
TSG-Coach Ilzer
Christian Ilzer: „Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass wenn meine Mannschaft das zeigt, was wir können und wir uns das zutrauen, dass ich zufrieden sein werde. Und das bin ich. Ich habe ein Team gesehen, das in allen Bereichen, die wir kontrollieren können, ein Top-Spiel gezeigt hat.“

Aufstellungen:
FC Bayern München: Neuer – Stanisic, Upamecano, Tah (63. Ito), Davies (80. Laimer) – Kimmich, Pavlovic – Olise (63. Karl), Gnabry (63. Musiala), Luis Diaz – Kane (68. Jackson)
TSG Hoffenheim: Baumann – Coufal, Akpoguma, Ozan Kabak, Hajdari – Avdullahu (81. Duric), Prömel – Prass (81. Moerstedt), Toure (71. Gendrey) – Kramaric (71. Damar), Asllani (65. Bebou)
Tore: 1:0 Kane (20./Foulelfmeter), 1:1 Kramaric (35.), 2:1 Kane (45./Foulelfmeter), 3:1 Diaz (45.+2), 4:1 Diaz (62.), 5:1 Diaz (89.)
Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Akpoguma (17.)
Schiedsrichter: Stieler (Obertshausen)
Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)
Mit dem Baden-Derby geht es weiter
Am Samstag hat die TSG Hoffenheim gegen den badischen Nachbarn SC Freiburg die Chance mit einem weiteren Heimsieg Tabellenplatz 3 weiter zu festigen. Die Partie am Faschingssamstag in Sinsheim beginnt um 15:30 Uhr.
Fotos: foto2press (Archivfotos) und BWA













