„Die schönste Meisterschaft gab es 33 Jahre nach Maradona“

Für Hoffenheims Führungsspieler Østigård ist Talent nicht alles

Fußballprofi Leo Østigård wechselte im Winter am Deadline-Day auf Leihbasis von Stade Rennes zur TSG Hoffenheim. Bei der TSG hat sich der norwegische Innenverteidiger und Nationalspieler innerhalb kürzester Zeit als Führungsspieler sowie Abwehrchef etabliert. Im SPIELFELD-Interview, dem Vereinsmagazin der TSG Hoffenheim, spricht der 25-Jährige über die ersten Wochen im Kraichgau, die Meisterschaft mit der SSC Neapel und ein wegweisendes Gespräch mit Ole Gunnar Solskjær.

Hoffenheims Leo Östigard (li.) im Zweikampf mit Ivan Prtajin von Union Berlin

„Sie hören mir zu und ich höre ihnen zu, das ist die Grundvoraussetzung

Leo Østigård zur Führungsrolle

In zwei Monaten bei der TSG Hoffenheim hat Leo Østigård schon Eindruck hinterlassen im Kraichgau. Der Innenverteidiger hat sich schnell in der Startelf festgespielt und eine Führungsrolle übernommen – passend zu seiner Art, wie er im Interview verrät: „Ich bin keiner, der sich versteckt oder leise ist. Ich will die Mannschaft führen, vorangehen und kann nur dann meine beste Leistung auf dem Rasen bringen…Die Mannschaft war sehr offen dafür, dass ich meine Meinung äußere. Sie hören mir zu und ich höre ihnen zu, das ist die Grundvoraussetzung.“

TSG-Geschäftsführer Sport Andreas Schicker bei der Vorstellung von Leo Østigård

Mit 16 Jahren schon Erfahrungen im Profibereich gesammelt

Einer der Gründe dafür könnte sein, dass Østigård bereits mit 16 Jahren bei den Profis von Molde FK mittrainierte und früh Erfahrungen lernte, sich im Senioren-Fußball zu behaupten. Dass es dazu kam, verdankt der Norweger einem Gespräch mit seinem damaligen Trainer Ole Gunnar Solskjær und seiner mutigen Art. „Ich habe gefragt, was der Plan für mich ist und dass ich mit dem ersten Team trainieren will, ansonsten würde ich den Klub verlassen. Solskjær hat mein Selbstbewusstsein scheinbar gefallen, er hat mich wirklich mittrainieren lassen und ich habe einen guten Eindruck hinterlassen. Hätte ich damals nicht an seine Tür geklopft und wäre so frech und selbstbewusst gewesen, würde ich vermutlich nicht hier sitzen…Talent ist eben nicht alles.“

Leo Østigård hat sich zu einem festen Stabilisator in der TSG-Defensive entwickelt

„Eine schönere Meisterschaft als mit dem SSC Neapel gibt es nicht“

Østigård über seine Zeit in Italien beim SSC Neapel

Seinen bislang wohl größten Erfolg feierte der Norweger mit dem SSC Neapel. Mit dem italienischen Traditionsklub gewann der Verteidiger 2023 die Meisterschaft – eine einmalige und prägende Erfahrung: „Es ist ganz schwer, das zu beschreiben, weil so etwas vermutlich einmalig ist. Diese Stadt lebt den Verein und hat sich so sehr nach dem Titel gesehnt. 33 Jahre nach Maradona war es endlich so weit. Man kann mit anderen Klubs die Meisterschaft gewinnen, aber für Neapel war dieser Moment einzigartig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine schönere Meisterschaft geben kann. Wir hatten zu keinem Zeitpunkt in der Saison das Gefühl, dass uns ein anderes Team schlagen kann. Wir waren wie in einem Rausch.“

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In der April-Ausgabe des SPIELFELD-Magazins wird zudem unter anderem Neuzugang Gift Orban portraitiert, Umut Tohumcu beantwortet Fragen in der Kategorie „Kein Kommentar“ und der SV Hilsbach wird in der Serie „Unsere Nachbarn“ vorgestellt.

PM: TSG Hoffenheim
Fotos: Kraichgaufoto

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