Hoffenheim siegt verdient mit 2:1 über Augsburg

Fehlentscheidung blieb glücklicherweise ohne Folgen

1899 Hoffenheim gewinnt das zweite Bundesliga-Heimspiel in Folge unter Trainer Julian Nagelsmann, vor der Minuskulisse von offiziell 21.092 Zuschauern, mit 2:1 gegen den FC Augsburg. Die Kraichgauer konnten dadurch den Abstand zu den Nichtabstiegsrängen etwas verkleinern. Aufgrund des unerwarteten 4:1 Erfolgs von Werder Bremen in Leverkusen bleiben die Nagelsmänner jedoch weiter auf dem vorletzten Tabellenplatz.
Zum Spiel: Zunächst brachte Kevin Volland, nach glänzender Vorarbeit von Philipp Ochs, die Kraichgauer nach 25. Minuten in Führung. Der Allgäuer beendete damit seine Ladehemmung nach unendlichen 1.083 Spielminuten. Augsburg glich per Strafstoß, nach einer Fehlentscheidung von Schiri Guido Winkmann, durch Kapitän Paul Vehaegh in der 40. Minute aus. Alexander Essweins Distanzschuss prallt Niklas Süle an die eng anliegende Hand und geht von da aus gut drei Meter am Tor vorbei. Als alles mit einem Eckball rechnet, zeigt der Unparteiische zur Überraschung aller auf den Elfmeterpunkt und gibt Süle gelb. Hoffenheim geriet nach dem unglücklichen Ausgleich völlig aus dem Konzept. Die Fuggerstädter hatten in ihrer stärksten Phase einige gute Torchancen, vor allem, wenn sie gefährlich über ihre Außen dicht vors TSG-Tor flankten.
Nach der Pause drängte 1899 mit viel läuferischem und kämpferischem Aufwand den Gegner zunehmend in dessen Hälfte, ein Angriff nach dem anderen rollt in Richtung FC-Tor. Der Lohn für die Mühen lies jedoch lange auf sich warten. Acht Minuten vor dem Ende, donnert Mark Uth eine Direktabnahme mit links, nach schöner Flanke von Andrew Kamaric, aus acht Metern mit 114 km/h unter die Torlatte zum 2:1 Sieg. Es war bereits der dritte Treffer im zweiten Heimspiel in Folge für den gebürtigen Kölner.

Für Trainer Nagelsmann war es ein ganz besonderer Tag. Bereits um 8.30 Uhr musste er zur Klausur in Physiologie und Sportmedizin antreten. Statt die Klausur in Hennef zu absolvieren, schickte der DFB extra einen Dozenten nach Zuzenhausen. Für die dreistündige Prüfung brauchte Julian Nagelsmann gerade 85 Minuten.

Für Diskussionen sorgte lange Zeit der unberechtigte Elfmeter für die Donauschwaben zum zwischenzeitlichen 1:1. Unverständnis auch beim gesperrten Sebastian Rudy im Halbzeit-Interview. Hoffenheims Mittelfeldspieler: „Ich weiß nicht, warum der Schiedsrichter da Elfmeter gepfiffen hat. Ich weiß nicht, was da in den Schiedsrichter gefahren ist. Durch solche Entscheidungen wird es doppelt schwer, um den Fehler vom Schiri wieder wettzumachen.“ Am Ende hat es dann dennoch gereicht!

Die Höhepunkte des Spiels:

  1. Minute: Schöne Vorarbeit des jungen Ochs über links zu Volland, dessen  Schuss FC-Keeper Hitz aus kurzer Distanz parieren kann.

  9. Minute: Nach Amiri-Freistoß köpft Süle knapp neben das Tor.

12. Minute: Finnbogasons Kopfball aus drei Metern entschärft Hoffenheims Keeper Baumann mit einer Glanzparade.

25. Minute: Vargas Distanzschuss aus 20 Meter geht an den linken Pfosten. Der Ball kommt zu Ochs, der uneigennützig quer auf Volland, der aus fünf Meter zum 1:0 ungehindert einschiebt.

40. Minute: Durch eine Fehlentscheidung von Schiri Winkmann gleicht Augsburg, durch einen verwandelten Strafstoß von Verhaegh, zum 1:1 aus. Das angebliche Handspiel hatte außer dem Schiri keiner gesehen.

58. Minute: Amiri sprintet über das 70 Meter und verfehlt aus 17 Meter nur knapp.

62. Minute: Hoffenheim fordert vergeblich Elfmeter, als Volland zu Fall kommt, Uth scheitert beim Weiterspielen am rechten Außenpfosten.

81. Minute: Kramaric Musterflanke von rechts donnert Uth mit links zum 2:1 in die Maschen.

82. Minute: Caiuby lenkt einen Schuss um wenige Zentimeter am Hoffenheimer Tor vorbei.

90. Minute: Bobadilla köpft aus kurzer Distanz einen Meter am Tor vorbei.
 

Stimmen der Trainer:

Markus Weinzierl (FC Augsburg):
Wir haben heute kein gutes Spiel abgeliefert. Uns fehlte nach den letzten Spielen die Frische und man hat den einen oder anderen angeschlagenen Spieler gemerkt. Das ist aber keine Ausrede. Das Beste an der ersten Halbzeit war das Ergebnis. Mit dem Elfmeter sind wir zurückgekommen. Für die zweite Halbzeit haben wir uns viel vorgenommen, wollten mehr Zugriff bekommen und besser kontern, aber das ist uns nicht gelungen. Wir haben die wenigen Kontersituationen nicht gut ausgespielt und so ist die Niederlage bitter.“

Julian Nagelsmann (TSG Hoffenheim):
Wir haben in der Halbzeit etwas umgestellt, um mit mehr Druck in die gegnerische Hälfte zu kommen. Daraufhin hat sich das Geschehen mehr in der Hälfte der Augsburger abgespielt und hinten haben wir wenig zugelassen. Wir hatten nicht viele große Chancen, aber die eine haben wir genutzt. Ich bin zufrieden und muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen. Vor allem nach dem Ende der Begegnung in Dortmund.“

Foto: BWA

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