Der TSG Hoffenheim reichten 13 starke Minuten, um ihren Frankfurt-Fluch zu beenden

Hoffenheim feierte mit 3:1 den ersten Sieg nach fast 10 Jahren in Frankfurt

Die TSG Hoffenheim bleibt weiterhin in der Fußball-Bundesliga die Mannschaft der Stunde. Die Kraichgauer feierten mit einem 3:1-Auswärtserfolg bei Eintracht Frankfurt im dritten Spiel des Jahres ihren dritten Sieg und rangieren mit 36 Punkten auf Champions League-Platz 3. Wer hätte dies noch im Sommer für möglich gehalten? Durch den ersten Sieg nach fast zehn Jahren in der Mainmetropole stürzten die Hoffenheimer die seit Wochen erfolglosen Hessen noch tiefer in die sportliche Krise.

Frühe Frankfurter Führung

Dabei begann es für die Gastgeber recht vielversprechend, nachdem Arnaud Kalimuendo in der 18. Minute die Führung gelang. Nach einem Fehlpass im Hoffenheimer Aufbauspiel bediente Can Uzun mit einem langen Pass Kalimuendo, der aus halblinker Position vorbei an Nationalkeeper Oliver Baumann traf. Dabei machten Verteidiger Ozan Kabak in der Rückwärtsbewegung und Baumann keine gute Figur.

TSG lässt gute Chancen liegen

Nur drei Minuten später verpasste Kabak den möglichen Ausgleich, als er nach einer Burger-Flanke per Kopfball am linken Pfosten scheiterte (21.). Die SGE lauerte weiterhin in einem kompakten Defensivverbund auf Konter, während die Gäste bemüht waren, sich Chancen zu erspielen. Nachdem Andrej Kramaric einen 25-Meter-Freistoß knapp neben das Eintracht-Tor setzte (29.), bot sich Fisnik Asllani die große Chance zum 1:1, doch Torhüter Kaua Santos parierte reflexartig seinen Schuss ins lange Eck (39.). Wiederum war es Asllani, der sich über die rechte Seite durchgesetzt hatte und mit einer gefühlvollen Flanke Wouter Burger bediente und dieser völlig frei vor dem Tor an Santos scheiterte (45.+1). Dies hätte der Ausgleich sein können, ja müssen. So blieb es bei der knappen Pausenführung der Gastgeber, die eher schmeichelhaft war.

Wouter Burger war maßgebend am 3:1-Sieg der Kraichgauer in Frankfurt beteiligt

„Wir wussten, dass wir das Spiel drehen konnten“

TSG-Mittelfeldspieler Burger

In der Halbzeitpause fand Trainer Christian Ilzer anscheinend die passenden Worte, denn sein Team präsentierte sich wie umgewandelt. Wouter Burger, einer der stärksten Hoffenheimer an diesem Tag, bestätigte dies nach dem Abpfiff: „Wir haben in der Pause miteinander gesprochen. Wir wussten, dass wir das Spiel drehen konnten. Wir haben gesehen, dass Raum hinter der Kette entsteht, wenn ich die Tiefenläufe mache. Wir spielen als Team richtig gut, da fällt es leichter. Wir wissen, was möglich ist.“

Eine scharfe Hereingabe von Vladimir Coufal fälschte Frankfurts Aurela Amenda ins eigene Tor zum 1:3-Endstand ab

Drei Treffer in nur 13 Minuten

In Hälfte 2 übernahmen die Nordbadener eindeutig die Spielhoheit und dominierten nach Belieben. Innerhalb von nur 13 Minuten drehte die Ilzer-Truppe den Rückstand in eine 3:1-Führung. Zunächst stieg der 20-jährige Stürmer Max Moerstedt bei seinem Startelfdebüt der Saison bei einer Burger-Flanke höher als Torhüter Santos und köpfte zum längst fälligen Ausgleich ein (52.). Kurz darauf beförderte Kabak eine erneut gefährliche Burger-Flanke mit der linken Schulter ins linke Eck zur erstmaligen 2:1-Führung (60.). Die TSG spielte nun wie in einem Flow und erhöhte mit ihrer nächsten Chance auf 3:1. Der erneut sehr lauffreudige Coufal setzte sich auf seiner rechten Seite durch und seine scharfe Hereingabe fälschte Aurela Amenda unglücklich ins eigene Tor ab (65.).

Große Enttäuschung bei den Gastgebern

Die Partie war nun gelaufen, zumal von den Frankfurtern beim Bundesliga-Debüt von Interimstrainer Dennis Schmitt nach vorne überhaupt nichts kam. Sie enttäuschten in allen Belangen, was zur Folge hatte, dass ihre Fans den Support einstellten. Die effizienten und spielstarken Hoffenheimer brachten den 2-Tore-Vorsprung gegen einen harmlosen Gegner souverän über die Zeit und ließen sich nach Abpfiff von ihren 1.500 mitgereisten Anhängern gebührend feiern.

Ozan Kabak (re.) war nicht nur Torschütze, sondern auch Hoffenheims stärkster Spieler in Frankfurt

„Es ist das perfekte Gefühl“

Torschütze Kabak

Besonders happy war am Ende der Innenverteidiger Kabak, der zum „Man of the match“ gewählt wurde: „Das war ein sehr verdienter Sieg für uns. Wir gewinnen viele Spiele, aber ich bin nicht überrascht davon, weil wir sehr viel arbeiten, investieren und uns dann belohnen mit guter Leistung und drei Punkten. Es ist das perfekte Gefühl.“

„Unser Spirit ist Weltklasse“

TSG-Stürmer Moerstedt

Ebenso glücklich war U17-Weltmeister Moerstedt nach seinem zweiten Saisontreffer: „Unser Spirit ist Weltklasse. Jeder kämpft für jeden, und Ausfälle können wir richtig gut auffangen. Das ist überragend – hoffentlich bleibt es so.“

Max Moerstedt erzielte bei seinem Startelfdebüt in Frankfurt seinen zweiten Saisontreffer für die TSG

Statistisch in allen Bereichen vorn

Am Ende bestätigten die statistischen Werte mit 53%:47% Ballbesitz, 53%:47% Zweikämpfen, 10:9 Torschüssen, 79%:73% Passquote und 125:118 km Laufdistanz den verdienten Auswärtssieg. Es war bereits das vierte Saisonspiel, in dem die TSG einen Rückstand in einen Sieg umwandelte. Für die Hessen war es das fünfte Spiel in Folge, in dem sie drei Gegentreffer kassierten.

Aufstellungen:

Eintracht Frankfurt: Kaua Santos – Collins (72. Amaimouni-Echghouyab, Koch, Amenda -Kristensen, Skhiri, Chaibi (61. Larsson), Brown – Doan, Uzun (61. Knauff) – Kalimuendo (72. Bahoya)
TSG Hoffenheim: Baumann – Coufal, Ozan Kabak, Hajdari, Bernardo – Avdullahu, Burger – Kramaric (66. Prömel), Prass – Asllani (90.+2 Damar), Moerstedt (76. Bebou)
Tore: 1:0 Kalimuendo (18.), 1:1 Moerstedt (52.), 1:2 Ozan Kabak (60.), 1:3 Amenda (65., Eigentor)
Schiedsrichter: Jablonski (Bremen)
Zuschauer: 58.500

Stimmen der Trainer:

TSG-Cheftrainer Christian Ilzer bleibt mit seinem Team weiterhin in der Erfolgsspur

„Mit dem Rückstand wurde es bei uns besser“

TSG-Coach Ilzer

Christian Ilzer (Hoffenheim): „Wir haben zu Beginn nicht unser bestes Spiel gezeigt, aber mit dem Rückstand wurde es besser. In der zweiten Hälfte haben wir nochmal eine große Steigerung gezeigt. Wir haben die Szenen in der Pause klar angesprochen. Nach dem 3:1 haben wir weiterhin die Kontrolle übers Spiel gehabt. Wir haben gewisse Entscheidungen getroffen und Dinge durchgezogen im Frühjahr und im Sommer. Das ist die Basis für unseren aktuellen Erfolg.“

„Mit dem ersten Gegentor konnten wir nicht mehr dagegenhalten“

Frankfurts Interimstrainer Schmitt)

Dennis Schmitt (Frankfurt): „Es war ein verdienter Sieg für Hoffenheim. Eigentlich kommen wir gut ins Spiel, haben gute Umschaltsituationen und gehen dadurch auch in Führung. Danach hatten wir etwas Glück bei zwei defensiven Situationen. In der Halbzeit haben wir klar analysiert, was auf uns zukommen wird. Mit dem ersten Gegentor konnten wir nicht mehr dagegenhalten.“

Nachholspiel in Bremen

Bereits am Dienstag steht für die Hoffenheimer das nächste Auswärtsspiel auf dem Programm. In einer Nachholpartie gastiert die Ilzer-Truppe um 20:30 Uhr beim SV Werder Bremen und kann mit einem weiteren Erfolg ihren dritten Tabellenplatz hinter Bayern und Dortmund festigen.

Fotos: foto2press

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