Hopp reicht seinen Kritikern die Hand

Bereit zu vergessen, wenn es von nun an Geschichte ist

Hoffenheims Gesellschafter Dietmar Hopp war zuletzt bei verschiedenen Themen in die Schlagzeilen geraten. Zunächst gab es an den letzten Bundesliga-Spieltagen vor der Zwangspause vermehrt massive Anfeindungen aus verschiedenen Ultra-Szenen gegen seine Person. Auslöser der Eskalation war die Entscheidung des DFB-Sportgerichts, die eine Bewährung für Fans von Borussia Dortmund wegen fortgesetzter Hassplakate gegen Hopp aufgehoben und alle BVB-Anhänger für die nächsten zwei Jahre bei Auswärtsspielen in Sinsheim ausgeschlossen hatte. Diese Kollektivstrafen, die vom DFB eigentlich vor drei Jahren ausgesetzt wurde, stieß in den verschiedenen Fanszenen auf herbe Kritik und Ablehnung.

Hoffenheims Gesellschafter Dietmar Hopp ging am Samstagabend im ZDF-Sportstudio auf die Ultra-Fans zu

Vom Feinbild zum Hoffnungsträger?

Zuletzt machte der SAP-Mitbegründer als Miteigentümer des Tübinger Pharmaunternehmens CureVac auf sich aufmerksam. Das Pharmaunternehmen hofft, bis zum Herbst einen Imstoff gegen das Coronavirus auf den Markt zu bringen. Der Ausbruch der Corona-Pandemie ließ die unsäglichen Anfeindungen gegen Hopp, wie so vieles andere auch, in den Hintergrund treten. Hopp war am vergangenen Samstagabend via Videobotschaft dem ZDF-Sportstudio zugeschaltet. Wegen seines Alters, aufgrunddessen er zum gefährdeten Personenkreis der Corona-Pandemie gehört, wurde er nicht live befragt, sondern bekam vom ZDF die Fragen schriftlich geschickt, die er dann separat eingesprochen hatte.

Dietmar Hopp mit Dialog mit Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern beim letzten Heimspiel in Sinsheim

Es soll nur noch Geschichte sein

Dabei ging der Mäzen im Dauerstreit mit der Ultra-Szene in der Fußball-Bundesliga einen Schritt auf seine Gegner zu: „Mich zum Gesicht für den Kommerz zu machen, ist wirklich nicht nachvollziehbar. Leider war die Hetze so perfekt inszeniert, dass Ultras vieler Vereine mitgemacht haben. Ich will das aber alles gerne vergessen, wenn es von nun an Geschichte ist". Hopp ging auf seine vielseitigen Unterstützungen ein: „Mein soziales Engagement ist völlig unabhängig von meinem sportlichen Engagement. Und meine Investitionen in Medizin, Forschung und in den Nachwuchs Sport sind um ein vielfaches höher als im Fußball in die TSG.“ Der 79-Jährige appellierte an die Vernunft: „Mich würde es natürlich freuen, wenn diejenigen, die mich grundlos seit 13 Jahren beschimpfen, irgendwann einmal damit aufhören. Ich würde denen gerne mal meine Geschichte mit der TSG Hoffenheim erzählen, die nun schon 66 Jahre andauert. Vom Fußballspieler 1954 elf Jahre lang bis zum berufsbedingten Ende - danach nur noch Mäzen."

Für die Fanszene derzeit kein Thema

Die Fanszene in Dortmund reagierte verhalten auf die Aussagen von Hopp. In einer Stellungnahme für das Aktuelle Sportstudio sagte Jan-Henrik Gruszecki, Sprecher des Bündnisses Südtribüne: „Das Thema Dietmar Hopp ist uns zurzeit egal - das Statement von Dietmar Hopp spricht für sich." Es ist wünschenswert, dass die versöhnlichen Worte von Hopp am Samstagabend bei der Fortsetzung des Bundesliga-Spielbetriebs einen Teil zum Neuanfang beitragen würden.

Fotos: Kraichgaufoto

Hopp feiert mit den TSG-Spielern den BL-Aufstieg 2008

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