Heger-Truppe versäumt es in Hälfte 1 den Sack zuzumachen
Die lange Winterpause im Amateurfußball ist zu Ende. Am heutigen Sonntag setzte auch die Kreisliga Sinsheim ihren zweiten Spieltag der Rückrunde 2025/26 mit einigen Überraschungsergebnissen fort. Hierbei setzte sich der FC Zuzenhausen II mit einem 4:2-Erfolg im Spitzenspiel beim SV Reihen an die Tabellenspitze, zumal der bisherige Erste VfB Epfenbach sein Heimspiel gegen den TSV Kürnbach auf den 30. April verlegt hatte. Der SV Rohrbach/S. schob sich durch einen mühsamen 3:2-Heimerfolg gegen Namensvetter FC Badenia Rohrbach a. G. von Platz vier auf drei. Die Kicker von der Rosenbrücke profitierten dabei vom Ausrutscher des bisherigen Dritten SV Treschklingen, der zu Hause gegen Schlusslicht TSV Neckarbischofsheim nicht über ein 1:1 hinaus kam.

Authenrieth trifft zur Führung
Im Duell der beiden Rohrbacher Teams dominierte der gastgebende Sportverein das Geschehen in Hälfte 1 und hatte auch die klaren Torchancen auf seiner Seite. Nachdem in der Anfangsphase Matteo Francesca nach einem Dribbling durch den Strafraum und kurz darauf Lukas Authenerieth mit einem Distanzschuss jeweils an FC-Keeper Jonathan Pfeil scheiterten, gelang dem SV-Kapitän Authenrieth nach etwas über einer halben Stunde die verdiente Führung. Der offensive Mittelfeldspieler vollendete aus kurzer Distanz einen glänzenden Spielzug über Christian Heinlein und Christian Vogt zum 1:0 (33.).


Vogt vergibt vom Punkt das 2:0
Die Gastgeber setzten nach und hatte wenig später die große Chance zum 2:0, als der souverän leitende Schiedsrichter Milan Fath nach einem Foulspiel an Sebastian Gehrig im FC-Strafraum auf Strafstoß entschied. Der ansonsten sichere Elfmeterschütze Vogt zeigte jedoch Nerven und setzte den Ball rechts neben das Tor (38.). Kurz darauf verhinderte Pfeil mit einem tollen Reflex einen weiteren Gegentreffer, als er einen Kopfball aus kurzer Distanz von Francesca zur Ecke abwehrte (43.).

Gebhard gleicht überraschend aus
Als sich einige der Zuschauer bereits auf den Weg zu Werners leckeren Halbzeit-Bratwürsten machten, gelang den Gästen mit der letzten Aktion im ersten Abschnitt der überraschende 1:1-Ausgleich. Tobias Gebhard verlängerte eine Freistoßflanke aus dem Halbfeld unhaltbar für den bis dahin wenig beschäftigten SV-Keeper Erik Albrecht (45.+1). Der Ausgleich entsprach bei weitem nicht dem Spielverlauf nach 45 Minuten, zumal die Gastgeber ein deutliches Chancenplus hatten, es aber versäumten, dies in zählbaren Erfolg umzumünzen.

Viel Leerlauf in Hälfte 2
Beide Mannschaften hatten auch in Hälfte 2 Probleme mit dem holprigen Platz und neutralisierten sich größtenteils. Torchancen blieben auf beiden Seiten eher Mangelware. SVR-Coach Joachim Heger reagierte und brachte nach einer Stunde mit Robin Karolus und Louis Muth zwei frische Kräfte, die mehr Belebung ins Offensivspiel der Gastgeber brachten. Nachdem Karolus in seiner ersten Aktion im Strafraum eine Direktabnahme aus kurzer Distanz noch übers Tor jagte (60.), verpasste Authenrieth den Führungstreffer, als er in aussichtsreicher Position direkt auf den FC-Torhüter schoss (61.).

Kuhmann schließt einen Konter zur 2:1-Gästeführung ab
Als die Heger-Truppe nun etwas besser ins Spiel fand zappelte auf der anderen Seite der Ball überraschend im Tor. Nach einem glänzenden Steilpass lief FC-Routinier Michael Kuhmann alleine aufs Tor zu, blieb vor Albrecht cool und schob den Ball mit seinem siebten Saisontreffer ins linke untere Eck zur 2:1-Gästeführung (71.). „Wir waren nach der Halbzeit nicht richtig im Spiel und stellten uns beim zweiten Gegentreffer sehr blöd an“, kommentierte Karolus den erstmaligen Rückstand.
„Wir waren in Hälfte 2 viel besser und giftiger im Spiel, haben wenig zugelassen“
SV-Stürmer Karolus
Torschütze Kuhmann war´s egal: „Im zweiten Abschnitt waren wir viel besser und giftiger im Spiel, haben wenig zugelassen. Nach meinem Führungstreffer haben wir dann aber zu schnell den Ausgleich kassiert.“

Karolus gleicht drei Minuten später aus
In der Tat: Der SVR zeigte nach dem 1:2 Nehmerqualitäten und glich nur drei Minuten später durch Karolus aus. Der Stürmer nahm eine Kopfballverlängerung von Luca Romig nach einer Flanke an der Fünfmeterlinie direkt und traf durch die Beine von Keeper Pfeil zum umjubelten 2:2-Ausgleich (74.).

„Ich stand goldrichtig und musste nur noch einschieben“
Torschütze Karolus über den 2:2-Ausgleich
Karolus über sein Joker-Tor:„Ich habe mir gedacht, dass Luca Romig die Flanke mit dem Kopf verlängert, stand dann goldrichtig und musste nur noch einschieben. Es war wichtig, gleich nach dem Rückstand den Ausgleich zu machen.“
Der SV Rohrbach/S. drückte in der Schlussphase mit aller Macht auf den Führungstreffer, biss sich aber immer wieder an der kämpferisch und leidenschaftlich verteidigenden gegnerischen Hintermannschaft fest.

Authenrieths Doppelpack entscheidet die Partie
Schließlich dauerte es bis zur 85. Minute, als Authenrieth nach einer Flanke aus dem Getümmel heraus den Ball aus kurzer Distanz zur 3:2-Führung einnetzt. In der 90. Minute hatte der eingewechselte SV-Co-Trainer Adrian Neuberger Pech, als er einen Freistoß aus gut und gerne 25 Metern ans linke Tordreieck setzte. Schließlich blieb es beim knappen, aber aufgrund der überlegenen ersten Hälfte verdienten Heimsieg der Kicker von der Rosenbrücke.

„Es war ein Arbeitssieg, der aber verdient war“
Doppeltorschütze Authenrieth
Das Fazit vom zweifachen Torschützen Authenrieth: „Wir hatten im ersten Abschnitt viele Torchancen und hätten durchaus mit zwei bis drei Toren Vorsprung in die Pause gehen können. Der Gegner hatte zwei Torschüsse und traf dabei zum 1:1. Am Ende war es ein Arbeitssieg auf schwer bespielbarem Untergrund. Der Sieg ging am Ende voll auf in Ordnung.“
Stimmen der Trainer:

„Wir haben das Spiel auf eine für uns untypische Weise zu unseren Gunsten gedreht“
SVR-Coach Heger
Joachim Heger (SV Rohrbach/S.): „Wir haben es uns in Hälfte 1 selbst schwer gemacht und hätten die Partie hier schon frühzeitig auf unsere Seite ziehen können. Stattdessen kassieren wir bei der ersten gefährlichen Aktion des Gegners mit dem Halbzeitpfiff den unnötigen Ausgleich. Nach dem überraschenden Rückstand taten wir uns weiter schwer, konnten weniger Offensivaktionen kreieren. Der FC stand dann tief und machte es uns sehr schwer. Nach zwei hohen Bällen durch Flanken, was eigentlich nicht unsere Spezialität ist, drehen wir dann das Spiel auf eine für uns untypische Weise zu unseren Gunsten. Jetzt wollen wir in Zuzenhausen auf einem sicherlich besseren Platz nachlegen.“

„Durch zwei unnötige Gegentreffer nach Flankenbällen haben wir einen Punkt verschenkt“
FC-Trainer Liehs
Detlef Liehs (FC Badenia Rohrbach a. G.): „In Hälfte 1 hatte der SV das Momentum auf seiner Seite und hätte das Spiel vorzeitig entscheiden können. Zum Glück konnten sie nach dem Führungstreffer durch den verschossenen Elfmeter nicht nachlegen. Nach unserem glücklichen Ausgleich haben wir dann im zweiten Abschnitt etwas umgestellt und haben fast keine Torchance mehr zugelassen. Nach unserer Führung wollten wir diese diszipliniert herunterspielen, haben dann aber noch zwei unnötige und zufällige Gegentreffer nach Flankenbällen kassiert. Am Ende haben wir dadurch einen Punkt verschenkt.“

Spitzenspiel: Erster empfängt Dritten
Am nächsten Spieltag gastieren die Blau-Weißen am Sonntag (08. März) um 15:30 Uhr beim Spitzenreiter FC Zuzenhausen II. Hierbei bedarf es noch einer Leistungssteigerung der Heger-Truppe, um dem spielstarken Spitzenreiter Paroli zu bieten.
Fotos: BWA













