SVS möchte sich für 0:4-Hinspielniederlage revanchieren
Nach über zwei Monaten ist auch die Winterpause in der Regionalliga Südwest beendet. Zum Pflichtspielauftakt des Jahres empfängt der SV Sandhausen am Samstag um 14 Uhr die nur fünf Kilometer entfernten Nachbarn des FC-Astoria Walldorf im Stadion am Hardtwald. Der SVS möchte sich im Derby des 21. Spieltages nicht nur für die schmerzhafte 0:4-Hinspielniederlage revanchieren, sondern vor allem die Chance wahren, nochmal ins Aufstiegsrennen eingreifen zu können.

„wir wollen da sein, wenn sich die Möglichkeit doch noch bietet“
SVS-Kapitän Pascal Testroet
Bei noch 14 ausstehenden Partien und acht Punkten Rückstand zum Tabellenführer SGV Freiberg bzw. sieben Punkten zum Zweiten aus Großaspach dürfen sich nicht mehr viele Ausrutscher erlaubt werden. Bei sechs Siegen aus den letzten sieben Spielen vor der Winterpause kam das Team von Trainer Olaf Janßen immer besser in Fahrt und verbesserte sich nach einem holprigen Saisonstart bis auf Tabellenrang 5. Kapitän Pascal Testroet schätzt die Lage wie folgt ein: „Es ist Quatsch, Kampfansagen zu machen, aber wir wollen da sein, wenn sich die Möglichkeit doch noch bietet. Deshalb müssen wir unsere Hausaufgaben machen.“


Vier kamen – zwei gingen
Janßen bieten sich einige personelle Alternativen mehr im Vergleich zum Ende des vergangenen Jahres, zwei Abgängen stehen vier Neuzugänge gegenüber und einige Spieler kehrten aus dem Lazarett zurück. Als Neuzugänge verkündete der SVS in der Winterpause den Flügelspieler Nico Nollenberger vom FC Memmingen, die Stürmer Marvin Schulz (62 Torbeteiligungen in 79 Oberligaspielen für Preußen Münster II) und Robert Ramsak von RB Leipzig sowie Abwehrspieler Gaoussou Dabo von Bayern Alzenau. Dabo wird jedoch wegen Oberschenkelproblemen genauso wie Yannick Osee noch verletzungsbedingt ausfallen und damit der personell schon letztes Jahr dünn besetzten Abwehr noch nicht auf Anhieb helfen können, allerdings zeigte sich die Defensive in den letzten Ligaspielen deutlich stabiler.


Mehr Alternativen in der Offensive
In der Offensive hat Janßen mit Schulz und Ramsak nun Alternativen zum bisherigen Alleinunterhalter Testroet, der 15 mal traf. Nachwuchsstürmer Julian Bürkle wurde in der Winterpause an den FC Nöttingen ausgeliehen und Flügelspieler Jannik Graf verkündete überraschend sein Karriereende. Der im Sommer nach Sandhausen gewechselte Graf zog sich eine schwere Knieverletzung zu und konnte kein Spiel für den SVS bestreiten.

„wir auf einem sehr guten Weg“
SVS-Coach Olaf Janßen
Die im alten Jahr länger ausgefallenen Benedikt Wimmer, Yanis Outman, Melvin Ramusovic und Leon Ampadu kamen bei der Generalprobe im letzten Testspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth II wieder zum Einsatz und Janßen konnte nach dem 4:0 ein positives Fazit ziehen: „Es war unser wichtigstes Vorbereitungsspiel vor Walldorf und wir haben gezeigt, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. Gegen den Ball haben wir extrem gearbeitet und im Verlauf sogar noch an Intensität zugelegt. Offensiv war es phasenweise ein Abnutzungskampf, aber die Mannschaft ist klar geblieben und hat sich die Tore konsequent erarbeitet.“ Zu Dabo und Osee ins Lazarett der angeschlagenen Spieler muss sich vorerst Berk Inaler gesellen, der sich im Spiel gegen Fürth vermutlich eine Muskelverletzung zuzog.
Walldörfer Erfolgswelle
Das überraschende 4:0 des FCA Walldorf gegen den über Jahrzehnte übergroßen Nachbarn SV Sandhausen am 4. Spieltag war der Auftakt zu einer Erfolgswelle, welche die Walldörfer nach 13 Spieltagen bis auf Rang 3 der Tabelle spülte, aber nach einigen Niederlagen ist man zur Winterpause wieder auf Platz 8 abgerutscht.

„Das ist für jeden von uns ein richtig guter Start“
Walldorfs Trainer Andreas Schön zum Auftakt am Hardtwald
Dennoch könnte das zwölfte Regionalliga-Jahr der Walldörfer eines der erfolgreichsten werden und das unter dem neuen Trainer Andreas Schön, dem Sohn des ehemaligen Bundesligaprofis Alfred Schön, der ein ehrliches Fazit zog: „Auch wenn es spielerisch nicht schlecht gewesen ist, haben wir vor der Winterpause gemerkt, dass wir keine Profimannschaft sind.“ Mit 40 Gegentoren kassierten die Walldörfer mit die meisten in der Liga, doch körperlich und mental erholt steigt bereits die Vorfreude: „Das ist für jeden von uns ein richtig guter Start“, sagt Schön und erläutert: „Da in diesem Derby jeder von Anfang an dabei sein will, geben die Jungs vielleicht noch ein, zwei Prozent mehr Gas in der Vorbereitung.“

Überflieger Zor nicht zu halten
Über den Überflieger seines Teams, den 20-jährigen Yasin Zor, dem bisher zehn Tore und neun Vorlagen zu Buche stehen, sagte Schön in der Winterpause: „Wir sind froh, dass wir ihn noch ein halbes Jahr haben (lacht). Wir wussten schon im Sommer, als wir ihn aus der zweiten Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern geholt haben, dass ein Spieler seiner Qualität wahrscheinlich nicht lange bei uns bleibt.“ Der 32-jährige Routinier und Kapitän Marcel Carl steht bei acht Saisontoren und er traf auch beim 1:1 im abschließenden Testspiel gegen den Ligakonkurrenten FSV Mainz 05 II.
Mögliche Aufstellungen:
SV Sandhausen: Schneller – Akmestanli, Schulz, Wimmer – Kolbe, Krauße, Tarnat, Halbauer – Herrmann, Ramsak – Testroet
FCA Walldorf: Schragl – Egel, Grimmer, Thermann – Lässig, Politakis, Riehle, Zor, Waack – Carl, Kendel
AM
Fotos: foto2press













