Unentschieden verboten!

Selten käme ein Remis derart ungelegen

Beim Bundesligaduell der beiden Blau-Weißen 1899 Hoffenheim gegen FC Schalke 04 am Sonntagnachmittag (Beginn 15:30 Uhr) steht für beide Mannschaften ganz besonders viel auf dem Spiel. Bei den Kraichgauern würde der erste Saisonsieg aufkommende Unzufriedenheit und Frust gleich im Keim ersticken, zusätzliches Selbstbewusstsein hervorrufen und das Team tabellarisch in ruhige Gewässer führen. Bei den Knappen würde ein Auswärtserfolg die sportliche Talfahrt vorerst stoppen und die große Enttäuschung bei den vielen FC-Fans etwas lindern. Für beide kränkelnden Patienten ist daher ein Sieg am 5. Spieltag die beste Medizin auf dem Weg zur Besserung. Ein Unentschieden käme, aufgrund der sportlichen Umstände, schon fast einer Niederlage gleich.

Bei einer Niederlage wäre der Bonus schnell verbraucht

Die Königsblauen sind mit einem fatalen Fehlstart in die Saison gestartet, stehen mit null Punkten und nur einem Treffer auf Platz 17. Der Desasterstart stellt die neue sportliche Leitung um Trainer Markus Weinzierl und Sport-Vorstand Christian Heidel bereits früh vor die erste schwierige  Bewährungsprobe. Nicht auszudenken, wenn auch die Auswärtspartie in Sinsheim verloren ginge – der Bonus der beiden Neuen wäre schnell aufgebraucht.
Außergewöhnlich und alarmierend zugleich: Einige Minuten vor dem Abpfiff des Heimspiels gegen den 1. FC Köln am vergangenen Mittwochabend hatte sich die Schalke-Arena bereits deutlich geleert. Nahezu die Hälfte der 60.000 Besucher hatten, bei Kölns 3:1 Führung und der enttäuschenden Darbietung der Blau-Weißen, die Flucht ergriffen.

Die Stimmung bei den Königsblauen ist angespannt

FC-Trainer Weinzierl: „Unsere 1:3 Heimniederlage gegen Köln war ein wichtiges Spiel, das man nicht verlieren durfte. Man hat gespürt, dass die Mannschaft unter Druck stand. Vier Niederlagen hatte ich mir auch nicht vorgestellt. Am Sonntag gegen Hoffenheim muss sich einiges ändern, um die Talfahrt zu beenden.“
Zuletzt wurden die Pfiffe in der Schalke-Arena immer lauter. Nach dem Katastrophenstart ist die Geduld der Fans schon nahezu erschöpft. Eine vielsagende Aussage von Heidel: „Viel schlimmer geht es nicht.“ Kapitän Benedikt Höwedes meinte nach dem Köln-Spiel: „Wir sind sehr enttäuscht, das geht tief. Das müssen wir sacken lassen und dann analysieren, was wir falsch gemacht haben. Davon kann sich niemand freimachen.“
Hoffenheims Lukas Rupp sieht in der Schalker Negativserie eine zusätzliche Chance für sein Team: „Jetzt müssen wir es ausnutzen, dass Schalke mehr unter Druck ist als wir.“

Die nächsten Aufgaben machen wenig Hoffnung auf Besserung

Der Blick auf den weiteren Spielplan dürfte bei den Schalkern wenig Mut machen: Nach dem Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim empfängt man zu Hause  RB Salzburg (Europa League) und Borussia Mönchengladbach. Bislang gibt man dem runderneuerten Team die Zeit, um sich zu finden. Wie lange diese Geduld noch anhält, ist aktuell ungewiss.

Punktekonto und Bilanz gilt es zu verbessern

Die bisherige Bundesligabilanz in 16 Duellen spricht bei fünf Siegen, vier Unentschieden und sieben Niederlagen für die Gäste. In vier der letzten fünf Spiele gingen die Schalker als Sieger vom Platz. Hoffnung macht da im Bundesligadorf schon eher die Heimbilanz bei drei Siege und erst einer Niederlage. Die Voraussetzungen für ein torreiches Match sind gegeben: In den letzten acht Duellen fielen bei 31 Toren durchschnittlich vier Treffer pro Partie. Doch diese Statistik gab es auch vor dem letzten Heimspiel gegen Wolfsburg. Die Partie endete bekanntlich torlos 0:0.

Fotos: Kraichgaufoto

Pavel Kaderabek (li.) versucht sich über die Außenposition durchzusetzen, Andrej Kramaric im Zweikampf, Innenverteidiger Ermin Bicakcic im Kopfballduell, Mark Uth möchte gegen S04 seinen vierten Saisontreffer erzielen, und Eugen Polanski hofft gegen Schalke auf den ersten Saisonsieg

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