Hoffenheim könnte Champions-League-Geschichte schreiben

Erste internationale Teilnahme

Die TSG Hoffenheim ist in der Saison 2017/18 erstmals im internationalen Fußballgeschäft vertreten. Nach dem vierten Platz der Vorsaison haben sich die Kraichgauer für die Play-Off-Spiele der Champions-League-Gruppenphase qualifiziert.  Die Nagelsmänner müssen hier mit dem FC Liverpool jedoch eine sehr hohe Hürde überwinden, um in der sowohl sportlich als auch finanziell lukrative Königsklasse des europäischen Fußballs dabei zu sein. Nach der 1:2 Hinspielniederlage am vergangenen Dienstag wird es schwer werden am nächsten Mittwoch an der Anfield Road in Liverpool sich noch für die Gruppenphase zu qualifizieren. Das gerne zitierte „Fußballwunder“ wäre hierfür von Nöten.

Die Champions-League-Hymne war für viele ein unvergeßlicher Moment beim Hinspiel in Sinsheim

Deutlicher Unterschied zwischen beiden Wettbewerben

TSG-Geschäftsführer Frank Briel sieht zwischen Champions- und Europa League finanziell große Unterschiede: „Mit Blick auf die Vergleichszahlen der Vorjahre kann man sagen, dass eine Champions League-Saison ungefähr das Doppelte bis zweieinhalbfache an Umsatz gegenüber einer Spielzeit in der Europa League bringt. Das ist natürlich auch davon abhängig, wie weit man im jeweiligen Wettbewerb kommt.“ Hoffenheims „Mann der Zahlen“ findet Liverpool als herausragendes Los und spannende Aufgabe: „Im FC Liverpool wurde für uns der größte Fisch aus dem Teich geangelt. Mannschaft und Trainerteam wurden damit für die tolle Leistung in der vergangenen Saison belohnt.“

Hoffe-Fans machen mobil und reisen zahlreich am Mittwoch nach England

Wie das kleine gallische Dorf

Sollte die sportliche Sensation dennoch gelingen und man sich gegen die Reds durchsetzen, wäre Hoffenheim in der Geschichte der Champions League der kleines Ort, der jemals daran teilgenommen hat. Seit 1992 haben 117 Städte in der Königsklasse gespielt. Istanbul mit knapp 15 Millionen Einwohner war die größte, das rumänische Urziceni mit 15.000 die kleinste. Das Kraichgau-Dorf mit rund 3.150 Einwohnern kommt sich im internationalen Vergleich vor wie das kleine gallische Dorf bei Asterix und Oberlix. Man darf gespannt sein, ob sich die Nordbadener, ähnlich wie die Comic-Helden, als besonders Unbeugsam und Kämpferisch  präsentieren.
Einen Vorgeschmack auf internationale Gegner gab es bereits in der Vorbereitung, wo, bis auf den Telekom Cup, ausschließlich gegen internationale Gegner wie Standard Lüttich,  FC Genua, Derby County und FC Bologna getestet wurde.

"Ist wie eine Belohnung"

Eine Mehrfachbelastung, die sich auf den Ligaalltag negativ auswirken könnte, sieht Geschäftsführer Briel, der vor allem für Finanzen und Organisation zuständig ist, nicht: „Von unserer Seite aus wurde das nie thematisiert. Wir haben überhaupt keine Sorge, dass die Mannschaft dem nicht gewachsen wäre. Die Jungs freuen sich auf die zusätzlichen internationalen Spiele. Für alle ist dies eine Belohnung, es ist sensationell dabei zu sein. Ich sehe es nicht als Belastung, sondern als spannend und motivierend.“

Ticketnachfrage war enorm

Die Begeisterung der Fans ist groß. Viele wollen in Liverpool dabei sein. Die Warteschlangen an den Kassenhäuschen vor der Rhein-Neckar-Arena waren lang. Innenhalb kürzester Zeit waren sowohl beim Heim- als auch beim Auswärtsspiel alle Tickets sehr schnell vergriffen. So etwas gab es bei der TSG Hoffenheim bislang noch nie. Der Wunsch sich mit den Großen auf der europäischen Bühne zu duellieren ist allgegenwärtig sehr groß.

Fotos: Kraichgaufoto und BWA

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