Die TSG möchte angeschlagene Wölfe trotz neuem Rudelführer zum Heulen bringen

In der Favoritenrolle die Lehren aus dem St. Pauli-Spiel ziehen

Für Hoffenheims Trainer Christian Ilzer wird die Bundesligapartie am Samstag (15:30 Uhr) in der Sinsheimer PreZero-Arena zwischen der TSG Hoffenheim und dem VfL Wolfsburg zu einem Jubiläumsspiel. Der 48-Jährige steht vor seinem 50. Erstliga-Spiel als TSG-Chef-Trainer. Die Bilanz des im österreichischen Puch bei Weiz geborenen Fußballlehrers bei 41 Prozent gewonnener Spiele sowie durchschnittlich 1,5 Punkten und 1,8 Toren kann sich sehen lassen.

Zwei Leader in ihren Teams: Hoffenheims Andrej Kramaric (li.) im Duell mit Wolfsburgs Maximilian Arnold

Vereinsrekord kann eingestellt werden

Die Kraichgauer holten an den bisherigen 25 Spieltagen bereits 15 Siege. Bei einem weiteren Erfolg winkt die Einstellung des Vereinsrekords aus der Saison 2016/17 unter Trainer Julian Nagelsmann, der nach 34 Spieltagen 16 Dreier verbuchen konnte. Damals qualifizierte sich der Dorfverein als Tabellenvierter für die Playoffs zur Champions League – wenn das mal kein gutes Omen für den aktuellen Saisonausgang ist.

Hoffenheims zweifacher Torschütze aus dem Heidenheim-Spiel am vergangenen Spieltag Alexander Prass (li.) im Zweikampf mit Wolfsburgs Denis Vavro

Zuletzt in der Favoritenrolle gescheitert

Bei den Buchmachern sind die Hoffenheimer der eindeutige Favorit. Eigentlich dürfte beim Duell Dritter gegen Siebzehnter nichts anbrennen, wäre da nicht so eine unrühmliche vergleichbare Situation: Vor dem letzten Heimspiel war die Konstellation der Ilzer-Truppe nahezu identisch: Als favorisierter Dritter mit der stolzen Bilanz von acht Heimsiegen in Folge empfing man den abstiegsbedrohten Tabellensechzehnten FC St. Pauli am Technik-Museum. Am Ende stand ein 1:0-Überraschungserfolg des Kiez-Klubs, mit dem kaum einer gerechnet hatte.

Der nach seiner Erkrankung wiedergenesene TSG-Coach Christian Ilzer gibt seiner Mannschaft die Richtung vor

Angeschlagene Wölfe tauschen den Rudelführer

Angesichts der vielversprechenden Ausgangslage in Richtung Qualifikation zur Champions League darf sich gegen die seit acht Spielen sieglosen Wölfe so ein Ausrutscher nicht wiederholen. Dennoch ist Vorsicht geboten, zumal die VfL-Verantwortlichen nach ihrer bislang schwächsten Ausbeute mit 20 Punkten aus 25 Partien reagiert haben und zum zweiten Mal in dieser Saison den Trainer wechselten. Mit dem Austausch des Rudelführers sollen die Wölfe wieder bissiger und (Punkte-)hungriger gemacht werden.

Der erfahrene Hecking soll es richten

Um die Talfahrt der Niedersachsen zu stoppen, wurde als neuer Trainer Dieter Hecking unter Vertrag genommen. Der erfahrene 61-Jährige ist als Coach nur einmal aus der Bundesliga abgestiegen und zwar in der letzten Saison mit dem VfL Bochum. Hecking kann mit seinen Trainerstationen bei Aachen, Hannover, Nürnberg, Wolfsburg, Mönchengladbach und Bochum 443 Bundesliga-Partien an der Seitenlinie aufweisen. Sein Debüt als Bundesliga-Trainer feierte er vor fast 20 Jahren.

In der Auto-Stadt setzt man im Abstiegskampf auf den erfahrenen Coach Dieter Hecking

„Wir werden alles dafür tun, um Spiele zu gewinnen – warum nicht auch in Hoffenheim?“

Wolfsburgs neuer Trainer Hecking in der Vorschau auf die Partie in Sinsheim

Heckings erste Aufgabe ist einer verunsicherten Mannschaft wieder neues Selbstvertrauen einzuhauchen. Hierfür bedarf es dringend erforderliche Erfolgserlebnisse. Der VfL-Coach: „Natürlich nagt der Tabellenplatz an den Spielern. Da ist es dann auch nicht damit getan, dass ein neues Gesicht kommt. Wir werden alles dafür tun, dass die Mannschaft die Energie und den Glauben an sich hat, Spiele gewinnen zu können – warum nicht auch in Hoffenheim?“

Kann Wolfsburgs erfahrener Rudelführer Maximilian Arnold (re.) sein Team vor dem erstmaligen Zweiligaabstieg retten?

VfL zählt (noch) zu den Unabsteigbaren

Hecking ist nach Paul Simonis und Daniel Bauer der dritte Coach in dieser Spielzeit. Dies verdeutlicht, dass in der Auto-Stadt beim Tabellenvorletzten die Verunsicherung sehr groß ist. Der VfL verfügt zwar über gute Fußballer, die jedoch als Team nicht funktionieren. Die Kicker aus der Auto-Stadt hatten schon öfters prekäre Situationen zu überstehen, unter anderem gelang der Klassenerhalt 2017 und 2018 jeweils erst in der Relegation (gegen Braunschweig und Kiel). Die Wölfe zählen wie Hoffenheim, Bayern München, Dortmund, Leverkusen, Augsburg, Leipzig, Union Berlin und Heidenheim zu den Unabsteigbaren der Liga. Keines dieser Teams musste bislang den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

Ein Duell mit völlig unterschiedlichen Voraussetzungen: Der Dritte Hoffenheim empfängt den Vorletzten Wolfsburg

Erinnerungen an erfolgreiche Zeiten

Damit dies bei den Grün-Weißen weiter der Fall bleibt, wurde Feuerwehrmann und Routinier Hecking verpflichtet, der bereits von Dezember 2012 bis Oktober 2016 die Wolfsburger trainierte. Seine damalige Bilanz mit der Vize-Meisterschaft 2014/15 und dem DFB-Pokal- und Supercupsieg 2015 ist aller Ehren wert.  

Schwegler rückt näher ans Team

Hecking justiert rund um sein Team nach. So wird künftig Sportdirektor Pirmin Schwegler, der von 2014 bis 2017 für die TSG spielte und nach seiner Karriere Leiter der Profiabteilung war, seinen Platz auf der Tribüne mit dem auf der Trainerbank tauschen.

Gendrey (li.) beim letztjährigen Duell in Sinmsheim mit Wolfsburgs Gebhardt

Erneutes Verletzungspech bei Gendrey

Bis auf Weiteres müssen die Hoffenheimer auf ihren Defensivspieler Valentin Gendrey, der sich im Training erneut eine schwere Verletzung des rechten Sprunggelenks zugezogen hat, verzichten. Nachdem sich der 25-jährige Franzose nach überstandener Verletzung wieder ans Team herangekämpft hatte, folgte nun dieser herbe Rückschlag.

Spiel, Spaß und Genuss für alle Menschen

Der TSG-Dorfplatz wird am Samstag zum Treffpunkt für die ganze Region. Die Kraichgauer laden beim Heimspiel gegen Wolfsburg ein zur großen TSG-Dorfplatzkerwe. Das Motto lautet: „Spiel, Spaß und Genuss für alle Menschen“ – und das unabhängig von Geschlecht und Herkunft, ob mit oder ohne Beeinträchtigung. Begegnung und Zugehörigkeit für Alle sollen dabei im Mittelpunkt stehen. Denn für die TSG gilt: Wir sind Hoffenheimat. Wo jeder Mensch zählt.
Unter anderem wird es eine Spielstraße mit vielen inklusiven Mitmachaktionen für Groß und Klein geben – wie inklusives Gaming beim eSports-Stand, Kicken mit oder ohne Krücken bei der Schussgeschwindigkeitsanlage und ein Robokeeper sorgt für eine besondere Herausforderung. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich mit regionalen Organisationen sowie Initiativen auszutauschen, und im Fanshop können Produkte einer Inklusionswerkstatt erworben werden.

Fotos: Kraichgaufoto und foto2press

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