Eindrucksvoller 3:0-Sieg der Stuttgarter gegen völlig überforderte Hoffenheimer

Torhüter Baumann verhinderte eine noch höhere Niederlage

Das Nachbarschaftsduell zwischen der TSG Hoffenheim und dem VfB Stuttgart verlief selten einseitiger als an diesem 26. Bundesliga-Spieltag. Die Gäste aus der Landeshauptstadt siegten durch die Treffer von Millot (16.), Guirassy (45.+1) und Leweling (68.) hochverdient mit 3:0 (2:0) und festigten ihren Champions League-Platz 3 eindrucksvoll. Für den VfB war es nach acht ungeschlagenen Spielen in Folge zugleich der erste Auswärtssieg in Sinsheim seit 2013. Der Frust bei den Kraichgauern, die überhaupt kein Mittel gegen die starken Schwaben fanden, war entsprechend groß. Am Ende war es nach dem enttäuschenden 1:3 am letzten Spieltag in Frankfurt die zweite ernüchternde und deutliche Niederlage in Folge, die das Team von Trainer Matarazzo auf den 8. Platz abrutschen ließ. Die einzigen Lichtblicke bei den Blau-Weißen waren Torhüter Baumann, der mit tollen Paraden eine noch höhere Niederlage verhinderte, und der junge Drexler, der bei seinem Startelfdebüt in der Innenverteidigung mutig und entschlossen zur Sache ging.

Die Hoffenheimer blau-weiße Südkurve war farbig zweigeteilt

„Wir haben aktuell einen Lauf und ein gewisses Selbstverständnis“

VfB-Trainer Hoeneß

Für Hoeneß war es natürlich etwas ganz besonderes, gleich bei seinem ersten Auswärtsspiel als VfB-Coach in Sinsheim so einen überzeugenden Dreier zu entführen: „Die erste Halbzeit gehört zu den besten, die wir in dieser Saison gezeigt haben. Es ist viel aufgegangen von dem, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben wenig zugelassen und sehr viele Chancen erspielt. Es war eine Top-Leistung der Jungs. Wir haben aktuell einen Lauf und ein gewisses Selbstverständnis, dann kommen auch solche Leistungen zustande.“

Zeigte eine gute Leisttung bei seinem Startelfdebüt: Hoffenheims Drexler (li.) hier gegen Undav

Zum Spielverlauf:

Die Gäste dominierten von der Beginn an das Geschehen und hatten bereits nach elf Minuten durch Millot und im Anschluss durch Ito die Führung auf dem Fuß. Doch beide Male war bei Torhüter Baumann Endstation.

Millot und Guirassy bringen Stuttgart 2:0 in Führung

Nur fünf Minuten später war jedoch auch er machtlos, als die Gäste nach einer langen Ballbesitzphase durch Millot, der frei vor Baumann flach ins linke Toreck schob, 1:0 in Führung gingen (16.). Die Rot-Weißen machten weiter Druck und hatten erneut durch Millot (24. und 25.) zwei weitere gute Möglichkeiten. Die Gastgeber konnten kaum für Entlastung sorgen und mussten sich dem ständig anrennenden Gegner erwehren. Kurz vor der Pausenpfiff erhöhte Top-Torjäger Guirassy auf Vorarbeit von Undav mit seinem 22. Saisontreffer auf 2:0 (45.+1).

Erneut war bei TSG-Keeper Baumann Endstation

Leweling macht mit dem 3:0 den Deckel drauf

Auch in den zweiten 45 Minuten änderte sich nichts am Spielverlauf. Nach einer Minichance für den erstmals für die A-Nationalmannschaft nominierten Stürmer Beier, der während der gesamten Partie von der VfB-Abwehr komplett aus dem Spiel genommen wurde (53.), verhinderte auf der anderen Seite Baumann mit einer Blitzreaktion gegen Undav den dritten Gegentreffer (63.). Doch dieser ließ nicht lange auf sich warten. Nach einer Ecke landete der Ball beim völlig freistehenden eingewechselten Leweling, der mit einem Schuss ins lange Eck auf 3:0 erhöhte (68.). Die beste Torchance der Gastgeber hatte der eingewechselte Kramaric, der sich links durchgesetzt hatte und aus spitzem Winkel den Querbalken traf (74.). Die letzte Chance der Partie vergab auf der anderen Seite Lewling, so dass es beim verdienten 3:0-Sieg der Schwaben blieb.

Großer Jubel bei den vielen Gästefans

Während die Gäste mit ihren schätzungsweise 13.000 mitgereisten Anhängern euphorisch den 18. Saisonsieg feierten, herrschte bei den niedergeschlagenen Hoffenheimer Fans, die mit einer tollen Choreografie in blau-weiß überraschten, pure Enttäuschung. Die Analysen und Eingeständnisse für die schmerzhafte Niederlage waren bei den Protagonisten vielsagend:

TSG-Stürmer Beier hatte es gegen die starken Stuttgarter Defensivspieler schwer sich in Szene zu setzen

Uns hat Mut und Aktivität gefehlt

TSG-Kapitän Baumann

Stürmer Beier: „Wir haben nicht das an den Tag gelegt, was wir uns vorgenommen haben. Die Niederlage müssen wir akzeptieren. Wir müssen es analysieren und probieren, besser zu machen.“ Offene Worte auch vom mit Abstand besten Hoffenheimer Baumann: „Uns hat Mut und Aktivität gefehlt. Wir konnten uns einfach nicht durchsetzen. Wir hatten einen Torschuss, haben hinten viel zugelassen. Man muss durchdecken, hingehen und den Mut haben, rauszugehen. Sie machen das Feld extrem groß und so kommen wir in viele direkte Duelle.“

Typische Szene: Weghorst ist gleich von mehreren Stuttgartern umringt

„Es ist richtig frustrierend“

TSG-Angreifer Weghorst

Der zweite TSG-Angreifer Weghorst, der ohne Toraktion blieb: „Es ist richtig frustrierend. Wir hatten keine Kontrolle, Stuttgart war sehr dominant.“ Neidlos anerkennen musste auch Trainer Matarazzo die deutliche Niederlage gegen seinen ehemaligen Klub: „Es war ein hochverdienter Sieg für Stuttgart, auch in der Höhe. Es lag an einer starken VfB-Mannschaft, aber auch an uns. Die erste Hälfte war zu mutlos, unser Ansatz war ein anderer. Wir haben uns aber nicht häufig genug durchsetzen können und zu wenige Chancen herausgespielt.“

Aufstellungen:

TSG Hoffenheim: Baumann – Drexler, Grillitsch, Akpoguma (46. Nsoki) – Kadeřábek (78. Skov), Stach (67. Becker), Tohumcu, Jurásek – Bebou (67. Bülter), Weghorst (67. Kramarić), Beier
VfB Stuttgart: Nübel – Vagnoman, Anton (83. Stergiou), Ito, Mittelstädt – Stiller, Karazor – Millot (75. Jeong), Undav (64. Leweling), Führich (75. Silas) – Guirassy (83. Dahoud)
Tore: 0:1 Millot (16.), 0:2 Guirassy (45.+1), 0:3 Leweling (68.)
Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel)
Zuschauer: 30.150 (ausverkauft)

Nach der Pause geht’s zum Spitzenreiter

Am nächsten Wochenende ruht aufgrund der Länderspielpause der Ligaspielbetrieb. Für die TSG geht es weiter am Karsamstag (30. März – 15:30 Uhr) mit dem Gastspiel beim bisher ungeschlagenen Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen.

Fotos: Kraichgaufoto

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