Das TSG-Betonfundament hat dem Berliner Presslufthammer standgehalten und einen 3:1-Sieg eingefahren

Doppeltorschütze Kramaric: „Alles läuft perfekt, es herrscht eine super Energie in der Truppe“

Die Erfolgsserie der TSG Hoffenheim nimmt auch am 20. Bundesliga-Spieltag ihre Fortsetzung. Mit einem hartumkämpften 3:1-Sieg über Union Berlin haben die Kraichgauer mit dem fünften Sieg in Folge Tabellenplatz 3 mit nunmehr sechs Punkten vor dem Vierten RB Leipzig gefestigt und reisen nun am nächsten Sonntag zum Top-Spiel zu Spitzenreiter FC Bayern München. Um Durch den siebten Heimsieg in Folge hat die TSG zudem ihren Rekord aus dem Jahr 2017 eingestellt.

Für Trainer Ilzer hat das Hoffenheimer Betonfundament gegen den Unioner Presslufthammer gehalten

„Es hämmert von der ersten Sekunde weg und hört auch nicht auf bis zum Schluss“

Hoffenheims Trainer Ilzer mit speziellem Vergleich

Trainer Christian Ilzer hatte im Vorfeld nicht zu Unrecht von einem sehr schwer zu bespielenden Gegner gesprochen. Nach dem Abpfiff sagte er in der kleinen Journalistengruppe: „Union Berlin ist eine sehr spezielle Art von Gegner. Ich sage es nicht grundlos, das was sie spielen ist Presslufthammer. Es hämmert von der ersten Sekunde weg und hört auch nicht auf bis zum Schluss. Da braucht man als Gegner ein brutales Betonfundament, um dem Ganzen standzuhalten.“

Kramaric war gegen Berlin erneut Hoffenheims Matchwinner

„Es gab Druck, aber wir haben gezeigt, was diese Mannschaft leisten kann“

Doppeltorschütze Kramaric

Einer, der ganz besonders dagegen hielt, war TSG-Rekordtorschütze Andrej Kramaric, der aufgrund seiner beiden erzielten Treffern zum „ Man of the Match“ gewählt wurde. Hoffenheims Mr. Zuverlässig präsentierte sich nach dem Schlusspfiff sehr zufrieden in der Mixed-Zone: „Alles läuft perfekt. Wir spielen Top-Fußball. Es war klar, dass es ein unangenehmes Spiel werden wird. Es gab Druck, aber wir haben gezeigt, was diese Mannschaft leisten kann. Wir genießen die Situation und stehen in der Tabelle gut da.“

Fisnik Asllani (li.) kommt zuerst an den Ball und wird danach von Berlins Leopold Querfeld elfmeterreif gefoult

Baumann verhindert den Rückstand gegen Khedira

Es war jedoch ein hartes Stück Arbeit, das die Gastgeber verrichten mussten, um die bissigen und kämpferisch starken Hauptstädter niederzuringen. Diese machten es mit ihrer Herangehensweise der Ilzer-Truppe von Beginn an sehr schwer, so dass in Hälfte 1 wenig zwingende Chancen zu verzeichnen waren. Den ersten Aufreger gab es nach sieben Minuten, als TSG-Keeper Oliver Baumann im Ausbauspiel Albian Hajdari anspielte, dieser jedoch ausrutschte und Nutznießer Rani Khedira am glänzend parierenden Torhüter Oliver Baumann scheiterte. Von den Gastgebern kam bis auf einen Schuss von Kramaric, der deutlich neben das Tor ging, nichts Erwähnenswertes (28.).

laufduell zwischen Unions Kapitän Rani Khedira (li.) und Leon Avdullahu

Doppelpack durch Kramaric

Aufregung dann kurz vor Ende der ersten Hälfte, als Schiedsrichter Dr. Robin Braun aus Wuppertal sehr zum Unverständnis der Gäste nach einem Foulspiel des Berliners Leopold Querfeld an Fisnik Asllani im Strafraum auf den Elfmeterpunkt zeigte. Strafstoßspezialist Kramaric ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen und verwandelte sicher zur glücklichen 1:0-Führung (42.). Nur drei Minuten später erhöhte der Kroate auf 2:0, als er eine mustergültige Flanke von der linken Seite von Bazoumana Toure ins linke Eck köpfte (45.).

Mr. Hoffenheim nun drittbester ausländischer Torschütze

Ausnahmespieler und Doppeltorschütze Kramaric machte den Unterschied in einer eher durchwachsenden und schwachen ersten Hälfte. Durch seinen 134. Bundesliga-Treffer überholte Kramaric den ehemaligen Bayern-Torjäger Giovane Elber als drittbester ausländischer Torschütze der Bundesliga-Historie.

Toures scharfe Hereingabe befördert Berlins Diogo Leite ins eigene Tor zur Hoffenheimer 3:0-Führung

Eigentor bringt Hoffe 3:0 in Führung

Im zweiten Abschnitt erwischten die Nordbadener den optimalen Start und trafen erneut. Nach einem Sprint über links passte Toure scharf in die Mitte, wo der Unioner Diogo Leite vor dem hinter ihm positionierten einschussbereiten Kramaric den Ball beim Klärungsversuch unglücklich ins eigene Tor lenkte (47.). Danach tat sich vor beiden Toren wenig, anstatt spielerischer Akzente standen vielmehr Kampf und Einsatz im Vordergrund.

Unions Andras Schäfer (li.) scheitert an TSG-Schlussmann Oliver Baumann

Unioner Anschlusstreffer

Nach einer Stunde hatten die rund 3.000 mitgereisten Köpenicker den Torschrei schon auf den Lippen, als Andras Schäfer frei vor Baumann auftauchte, aber im Eins-gegen-Eins an Deutschlands Nummer 1 scheiterte (60.). Wenig später war es dann soweit. Nach einem langen Ball kam Khedira zum Abschluss und verkürzte mit Hilfe von Grischa Prömel, der den Schuss noch abfälschte, auf 1:3 (71.).

Max Moerstedt (oben) im Zweikampf mit Leopold Querfeld

Kramaric und Bebou verpassen das 4:1

In der 83. Minute hatte Kramaric die Entscheidung auf dem Fuß, als er mustergültig von Max Moerstedt bedient wurde, jedoch freistehend am kurzen Eck vorbeischoss. Nachdem der eingewechselte Ihlas Bebou in der Nachspielzeit eine Großchance vergab, blieb es beim hart erkämpften 3:1-Erfolg der Hoffenheimer. 16:9 Torschüsse und 10:3 Ecken zu Gunsten der Berliner machten deutlich, dass es ein enges Match war, auch wenn die TSG bei 60%:40% Ballbesitz und 52%:48% Zweikampfquote am Ende die Nase vorn hatte.

„Die Mannschaft zeigt sich als brutale Einheit“

Hoffenheims Geschäftsführer Andreas Schicker

Erleichtert und glücklich über den nächsten Dreier zeigte sich auch TSG-Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker:„Berlin hat uns richtig viel abverlangt. Wir hatten glücklicherweise das Momentum vor der Pause, bis dahin war es ein Abnutzungskampf. Die Mannschaft zeigt sich als brutale Einheit.“

Grischa Prömel (Mitte) beim Kopfballduell mit Andrej Ilic

„Wir machen Schritte nach vorn, wenn wir auch solche Partien gewinnen“

TSG-Profi Grischa Prömel

Für den ehemaligen Unioner Prömel waren es drei schwer erkämpfte Punkte:„Es war ein hartes Spiel, trotzdem sieht man, dass wir Schritte nach vorn machen, wenn wir auch solche Partien gewinnen. Es ging darum, den Kampf anzunehmen. Wir haben ein wenig gebraucht, um reinzukommen. Aber wir haben es gut verteidigt und waren in den entscheidenden Momenten da. Es spricht dafür, dass wir erwachsen sind, wenn wir in solchen Spielen effektiv sind.“

Stimmen der Trainer:

Christian Ilzer zeigt es an: Drei schwer erarbeitete Punkte sind auf der Habenseite

„Wir haben die Möglichkeiten sehr effizient genutzt“

TSG-Trainer Ilzer

Christian Ilzer (Hoffenheim): „Es war ein ausgeglichenes Kampfspiel. Union bringt eine brutale Energie auf den Platz. Sie sind wie ein Presslufthammer, da muss man unerbittlich dagegenhalten. In einer sehr umkämpften Phase haben wir dann die zwei Tore gemacht und damit das Momentum erhalten. Wir haben die Möglichkeiten sehr effizient genutzt. Es hat sehr viel Aufwand gebraucht.“

Steffen Baumgart schaut grimmig. Der Berliner Trainer war mit der Leistung, nicht aber mit dem Ergebnis, seiner Mannschaft zufrieden

„Wir haben das gleiche Spiel im Hinspiel bereits gesehen“

Union-Coach Baumgart

Steffen Baumgart (1. FC Union Berlin): „Wir haben das gleiche Spiel im Hinspiel bereits gesehen. Beide Mannschaften haben eine vernünftige Leistung gebracht. Es ist schwierig, ein Statement abzugeben, wenn die Mannschaft viel umsetzt, aber ein relativ klares Ergebnis rumkommt. Es zeichnet die Jungs aus, dass sie drangeblieben sind trotz 0:3-Rückstand. Wenn man nicht Gegner der TSG ist, macht es Spaß, sie anzuschauen.“

Aufstellungen:

TSG Hoffenheim:  Baumann – Coufal, Hranac, Ozan Kabak, Hajdari – Avdullahu, Prömel – Kramaric (83. Prass), Toure (90.+1 Asllani) – Lemperle (46. Moerstedt), Asllani (78. Bebou)
1.  FC Union Berlin: Rönnow – Doekhi, Querfeld, Diogo Leite (75. Burcu) – Haberer, Khedira, Kemlein (83. Krahl), Nsoki (54. Köhn) – Jeong (54. Schäfer), Ilic, Burke (54. Ansah)
Tore: 1:0 Kramaric (42./Foulelfmeter), 2:0 Kramaric (45.), 3:0 Diogo Leite (47./Eigentor), 3:1 Khedira (68.)
Schiedsrichter: Dr. Braun (Wuppertal)
Zuschauer: 19.341

Die Hoffenheimer feiern mit ihren Fans den siebtern Heimsieg in Folge und fahren am nächsten Spieltag selbstbewusst nach München

Spitzenspiel beim Rekordmeister

Am nächsten Spieltag gastiert die TSG am Sonntag beim souveränen Spitzenreiter Bayern München.  Das Top-Spiel des 21. Spieltages zwischen dem Ersten und Dritten wird am Sonntag um 17:30 Uhr in der Allianz Arena angepfiffen. Auf dieses Duell freut sich ganz besonders Kramaric, der schon öfters gegen die Münchner erfolgreich war. Er sieht sein Team nicht chancenlos: „Es herrscht eine super Energie in der Truppe. Für mich ist es in meinen zehn Jahren bei Hoffenheim der beste Kader. Diese Mischung ist perfekt, es gibt junge und erfahrene Spieler. Wir freuen uns auf das Spiel bei den Bayern, das wird ein super Test.“

Fotos: Kraichgaufoto und foto2press

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