Am Hardtwald möchte man gerne noch eine Schippe drauflegen

Trainingsauftakt und Kaderpräsentation beim SV Sandhausen

Der SV Sandhausen hat sechs Wochen vor Beginn seiner sechsten Zweitliga-Saison die erste Trainingseinheit im BWT-Stadion am Hardtwald absolviert. Nahezu 500 SVS-Fans waren bei der offiziellen Mannschaftspräsentation vor Ort. Mit dabei auch alle bisherigen Neuzugänge.

Leistungsträger blieben am Hardtwald

Der Kader für die Saison 2017/18 nimmt Gestalt an. Anders, als noch in den vergangenen Jahren, ist es den Verantwortlichen diesmal gelungen, gleich mehrere Leistungsträger am Hardtwald zu halten. Allen voran Sandhausens Toptorjäger der letzten Saison Andrew Wooten. Zusammen mit den Mittelfeldstrategen Denis Linsmayer und Stefan Kulovits, wie auch Innenverteidiger Tim Kister bildet er das Gerüst der Mannschaft, um das Trainer Kenan Kocak eine schlagkräftige und konkurrenzfähige Truppe zusammenstellen will.

Trainer Kenan Kocak versammelt den neuen Spielerkader vor der ersten Trainingseinheit 2017/18

Kaderplanung noch nicht abgeschlossen

Weitere personelle Änderungen sind durchaus noch möglich. Geschäftsführer und Sportlicher Leiter Otmar Schork bei der heutigen Pressekonferenz: „Bei vielen Mannschaften sind die Kaderplanungen noch nicht abgeschlossen und auch bei uns kann sich noch was tun. Wir sind aber von unserem Kader überzeugt und froh, das Gerüst um unsere Leistungsträger gehalten zu haben. Drum herum wollen die neuen jungen Spieler angreifen und wir sind sicher, dass der ein oder andere Spieler seine Chance nutzen wird, so wie es auch in den letzten Jahren der Fall war.“

„Wir planen mit Marco Knaller“

Angesprochen auf die Gerüchte um einen Wechsel von Torhüter Marco Knaller zum FC Ingolstadt reagierte Schork gelassen: „Wir müssen leider damit leben, dass es immer wieder Spekulationen um potentielle Spielerwechsel gibt. Fakt ist aber, dass wir fest mit Marco planen und sich bisher auch noch kein Verein bei uns gemeldet hat.“ Unabhängig davon soll und wird es aber noch eine Neuerung auf der Torhüterposition geben. Ein dritter Schlussmann soll noch hinzukommen, im besten Falle ein junger, talentierter Spieler aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum, der auch klar die Rolle als Nummer drei antritt.

Leicht ansteigende Zahlen

Nachdem die Zuschauermagneten VfB Stuttgart und Hannover 96 ins Bundesligaoberhaus aufgestiegen sind, wird es in der 2. Liga etwas an Attraktivität fehlen. Die Kurpfälzer wollen dennoch die Anzahl an verkauften Dauerkarten von zuletzt 2.500 etwas erhöhen. Der sportliche Etat von bisher 6,8 Millionen Euro soll leicht erhöht werden. Der Gesamtetat betrug in der vergangenen Saison 14 Millionen und ist momentan noch nicht exakt zu definieren. Die TV-Einnahmen haben sich um 500.000 Euro auf 7,9 Mio. erhöht. Der Zuschauerschnitt von 6.700 möchte man wieder erreichen bzw. noch leicht erhöhen.   

Otmar Schork blickt zuversichtlich auf die sechste Zweitligasaison seines SVS

Das Lazarett

Auch dabei waren heute die verletzten Spieler Maximilian Jansen, der noch 14 Tage in der Reha bleibt und anschließend im Trainingslager zur Mannschaft stoßen wird, und Torhüter Rick Wulle, der nach seinem Kreuzbandriss erfolgreich operiert wurde und sich seitdem ebenfalls in der Reha befindet. José Pierre Vunguidica dagegen ist und bleibt das Sorgenkind beim SVS. Eine Besserung seiner Kapselverletzung im Knie sei nicht in Sicht, sodass sogar über eine erneute Operation nachgedacht werden müsse, so Schork.

Personelle Veränderungen

Anders sieht es bei den beiden polnischen Spielern Jakub Kosecki und Daniel Lukasik aus, die den Verein nach aktuellem Stand wohl verlassen werden. Bei Kosecki bestehe der Wunsch zurück in sein Heimatland zu wechseln, da sich seine schwangere Frau wünscht das gemeinsame Kind in Polen zu bekommen. Am 23. Juni wird voraussichtlich auch Daniel Lukasik zu seinem Stammverein nach Danzig zurückkehren. Auch eine Ausleihe von Erik Zenga an einen Drittligisten ist angedacht, um dem lange Zeit verletzten Profi mehr Spielpraxis zu ermöglichen. Auch bei Moritz Kuhn stehen die Weichen auf Abschied.

Neu zusammengestellter Trainerstab

Und auch im Trainerstab wurden einige Umbaumaßnahmen vorgenommen. Neben der Verpflichtung von Erol Sabanov als neuer Torwarttrainer wird Marc Lorius, der zuvor vier Jahre beim Karlsruher SC war, beim SVS als hauptamtlicher Fitnesscoach angestellt sein. Neben den beiden werden noch ein zweiter Co-Trainer neben Gerd Kleppinger sowie ein hauptamtlicher Videoanalyst gesucht.
Auch auf der Teammanagerposition wird es eine Änderung geben. Dennis Jantos wird auf eigenen Wunsch hin am 30. August beim SVS eine einjährige Pause einlegen und auf eine Weltreise gehen. Sein Nachfolger wird Mikayil Kabaca, der zuvor beim FSV Frankfurt als Spieler und zuletzt als Teammanager angestellt war.

SVS leiht Zejnullahu von Union Berlin aus

Eroll Zejnullahu ist der aktuellste Neuzugang bei den Kurpfälzern. Der 22-jährige Mittelfeldspieler kommt vom Ligakonkurrenten 1. FC Union Berlin, wo er seinen bis 2018 laufenden Vertrag gerade erst vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert hat. Beim SVS soll der zentrale Mittelfeldspieler nun Spielpraxis sammeln, nachdem er unter Berlins Trainer Jens Keller zuletzt nur wenige Einsatzzeiten bekam. „Eroll ist ein junger und talentierter Spieler, der sowohl auf der Achter-, als auch auf der Zehnerposition spielen kann. Wir sind überzeugt, dass er für uns einen großen sportlichen Mehrwert darstellen wird“, so Geschäftsführer Schork.
Der gebürtige Berliner besitzt neben der deutschen auch die kosovarische Staatsbürgerschaft. In seiner Jugend lernte der 1,80 Meter große Mittelfeldspieler das Fußballspielen beim SV Tasmania Berlin und beim FC Hertha 03 Zehlendorf. 2012 wechselte er in die U19 von Union Berlin, wo ihm bereits ein Jahr später der Sprung in den Profikader gelang. Sein erstes Zweitligaspiel bestritt Zejnullahu 2013 beim 3:1-Heimsieg gegen den SV Sandhausen. In der abgelaufenen Saison kam er unter Jens Keller zwölfmal zum Einsatz, dreimal von Beginn an.

Schork hat großes Vertrauen in das vorhandene Personal

28 Spieler umfasst derzeit der aktuelle Profikader. Schork ist von der vorhandenen Qualität überzeugt und sieht gegenüber der vergangenen Saison noch Steigerungspotenzial. „Einige unserer jungen Leistungsträger sind in ihren Leistungen noch steigerungsfähig. Das stimmt optimistisch.“ Zwei Mankos möchte der agile und sympathische Schork gegenüber der vergangene Saison unbedingt abstellen: „Die Effizienz im Sturm und die vielen Gegentore nach Standards gilt es durch intensives Training abzustellen. Nimmt man die Standardgegentore weg, haben wir mit 13 Gegentreffer aus dem Spiel heraus von allen Mannschaften die wenigsten Gegentore kassiert.“

Die Termine in der Saisonvorbereitung:

Trainingslager:

Dienstag, 4. bis Donnerstag, 13. Juli in Bad Wörishofen

Testspiele:

Samstag, 24. Juni, 17:00 Uhr beim VfB St. Leon

Samstag, 1. Juli, 18:30 Uhr, beim TuS Mechtersheim

Mittwoch, 5. Juli, 16:00 Uhr, gegen den FC Luzern in Wolfertschwenden

Sonntag, 9. Juli, 18:00 Uhr, gegen den FC Zürich in Ottobeuren

Freitag, 14. Juli, Uhrzeit n.n., gegen den SC Freiburg in Bahlingen

Familientag:

Sonntag, 23. Juli, Familientag im BWT-Stadion am Hardtwald mit vielen Mitmachaktionen

Fotos: BWA

Neues Trainerteam und Eroll Zejnullahu (re.) kommt auf Leihbasis von Union Berlin

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