Nach der Walldorf-Pleite ist gegen Freiburg Wiedergutmachung angesagt

Kurpfälzer wollen den zweiten Saisonsieg einfahren

Im Heimspiel des 5. Regionalliga-Spieltags empfängt der SV Sandhausen am Sonntag um 14 Uhr den SC Freiburg II. Der Drittligaabsteiger vom Hardtwald zeigt sich nach dem Neuanfang noch unbeständig und ließ dem verdienten 3:2-Heimsieg gegen Hessen Kassel eine überraschende 0:4-Klatsche im Derby beim benachbarten und bis dato noch sieglosen FCA Walldorf folgen, was am Sonntag ausgebügelt werden soll.

Enttäuschung bei SVS-Kapitän Pascal Testroet nach der Derby-Niederlage in Walldorf

„Wir dachten, wir sind weiter auf unserem Weg

SVS-Kapitän Testroet

Kapitän Pascal Testroet, gegen Kassel noch zweifacher Torschütze, nach der Niederlage in Walldorf: „Das war heute mit und gegen den Ball zu wenig. Das tut weh und ist maximal enttäuschend. Wir dachten, wir sind weiter auf unserem Weg. Das war ein Schlag voll in die Fresse. Wir werden es analysieren und aufrichten, das verspreche ich jedem SVS-Fan. Dann hoffe ich, dass wir gegen Freiburg genauso gut unterstützt werden wie auch heute“.

Sandhausens Jahn Herrmann treibt den Ball nach vorn

Zu viele Gegentore

Der Belastung der drei Spiele in sieben Tagen und intensiven Laufleistungen im DFB-Pokal-Fight gegen Leipzig und gegen Kassel mussten die Kurpfälzer gegen Walldorf, die unter der Woche kein Spiel bestritten, wohl doch etwas Tribut zollen. Doch allgemein kassiert man noch zu leicht Gegentore und zu viele bei elf in vier Spielen, von denen man drei verlor.

Personaldecke wird zunehmend dünner

Angriffen über die Flügel hatte man gegen die Walldörfer zu wenig entgegenzusetzen. Nun hat man wieder mehr Vorbereitungszeit und hofft zugleich, dass sich das Lazarett noch etwas lichtet. Mittelfeldspieler betreffend sucht den SVS das Pech heim und wird die Personaldecke im mit 22 Spielern eh schmal besetzten Kader immer dünner: Neben den bereits seit Saisonbeginn ausgefallenen Yannis Outman, David Mamutovic und Jannik Graf standen nun auch Berk Inaler wegen muskulären Problemen und Leon Ampadu wegen einer Knieverletzung nicht zur Verfügung.

So hatte man sich am Hardtwald den Saisonstart nicht vorgestellt: Von links: Leon Ampadu, Kwabe Schulz und Teoman Akmestanli

Einsatzchancen für U19-Akteure

Dem nicht genug sah Flügelspieler Denis Pfaffenrot in Walldorf nach einem wiederholten Foulspiel die Gelb-Rote Karte und muss gegen Freiburg ebenfalls ersetzt werden, wodurch der ein oder andere Spieler aus der U 19 in den Spieltagskader rücken wird.

Ziel ist eine kompakte Einheit zu formen

Trotz des mäßigen Saisonstarts gab das junge Janßen-Team mit spielstarken und engagierten Auftritten schon berechtigten Anlass zu Hoffnungen – und wer weiß, vielleicht behält der ehemalige Trainer des FCA Walldorf Matthias Born auch ein zweites Mal mit seiner Tendenz Recht, nachdem er vor dem Derby orakelte: „Ich tippe auf einen 2:1-Sieg für Walldorf und dass am Saisonende der SV Sandhausen aufgestiegen ist.“ Doch zunächst mal beträgt der Rückstand zur Tabellenspitze neun Punkte und der Fokus kann nur darauf gerichtet sein, aus 21 neuen Spielern eine dauerhaft kompakte Einheit zu formen.

Sandhausens Louis Kolbe (vorne) im Laufduell mit Kassels Frederic Brill

Breisgauer Talentschmiede

Der SC Freiburg II musste letztes Jahr nach drei Spielzeiten in der 3. Liga wieder den Weg in die Regionalliga antreten, wo man unter Trainer Benedetto Muzzicato den 7. Platz belegte.  Zur neuen Saison wechselte Muzzicato zum Drittligisten aus Aachen und der bisherige Trainer der U19 Bernhard Weis übernahm die Talentschmiede des Bundesligisten in der Regionalliga.

Können die SVS-Fans gegen Freiburg II am Sonntag den zweiten Heimsieg feiern?

Holpriger Saisonstart

Obwohl die Breisgauer zum erweiterten Kreis der Anwärter auf einen vorderen Platz zählen, fiel der Start ähnlich holprig wie in Sandhausen aus. Bei zwei Niederlagen und einem Unentschieden gelang der einzige Sieg im heimischen Dreisamstadion, der ehemaligen Bundesliga-Spielstätte, bei dem der ebenfalls hochgehandelte FC Homburg 5:3 besiegt wurde.

„Wir kriegen ganz einfach zu viele Gegentore“

SC-Coach Weis

Bei der 2:4-Heimniederlage gegen den starken Aufsteiger aus Großaspach befand sich das Team von Weis am vergangenen Sonntag bereits früh auf der Verliererstraße und hinterließ einen enttäuschten Trainer: „Wenn du nach 20 Minuten 0:3 hinten liegst und gefühlt keinen Zweikampf gewonnen hast, dann wird’s richtig eklig. Wir kriegen ganz einfach zu viele Gegentore.“ Top-Torjäger Yann Sturm wurde an den FC Ingolstadt ausgeliehen, doch ansonsten kann Weis auf einen Kader ohne allzu große Veränderungen um den routinierten ehemaligen Unterhachinger Stürmer Mathias Fetsch setzen. 20 des 28 Spieler umfassenden Kaders sind 20 Jahre oder jünger.

Eckfahne im Hardtwaldstadion mit dem vielsagenden Spruch: Wir! Echt anders.

Mögliche Aufstellungen:

SV Sandhausen: Lyska – Akmestanli, Schulz, Osee – Kolbe, Ramusovic, Tarnat, Halbauer – De Meester, Herrmann – Testroet
SC Freiburg II: Jantunen – Steinmann, Atemkeng, Ogbus, Schopper – Rüdlin, Wagner – Tarnutzer, Zelic, Tober – Fetsch

AM
Fotos: foto2press

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