Oli Baumanns Eindrücke vom Trainingslager in Norwegen

Nach dem gestrigen Testspiel gegen den norwegischen Erstligisten Lilleström SK (1:1) ging es heute für die Profis der TSG 1899 Hoffenheim im Trainingslager mit vollem Pensum weiter. Nach dem Frühstück und einer Videoanalyse versammelte Trainer Markus Gisdol das Team gegen 10:00 Uhr für knapp 1,5 Stunden auf dem Trainingsplatz – bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Nach dem Mittagessen, Medien-Terminen und der anschließenden Ruhepause stand ab 17:00 Uhr dann die zweite Trainings-Session auf dem Platz an. Am Donnerstag bekommen die Spieler nach einer kurzen Regenerationseinheit den restlichen Tag frei.
Ungewohntes Bild für Auswärtsfans nach dem Abpfiff in Lilleström. Es hatten noch nicht alle Zuschauer das Stadion verlassen, da bewegten sich plötzlich die vier Flutlichtmasten und klappten gemächlich ins Innere des Åråsen-Stadions. Der Grund: Die Arena für 12.250 Zuschauer liegt in der Einflugschneise des lokalen Flughafens. Für einen ungestörten Flugverkehr müssen deshalb nachjedem Spiel die 40-Meter-Mastenauf eine Minimalhöhe von 12 Metern eingefahren werden.

Oliver Baumann – Hoffenheims Nummer im Interview aus Norwegen über …

…Vorträge an der Taktiktafel:

Das mache ich nicht so oft. Heute ging es um Kleinigkeiten. In der Trainingseinheit waren die Viererkette und ihr Verhalten das Schwerpunktthema. Als Torhüter habe ich darauf eine spezielle Sicht, einen anderen Blickwinkel. Sowohl im Test gegen Lilleström als auch in der Einheit sind mir einige Dinge aufgefallen, die habe ich angesprochen. Es gibt Abläufe und Verhaltensweisen, die wir optimieren können. Ich glaube, dass es wirklich wichtig ist, über Details zu sprechen. Nur so können wir uns verbessern.

…den Lilleström-Test:

Es gibt eine Haupterkenntnis: Wenn wir aggressiv ins Pressing gehen, dann nur mit 100 Prozent und als Mannschaft. Einzelne bringen nichts. Wenn wir das nicht mit aller Konsequenz betreiben, funktioniert es nicht. Zudem haben wir nicht so schnell nach vorne gespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten. Deshalb sind nicht genug Chancen entstanden.

…Trainingsmethoden:

Die Augenklappe wurde ja schon mehrfach thematisiert. Dassetzt neue Reize und bringt Abwechslung in unseren Trainingsalltag -deshalb mache ich das gerne. Mit der Klappe hat man eine völlig andere Wahrnehmung; das räumliche Sehen fehlt. Ich muss mich also viel mehr auf meine Abläufe, auf Automatismen verlassen.Das ist wichtig.

…Neuzugang Jonathan Schmid:

Ich kenne ihn ja schon ein bisschen länger. Wir haben in Freiburg in der A-Jugend und bei den Profis zusammengespielt und wir verstehen uns gut. Er ist ein super Typ, der fußballerisch und persönlich sehr gut in unsere Mannschaft passt. Es ist schön, dass wir wieder in einem Team spielen. Darüber haben wir früher schon mal gesprochen -dass es nicht schlecht wäre, mal in einem anderen Verein als dem SCF zusammen auf dem Platz zu sein. Mit einem Jahr Verzögerung hat das jetzt geklappt (lacht).

…Integration:

Unsere Neuzugänge passen gut. Markus Gisdol und Alexander Rosen machen sich ja ein genaues Bild von den Spielern und schauen, dass es auch neben dem Platz und vor allem in der Kabine passt. Sie haben ein feines Gespür dafür. Der eine oder andere spricht noch nicht so gut Deutsch, aber wir verständigen uns mit Händen und Füßen. Das klappt schon. Ich habe ein gutes Gefühl, was die Neuzugänge angeht.

…Norwegen:

Ich bin zum ersten Mal hier. Die Natur ist sehr schön, aber das ist zweitrangig. Die Trainingsplätze sind sehr gut, das Hotel passt -für unsere Trainingslager ist das perfekt. Ich würde gerne mal Angeln gehen -vielleicht bleibt ja irgendwann ein bisschen Zeit dafür. Die Temperaturen sind auch für den Sport ideal und wenn dann noch die Sonne scheint, ist das ein Traum.

…Entspannung:

Power Naps sind ja angesagt, aber da bin ich nicht der Typ dafür, weil ich meist lange zum Einschlafen brauche. Mir hilft Ruhe, alleine sein, Musik hören, ein bisschen PlayStation spielen, über Dinge nachdenken, die nichts mit Fußball zu tun haben. So gewinne ich gut und schnell Abstand und kann die Akkus wieder aufladen.

…Potenzial:

Wir haben eine gute Mannschaft, hatten in den Trainingseinheiten gute Ansätze, aber wir müssen noch viel arbeiten. Markus Gisdol gibt uns einen klaren Plan an die Hand. Wenn wir diesen konsequent umsetzen, wird das eine gute Saison. Aber zunächst stehen viele Einheiten und Testspiele an. Wir arbeiten im Detail, machen in Kleingruppen Video-Schulung und vieles mehr. Mit anderen Worten -Potenzial ist da, aber wir müssen es ausschöpfen.

Foto: BWA

Quelle: Achtzehn 99

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