Kurpfälzer vom Verletzungspech gebeutelt
Der SV Sandhausen befindet sich weiter im Höhenflug und hat nach dem 1:0-Erfolg beim FC Homburg die Vorrunde in der Regionalliga Südwest mit vier Siegen in Folge ohne Gegentor beendet. Zum Rückrundenauftakt gastieren die Kurpfälzer am Freitagabend um 19 Uhr beim FSV Frankfurt, wo man sich für die 1:2-Niederlage zum Saisonauftakt revanchieren möchte.

Verfolgerduell in der Mainmetropole
Der Rückstand des SVS auf die Tabellenspitze ist auf fünf Punkte geschrumpft, womit das Spiel bei der zweiten Kraft hinter der Eintracht aus der Mainmetropole zum Verfolgerduell avanciert. 20 Punkte haben die Kurpfälzer aus den letzten neun Spielen errungen nach zuvor sieben Punkten aus acht Spielen.

Große Verletzungssorgen im Defensivbereich
Doch in der PSD Bank Arena am Bornheimer Hang wartet eine hohe Hürde: Der FSV Frankfurt rangiert auf Platz 3 der Tabelle und der SVS wird auch in diesem Spiel stark ersatzgeschwächt ins Rennen gehen, auch wenn Mittelfeldspieler Phil Halbauer nach Ablauf seiner Sperre wieder dabei sein kann. Mit Pablo Zahnen-Martinez wird neben den verletzten Yannick Osee und Benedikt Wimmer nach seiner Gelb-Roten Karte in Homburg auf jeden Fall ein dritter Abwehrspieler in der ohnehin dünn besetzten Verteidigung ausfallen. Mit Teoman Akmestanli musste ein weiterer Defensivakteur nach dem harten Einsteigen eines Homburgers mit einer Oberschenkelprellung ausgewechselt werden. Für ihn debütierte mit dem 18-jährigen Leonardo Zikora ein U19-Akteur der Sandhäuser, der seine Sache in der Abwehr „sensationell“ machte, sagte SVS-Trainer Olaf Janßen.

Winterpause wird herbeigesehnt
Man hofft darauf, dass neben Akmestanli mit Robin Krauße der ebenfalls angeschlagene Routinier, der in die Abwehr rücken könnte, zurückkehrt, aber man wird sich am Hardtwald auch die Winterpause herbeisehnen. Dem nicht genug musste auch Torjäger Pascal Testroet mit Wadenproblemen ausgewechselt werden und droht auszufallen. In Homburg hatte Janßen gerade mal 12 einsatzfähige Feldspieler zur Verfügung und füllte den Kader mit U19-Akteuren, die ständig mittrainieren und das volle Vertrauen haben, auf.

„Seit einigen Wochen sind wir echt brutal unterwegs“
SVS-Coach Olaf Janßen
Alles Umstände, die Janßen über sein leidenschaftlich verteidigendes Team noch mehr schwärmen ließ: „Wir sind natürlich überglücklich, gerade wenn man sich unsere Personaldecke anschaut. Seit einigen Wochen sind wir echt brutal unterwegs, weil wir uns nicht auf die Fahne geschrieben haben, dass wir verteidigen müssen, sondern es lieben wollen zu verteidigen. Und genau deshalb konnten wir jetzt vier Spiele zu null spielen und die Siege einfahren. Ich bin brutal stolz auf die Mannschaft, weil wir in der ersten Halbzeit ein überragendes Spiel gemacht haben – sowohl von der Anlage, wie wir fußballerisch unterwegs waren, als auch davon, dass wir die Kette so hoch wie möglich geschoben haben. Normalerweise hebe ich keinen Spieler heraus, aber was Kwabe Schulz heute alles abgelaufen hat, für welche Zweikämpfe er sich entschieden hat und wie er diese in höchster Not verteidigt hat – das ist herausragend.“

Schulz steht symbolisch für den aktuellen Aufschwung
Der verbesserte Schulz traf auch nach einem Patzer des Homburger Torhüters zum Tor des Tages und steht wie kein anderer für den Aufschwung, allerdings ist es momentan eine kollektiv herausragende Leistung, bei der die neue Mannschaft mehr und mehr die Vorstellungen ihres Coaches umsetzt.

Harnafi ist für Frankfurt ein Volltreffer
Während der SVS als einzige Mannschaft in der ersten Tabellenhälfte mit 29:32 Treffern aufgrund des Saisonstarts noch ein negatives Torverhältnis aufweist, stellt der FSV Frankfurt bei 29:18 Toren die zweitbeste Defensive der Regionalliga. Der aus Aachen zum FSV gewechselte und bei Borussia Mönchengladbach ausgebildete Ismail Harnafi ist ein Volltreffer und hat mit seinem Spielwitz bereits einige Tore vorbereitet und deren acht erzielt. Im Sturm ist weiterhin Verlass auf den 32-jährigen letztjährigen holländischen Torschützenkönig Cas Peters, der wie Birkan Celik fünf Tore erzielte.

FSV schielt nach oben
Nach dem 6. Platz in der Vorsaison scheinen die Hessen diesmal um den Aufstieg in die 3. Liga mitmischen zu können und könnten mit einem Heimerfolg am Freitagabend vorübergehend bis an die Tabellenspitze klettern (vorausgesetzt Großaspach gewinnt nicht), doch der SVS könnte seinerseits mit drei Punkten mit dem FSV gleichziehen.

Mögliche Aufstellungen:
FSV Frankfurt: Held – Hildmann, Gottwalt, Fisher, Kemper, Weißmann – del Vecchio, Farouk, Celik – Harnafi – Peters
SV Sandhausen: Schneller – Akmestanli, Schulz, Zikora (Krauße) – Kolbe, Inaler, Tarnat, Halbauer – Mamutovic, Herrmann – Testroet (Wagner)
AM
Fotos: foto2press













