Nagelsmann mit gutem Bauchgefühl

Hoffenheim ist in Braga zum Siegen verdammt

Die TSG Hoffenheim bestreitet am Donnerstagabend (21.05 Uhr) bei Sporting Braga ihr ers­tes von zwei End­spie­len in der Eu­ro­pa-Le­ague für den Einzug in die Zwischenrunde, an der 32 Teams teilnehmen. Fakt ist: Bei einer Niederlage in Portugal ist die erstmalige Europapokal-Teilnahme vorzeitig beendet. Im Idealfall erreicht Hoffenheim mit zwei Siegen gegen Braga und im Heimspiel gegen Ludogorets am 6. Gruppen-Spieltag (7. Dezember) die nächste Runde. Dabei gibt es eine Einschränkung: Wenn Ludogorets am Donnerstag die zeitgleiche Partie gegen Istanbul gewinnt, muss die TSG den direkten Vergleich gegen Braga für sich entscheiden, um sicher den zweiten Gruppenplatz hinter Ludogorets zu belegen.

Trainer Nagelsmann hatte bei der Pressekonferenz ein gutes Bauchgefühl

Kennen ihrer Stärken

Bei der Abschlusspressekonferenz in Braga sagte TSG-Trainer Julian Nagelsmann über den Gegner: „Braga wird wahrscheinlich nicht sehr hoch verteidigen. Sie stehen eher tief und spielen schnell in die Spitze. Sie wollen das Mittelfeld überbrücken und vorne über die Außen kommen. So spielen sie das im Normalfall. Sie haben Stärken, die wir aber genau kennen. Wir haben einen Plan, wie wir dagegen ankommen wollen."

Nagelsmann ist optimistisch

Trotz allem hat der TSG-Coach ein gutes Baumgefühl für die Donnerstagabendpartie: „Ich bin gut gelaunt und locker, habe aber die nötige Ernsthaftigkeit. Wenn sich die Spieler ansatzweise so fühlen wie ich, dann sieht es für uns morgen nicht so schlecht aus. Die Mannschaft hat die vergangenen beiden Tage gut trainiert und auch gegen Frankfurt in der zweiten Halbzeit gezeigt, dass sie unbedingt gewinnen will. Deshalb bin ich optimistisch. Mein sehr positives Bauchgefühl kann ich aber nicht bis ins letzte Detail erläutern. So ist das mit einem Bauchgefühl."

Beeindruckendes und zugleich außergewöhnliches Estádio Municipal de Braga

Magen-Darm-Virus legt Wagner flach

Nicht dabei im Mannschaftsflieger, der am Mittwochmorgen vom Baden-Airport in Richtung Francisco Sa Carneiro Airport Porto aufbrach, waren gleich drei Spieler, die sich einen Magen-Darm-Infekt eingefangene hatten. So fehlen im wichtigen Auswärtsspiel Sandro Wagner, Eugen Polanski und Robin Hack. Besonders schmerzhaft ist der Verlust von Zentralstürmer Wagner, der im Hinspiel bei der 1:2-Heimniederlage das erste Hoffenheimer Tor in diesem Wettbewerb erzielte.

Zwei Innenverteidiger fehlen - einer kommt wieder hinzu

Des weiteren fehlt Innenverteidiger Benjamin Hübner, der weiterhin mit Knieproblemen zu kämpfen hat. Der zuletzt stark spielende Innenverteidiger Kevin Akpoguma steht ebenfalls nicht zur Verfügung. Der 22-Jährige war nach dessen Halswirbelbruch nicht für die Europa League gemeldet worden. Dafür steht Ermin Bicakcic wieder im Kader. Der Innenverteidiger hatte sich im Hinspiel eine Kreuzbanddehnung zugezogen und bestritt seither kein Spiel mehr für die TSG. Nicht nur „Eisen-Ermin“ denkt ungern ans Hinspiel am 14. September zurück, in dem sein Team trotz überlegen geführtem Spiel mit zahlreichen guten Torchancen das Spiel völlig unnötig aus der Hand gaben. Für Nagelsmann ist nach überstandener Verletzung Stürmer Adam Szalai eine Option: "Adam hat zuletzt einen guten Eindruck gemacht. Er sprüht vor Energie. Er kann dem Spiel seinen Stempel aufdrücken - egal, ob er in der Startelf steht oder von der Bank kommt."

Lehren aus dem Hinspiel ziehen

Aus den Fehlern des Hinspiel will Mittelfeldspieler Florian Grillitsch etwas Positives ziehen: "Wir waren damals die deutlich bessere Mannschaft, haben es nach dem ersten Tor aber verpasst, nachzulegen, während Braga aus ganz wenigen Möglichkeiten das Maximale gemacht hat. Das waren zwei Tore und plötzlich standen wir mit leeren Händen da. Vielleicht haben wir zu früh einen Gang runtergeschaltet und waren mit der Führung zufrieden. Das darf sich nicht mehr wiederholen."

Das Stadion mit der Felswand

Das  städtische Stadion Estadio Municipal de Braga war Austragungsort zweier Gruppenspiele bei der Fußball-Europameisterschaft 2004. Es bietet 30.286 überdachte Sitzplätze und wurde mit­ten in den Stein­bruch „Monte Cas­tro“ ge­baut. Es gibt keine Tri­bü­nen hin­ter den bei­den Toren, hin­ter einem ragt eine rie­si­ge Fels­wand. Beim Aufbau des Stadions wurde nur an den Längsseiten des Spielfeldes jeweils eine Tribüne errichtet. Um die weit herausragenden Tribünendächer zu tragen, sind mehr als 80 Stahlseile quer über das gesamte Spielfeld gespannt. Hinter einem Tor befindet sich ein Felsmassiv mit einer digitalen Anzeigetafel, welches das Stadion auf einer Seite abschließt. Um die Sportstätte herum stehen 5.000 Parkplätze für die Besucher bereit. Auf der gegenüberliegenden Seite öffnet sich das Stadion zur Landschaft. Es wurde als letztes der zehn Stadien zur Fußball-Europameisterschaft 2004 fertiggestellt.

Fotos: BWA

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