Positive Erinnerungen ans Hinspiel – TSG darf sich bei RB nicht verstecken
Den 11. Spieltag der laufenden Bundesliga-Saison wird der eingefleischte Hoffe-Fan mit Sicherheit nicht so schnell vergessen. Da gastierte beim Trainer-Debüt von Christian Ilzer in der Nachfolge von Pellegrino Matarazzo der aktuelle Tabellendritte RB Leipzig in der Sinsheimer PreZero-Arena und führte nach 67 Minuten souverän mit 3:2, ehe die Gastgeber dank einer großen Willensstärke und Energieleistung eine umkämpfte Partie nach dreimaligem Rückstand noch mit 4:3 zu ihren Gunsten wendeten. Ilzers Einstand hätte nicht besser laufen können, der Österreicher wurde entsprechend gefeiert.

„Es hatte sich abgezeichnet, dass es ein schwieriges Jahr werden wird“
Trainer Ilzer mit Blick auf das Hinspiel
Rückblickend auf sein erstes Spiel als TSG-Coach sagt Ilzer: „Das Spiel war sehr verrückt. Ein paar Dinge haben mich im positiven überrascht, aber ich habe auch einige Dinge gesehen, die noch verbesserungsfähig waren. Es hatte sich abgezeichnet, dass es ein schwieriges Jahr werden wird. Dafür arbeiten wir immer noch hart.“
Zu Hause ist der Wurm drin
Zum damaligen Zeitpunkt am 23. November konnte noch keiner erahnen, dass dies bis heute der letzte Heimsieg der Kraichgauer bleiben würde. Nach fünf Unentschieden und drei Niederlagen in der heimischen Arena stecken die Hoffenheimer weiterhin im Abstiegskampf.

Den Abstand nach unten nicht geringer werden lassen
Sieben Spieltage vor Saisonende haben die Nordbadener auf Platz 14 zwar fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, den der 1. FC Heidenheim belegt, doch angesichts des schwierigen Restprogramms und den vielen Überraschungssiegen der Abstiegskandidaten kann dieser Vorsprung schnell schmelzen.
„Bei unserem Restprogramm werden wir viel verteidigen müssen“
Ilzer zur Herangehensweise in den restlichen Partien
Auch für Ilzer ist klar, dass es bis zum Schluss eng werden wird und sich die Ausgangslage deutlich verschlechtert hat: „Für uns war die Ausgangsituation vor den vergangenen drei Partien besser. Wir haben nur zwei Punkte geholt, das ist zu wenig. Unser Restprogramm ist kein leichtes, da werden wir viel verteidigen müssen.“

Kann die TSG ihre Auswärtsstärke fortsetzen?
Am Samstag (15:30 Uhr) bietet sich den Hoffenheimern beim Auswärtsspiel in Leipzig die nächste Gelegenheit sich punktemäßig etwas Luft im unteren Tabellendrittel zu verschaffen. Hoffnung diesbezüglich macht die zuletzt deutlich erkennbare Auswärtsstärke der Ilzer-Truppe, die in der Rückrunde drei ihrer fünf Auswärtsspiele für sich entscheiden konnte. Ob diese positive Bilanz ausgerechnet bei den Sachsen eine Fortsetzung nimmt, darf angesichts der letzten Auftritte der TSG in der Red Bull Arena stark bezweifelt werden, zumal Leipzig seit acht Pflichtspielen zu Hause gegen Hoffenheim unbesiegt ist.

Löw trifft auf seinen ehemaligen Verein
Der „Brauseklub“ wird in seinem 300. Bundesligaspiel beim Heimdebüt seines neuen Trainers Zsolt Löw, der Marco Rose ablöste, besonders motiviert sein. Für den gebürtigen 45-jährigen Budapester Löw kommt es zum Wiedersehen mit dem Ex-Verein, wo er von 2006 bis 2008 als Spieler aktiv war.
„Wir beschäftigen uns mit uns“
Hoffe-Coach Ilzer zum Trainerwechsel in Leipzig
Der Trainerwechsel beim Gegner ändert für Ilzer nichts an der Vorbereitung auf das Spiel: „Wir beschäftigen uns mit uns. Die RB-Philosophie ist gleich, das hat man auch im Pokalspiel gesehen. Wir müssen uns darauf einstellen, was uns erwartet. Das ist das Wichtigste.“

Offensive verstärken ohne die Defensive zu vernachlässigen
Bei der Herangehensweise für Samstag zeigte sich der Hoffe-Trainer bei der Spieltags-Pressekonferenz mutig: „Wir haben uns defensiv stabilisiert, aber wir müssen im offensiven letzten Drittel an Lösungen arbeiten, um uns in Abschlusspositionen zu bringen. Wir wollen den Gegner unter Druck setzen. Jetzt geht es darum, dass unsere Entwicklung offensiv nach vorn geht, ohne dass wir die defensive Stabilität verlieren.“
„Leipzig ist eine Hochgeschwindigkeitsmannschaft mit enormer Qualität“
Ilzer zur Leipziger Qualität
Dass der aktuell Tabellensechste ein dickes Brett für seine Mannschaft wird, wollte er dabei nicht unerwähnt lassen: „Leipzig hat eine enorme Qualität und viel Geschwindigkeit. Wir brauchen eine gute Absicherung, damit wir keine Kontersituationen zulassen. Leipzig ist eine Hochgeschwindigkeitsmannschaft mit enormer Qualität““

Hlozek und Moerstedt wieder ein Thema
Gut möglich, dass der zweifache Torschütze aus dem Hinspiel Adam Hlozek nach längerer Verletzungspause noch rechtzeitig in den Kader rückt. Er hat in den vergangenen Tagen individuell gearbeitet, wobei sein Fuß nicht auf die starken Belastungen reagiert hat. Eine endgültige Entscheidung wird, wie bei Sturmkollege Max Moerstedt, beim Abschlusstraining fallen.
Fotos: Kraichgaufoto