TSG scheitert an sich und am starken Torhüter Vasilj
Die Heimserie von acht Siegen in Folge ist gerissen. Die TSG Hoffenheim unterlag am 24. Bundesliga-Spieltag vor 27.786 Zuschauern in Sinsheim überraschend dem Tabellendrittletzten FC St. Pauli durch einen Treffer von Mathias Pereira Lage (45.+3) mit 0:1. Es war die erste Heimniederlage der Kraichgauer seit dem 3. Oktober 2025 gegen den 1. FC Köln. Trotz statistischer Vorteile mit 64%:34% Ballbesitz, 21:11 Torschüssen, 81%:68% Passquote und 125,63 km:121.74 km Laufdistanz feierten am Ende die Hanseaten mit ihren rund 4.000 mitgereisten begeisterten Fans drei wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt. Die Hoffenheimer, die aus den letzten zwei Partien nur einen Punkt verbuchen konnten, bleiben weiter auf Tabellenplatz drei. Am Sonntag kann jedoch Nachbar VfB Stuttgart mit einem Heimsieg über den VfL Wolfsburg punktemäßig gleichziehen.

„Am Ende der Saison bekommt man das Ergebnis, was man sich verdient“
Hoffenheims Trainer Ilzer
Das Fazit von Trainer Christian Ilzer war am Ende nüchtern und klar: „In den Heimspielen davor waren wir sehr effizient, das hat heute nicht geklappt. Am Ende der Saison bekommt man das Ergebnis, was man sich verdient. Wir sind enttäuscht, jede Niederlage schmerzt. Aber wir wollen für die letzten zehn Spiele gewappnet sein.“

„Es fehlte das Glück, manchmal geht der Ball rein, manchmal nicht“
TSG-Profi Prömel
Für Mittelfeldspieler Grischa Prömel war es eine selbstverschuldete sechste Saison-Niederlage: „St. Pauli war vor dem Tor effektiver. Wir müssen einfach kaltschnäuziger vor dem Tor sein. Wir hatten genug Chancen, das Spiel sogar zu drehen. Es fehlte das Glück, manchmal geht der Ball rein, manchmal nicht.“

TSG mit schwungvollem, chancenreichem Beginn
Dabei begannen die Gastgeber bei optimalen, frühlingshaften Temperaturen, angefeuert von der gewohnt stimmungsvollen Südkurve, mit viel Power und Entschlossenheit. In den ersten neun Minuten hatten Fisnik Asllani (4.), Andrej Kramaric (8./9.) und Grischa Prömel (8.) vielversprechende gute Torchancen, um ihr Team in Führung zu bringen.
Vasilj mehrfach im Mittelpunkt
Nach knapp einer halben Stunde war Paulis Bester, Torhüter Nikola Vasilj, reaktionsschnell zur Stelle, als er eine Doppelchance der Gastgeber zunächst bei einem Kopfball von Ozan Kabak und anschließend beim Nachschuss von Robin Hranac aus kurzer Distanz zunichte machte (27.). Nur zwei Minuten später stand der 30-jährige bosnisch-herzegowinischer Nationaltorhüter erneut im Mittelpunkt, als er gegen Prömel bärenstark parierte (29.).

Kiez-Kicker kommen besser ins Spiel und gehen in Führung
In der Folge kamen die Kiez-Kicker immer besser in die Partie und erspielten sich gegen die in der Defensive überraschend offen agierenden Hoffenheimer einige gute Konterchancen. Während die Blau-Weißen in einem nun etwas wilden Spiel finale Abschlüsse vermissen ließen und ihre spielerische Linie verloren, wurden die Hamburger zunehmend mutiger. Unmittelbar mit dem Pausenpfiff belohnten sie sich dann mit dem überraschenden Führungstreffer: Über Fujita und Saliakas landete der Ball von der rechten Seite am zweiten Pfosten, wo Pereira Lage aus sechs Metern völlig freistehend den Ball zum 0:1 einköpfte (45.+3).

St. Pauli verteidigt geschickt gegen einen anrennenden Gegner
Auch im zweiten Abschnitt gelang es der Ilzer-Truppe nicht, die Dominanz und Torgefährlichkeit der Anfangsphase aufzubauen. Die Gäste standen tief, machten die Räume eng und überzeugten mit einer kämpferischen und leidenschaftlichen Defensivarbeit. Die TSG fand trotz deutlich mehr Ballbesitz und Spielkontrolle kein Mittel, um den hanseatischen Abwehrblock zu knacken.

Kabak scheitert an Vasilj und Aluminium
Erst in der 81. Minute hatten die Hoffe-Fans den Torschrei auf den Lippen, doch Ozan Kabaks Kopfball nach Coufal-Flanke lenkte Torhüter Vasilj mit den Fingerspitzen noch an die Latte. Für TSG-Coach Ilzer war Vasilj der entscheidende Faktor im Spiel: „Er hat seine Mannschaft mit tollen Paraden vor Gegentreffern bewahrt und war am Ende mit ausschlaggebend für den Erfolg.“
Vasilj sichert seinem Team den Auswärtsdreier
Die Norddeutschen brachten mit Glück und Geschick die knappe Führung über die Zeit, indem sie geschickt den Ball gegen einen etwas plan- und ideenlos anrennenden Gegner vom eigenen Tor fernhielten. Nachdem Vasilj in der Nachspielzeit noch einen Asllani-Kopfball aus kurzer Distanz zur Ecke abwehrte, war die Überraschung perfekt. Der Drittletzte siegte beim Dritten – damit konnte man im Vorfeld nicht rechnen.

„Wir waren unglücklich und hätten das Spiel gewinnen können“
TSG-Defensivspieler Kabak
Für Abwehrspieler Ozan Kabak war es eine vermeidbare Niederlage: „Es ist bitter, denn wir haben gut gespielt. Ich meine, wir waren unglücklich heute und hätten das Spiel gewinnen können. Niederlagen passieren, aber die Saison ist noch lang.“

„Solche Phasen gibt es in einer Saison, die müssen wir nun überstehen“
Hoffenheims Prömel
Für Hoffenheims Mittelfeldspieler Prömel ist der aktuell kleine Durchhänger nach nur einem Punkt aus zwei Spielen nicht besorgniserregend: „Wir müssen im März dranbleiben, um in einer guten Position zu sein, wenn die entscheidende Phase beginnt. Wir sind ambitioniert und wollen das Maximum rausholen. Solche Phasen gibt es in einer Saison, die müssen wir nun überstehen.“
Stimmen der Trainer:

„Wir haben es uns selbst kompliziert gemacht“
TSG-Trainer Ilzer
Christian Ilzer (Hoffenheim): „Es war ein extrem leidenschaftlich verteidigender Gegner. St. Pauli hatte gute Tiefenläufe, die es uns schwierig gemacht haben. Aber wir haben es uns selbst kompliziert gemacht, weil wir in der Anfangsphase die Großchancen nicht ausgenutzt haben. Das Gegentor mit dem Pausenpfiff ist natürlich sehr bitter. In der Situation hat uns die letzte Konsequenz gefehlt. In der zweiten Hälfte haben wir alles unternommen, damit wir das Ergebnis korrigieren. Es kam ein auch ein wenig Pech dazu.“

„Wir haben einen guten Torwart gehabt, der uns den Sieg festgehalten hat“
St. Pauli Coach Blessin
Alexander Blessin (St. Pauli): „Wir sind sehr glücklich, nicht nur über die drei Punkte, sondern auch über die Leistung. Die erste Hälfte war sehr intensiv, da waren wir sehr gut drin und haben auch das Tor erzielt. In der zweiten Hälfte war es schwierig, wir mussten sehr viel leiden. Wir hatten wenig Ballbesitzphasen, in denen wir Ruhe reingebracht haben. Aber wir haben uns in jeden Ball reingeworfen und einen guten Torwart gehabt, der uns den Sieg festgehalten hat.“

Aufstellungen:
TSG Hoffenheim: Baumann – Coufal, Hranac (74. Bernardo), Ozan Kabak, Hajdari (85. Campbell) – Avdullahu, Prömel, Burger (62. Prass) – Kramaric (74. Lemperle), Toure – Asllani
FC St. Pauli: Vasilj – Wahl, Sands, Mets (46. Ritzka) – Saliakas (88. Ceesay), Irvine, Smith, Pyrka – Sinani, Fujita – Pereira Lage (75. Metcalfe)
Tor: 0:1 Pereira Lage (45.+3)
Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
Zuschauer: 27.786
Auswärtsspiel bei Schlusslicht Heidenheim
Am nächsten Spieltag gastiert die TSG Hoffenheim am Samstag (15:30 Uhr) auf der Ostalb beim 1. FC Heidenheim.
Fotos: Kraichgaufoto und foto2press













