Erster Heimsieg über den Angstgegner und Big-Point in Richtung Europacup

Hoffenheims etabliert sich in der Spitzengruppe

Die TSG Hoffenheim bleibt nach einem 1:0-Heimerfolg über Bayer 04 Leverkusen weiter auf Europapokalkurs. Die Kraichgauer, die zuvor in der Bundesliga noch nie zu Hause gegen die Rheinländer gewinnen konnten, bauen ihre Rekord-Heimserie auf 13 Begegnungen ohne Niederlage aus. Die letzten vier Heimspiele wurden allesamt gewonnen, das gelang der TSG bisher nur einmal in der ersten Bundesliga-Saison 2008/09.
Stürmer Sandro Wagner hat seine 519-minütige Torflaute in der 62. Minute mit dem ´Tor des Tages` beendet und hält sein Team weiter auf Kurs im Rennen auf die erste Teilnahme auf internationaler Bühne. Mit seinem elften Saisontreffer ist Wagner bester TSG-Torschütze, trifft zum sechsten Mal zum 1:0 und erzielt das 250. Bundesliga-Heimtor für Hoffenheim.
Für die Werkself verringert sich nach dem sechsten sieglosen Pflichtspiel in Folge der Abstand zu Relegationsplatz 16 auf nur noch vier Punkte. Abstiegssorgen statt Europapokalträume – so schnell kann es gehen.

Kerem Demirbay wird hier elfmeterreif zu Fall gebracht - doch die Pfeife von Schiri Gräfe blieb stumm

Zuschauer kamen bei bester Stimmung voll auf ihre Kosten

Im Vorfeld wurde die Partie des 25. Spieltages von der 1899-Presseabteilung als ausverkauft vermeldet. bwa-sport.de schrieb deshalb vom zweiten vollen Haus der Saison, was es dann bei 28.117 Zuschauer doch nicht wurde. Ausverkauft war das Heimkontinent, der Gästeblock blieb mit 833 Gästefans nicht mal zu einem Drittel besetzt. Das tat der Stimmung keinen Abbruch, im Weitenrund ging es wie auf dem Spielfeld munter zur Sache. Beide spielstarken Mannschaften starten mit reichlich Offensivpower und lassen so den Funken schnell vom Spielfeld auf die Ränge überspringen. Noch nie in dieser Saison standen bereits nach vier Minuten alle Blau-Weiß-Sympathisanten auf, um das Heimteam moralisch anzufeuern. Die begeisternde Stimmung schwappt schnell von Südkurve über zur Haupttribüne, Gegengeraden und Nordkurve. Auf dem Spielfeld entwickelt sich ein ständiges Hin und Her, beide Torhüter können sich über Unterbeschäftigung nicht beklagen.

Leverkusen in der ersten Hälfte mit Vorteilen

Leverkusen ist im ersten Abschnitt das etwas aktivere Team mit den klareren Chancen: Zunächst köpft Admir Mehmedi nach Hilbert-Flanke links vorbei (13.), dann verhindert Torhüter Oliver Baumann mit zwei tollen Paraden zunächst bei einem abgefälschten Schuss von Kampl (23.) und wenig später bei einem Schuss von Bellarabi (39.) den drohenden Rückstand. Hoffenheims beste Chancen vergibt der Ungar Adam Szalai aus kurzer Distanz direkt vor Torhüter Bernd Leno (33.) und in der letzten Aktion vor dem Pausenpfiff, als er allein vor dem Tor erneut am reaktionsschnellen Schussmann scheitert (45.) Dazwischen schießt Wagner mit einem Drehschuss aus zwölf Metern direkt auf den mit Gesichtsmaske spielenden Leno. Es war eine abwechslungs- und temporeiche erste Halbzeit - mit 20 Torschüssen (8:12)!

Erstmals siegten die Kraichgauer zu Hause in der Bundesliga über die Rheinländer

Wagner beendet mit kuriosem Treffer seine Torflaute

Im zweiten Abschnitt übernehmen die Gastgeber zunehmend die Initiative. Nachdem Szalai mit dem Hinterkopf knapp übers Tor köpft (54.), bringt Wagner die TSG mit einem kuriosen Treffer in Führung. Der fleißige Steven Zuber, der wieder für die Schweizer Nationalmannschaft berufen wurde, flankt von links, Wagners Abschluss aus vier Metern zentraler Position wäre eigentlich links vorbei gegangen, doch der fallende Leno lenkt den Ball mit der Hacke ins eigene Tor!

Hoffenheim mit zunehmender Spieldauer immer dominanter

Hoffenheim in der Folge jetzt das aktivere Team mit den besseren Chancen. Bei den Gästen werden die Beine zunehmend schwerer, die Strapazen vom Champions-League-Aus drei Tage zuvor bei Atletico Madrid kommen spürbar zum Tragen. Aufregung in der 75. Minute, als der lauffreudige Kerem Demirbay in den Strafraum eindringt und von Kevin Kampl strafstoßreif zu Fall gebracht wird. Doch die Pfeife des ansonsten souverän und gut leitenden Schiri Manuel Gräfe blieb stumm. Demirbay gegenüber bwa-sport.de in der Mixeszone kurz nach Spielende: "Ich dringe in den Strafraum ein und werde zu Fall gebracht. In so einer Situation lässt man sich nicht einfach fallen. Die TV-Bilder werden es zeigen."

Chicharito hat den Ausgleich auf dem Fuß

Gäste-Trainer Tayfun Korkut reagiert, bringt in der Schlussphase mit den Stürmer Chicharito und Stefan Kießling (der in Erinnerung an sein legendäres Phantomtor gnadenlos ausgepfiffen wird) neue Kräfte. Die größte Bayer-Chance in der gesamten zweiten Hälfte bietet sich in der dritten Minute der Nachspielzeit Chicharito, der im Strafraum frei zum Schuss kommt, doch überhastet übers Tor ballert.

Den Abstand auf die Verfolger vergrößert

Durch den erneuten Heimsieg setzen die Nagelsmänner auf Platz vier ihren positiven Lauf fort und etabliert sich in der Spitzengruppe, mit einem Punkt hinter Borussia Dortmund und vier Zähler hinter RB Leipzig. Nach der Länderspielpause gastieren die Nordbadener am Freitagabend (31. März) bei der heimstarken Berliner Hertha, die als Tabellenfünfter mit fünf Punkten Rückstand hinter ihnen rangiert.

Fotos: Kraichgaufoto

Pirmin Schwegler mit dem öffnenden Pass in die Spitze, Steven Zuber (re.) bereitet den Siegtreffer in dieser Szene mustergültig vor, Andrej Kramaric enteilt seinem Gegenspieler, Kerem Demirbay (li.) war laufstärkster Hoffenheimer, Benjamin Hübner klärt per Kopf gegen zwei Leverkusener, Oliver Baumann war erneut sicherer Rückhalt für sein Team, Baumann klärt vor Kevin Volland (li.). Niklas Süle braucht nicht eingreifen., und Jeremy Toljan in Aktion

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