Unzufriedener Matarazzo erwartet in Gladbach mehr Gier und Energie

TSG muss in Gladbach punkten, um einer Formkrise vorzubeugen

Am 13. Bundesligaspieltag gastiert die TSG Hoffenheim am Samstag (15:30 Uhr) beim Tabellenelften Borussia Mönchengladbach. Für die im bisherigen Saisonverlauf auswärtsstarken Kraichgauer keine einfache Ausgabe, zumal man gegen die „Fohlen vom Niederrhein“ die letzten drei Duelle deutlich verloren hat. Sowohl die TSG als auch der VfL konnten am vergangenen Spieltag wenig überzeugen. Während die Hoffenheimer zu Hause beim 1:1 gegen Mainz ihre schlechteste Saisonleistung boten, verloren die Gladbacher trotz einer 2:0-Führung mit 2:4 in Dortmund.

Defensivschwächen auf beiden Seiten

Bei beiden Mannschaften waren in den ersten zwölf Saisonspielen deutliche Defensivmängel erkennbar. Die gegnerischen xGoals-Werte von 23,7 (Gladbach) bzw. 23,6 (Hoffenheim) gehören zum schwächsten Drittel der Bundesliga. Bezeichnend hierfür auch die Statistik bei TSG-Keeper Oliver Baumann, der mit insgesamt 54 abgewehrten Torschüssen den Ligaspitzenwert aufweist. Der Hoffenheimer Schlussmann konnte zuletzt gegen Mainz erneut seine Klasse unter Beweis stellen, als er mit seinem dritten gehaltenen Elfmeter in dieser Saison sein Team vor der fünften Heimniederlage bewahrte.

Enttäuschung bei Oliver Baumann. In den vergangenen drei Spielen gegen Gladbach kassierte der TSG-Keeper zwölf Gegentreffer.

MIt einem Auswärtsdreier oben dranbleiben

Nach zwei Unentschieden in Folge sind die Blau-Weißen im Borussia-Park gefordert, wollen sie auf dem aktuell sechsten Tabellenplatz den Anschluss an die internationalen Plätze weiter aufrecht erhalten. Dabei gilt es am Niederrhein vor allem bei Standards hellwach zu sein, da die Gladbacher bislang sieben Mal nach Eckbällen erfolgreich waren. Bei dieser Statistik waren die Hoffenheimer im bisherigen Saisonverlauf noch ohne jeglichen Torerfolg.

Kein angenehmer Gegner“

Das Team von Trainer Gerardo Seoane ist schlecht in die Saison gestartet, konnte sich aber zuletzt etwas stabilisieren. Für TSG-Coach Matarazzo sind die Gladbacher kein angenehmer Gegner: „Sie können über ihr Konterspiel gefährlich werden, gleichzeitig sind sie gegen den Ball relativ kompakt. Es ist kein angenehmer Gegner. Es wird nicht nur an der Taktik liegen. Wir haben in dieser Saison auch schon Spiele gewonnen, weil wir einfach mit voller Energie gespielt haben.“

Pellegrino Matarazzo war mit dem Auftreten seiner Spieler gegen Mainz nicht zufrieden

Unzufriedenheit beim Hoffe-Coach

Mit den gezeigten Leistungen zuletzt gegen Mainz war TSG-Trainer Pellegrino Matarazzo nicht zufrieden. Konnte er auch nicht, da sein Team über die gesamten 90 Minuten – bis auf wenige Ausnahmen – vieles vermissen ließ, was in den vorangegangenen Spielen deutlich besser war. Darauf angesprochen, ob sich womöglich eine Selbstzufriedenheit eingeschlichen haben könnte, sagte der Hoffe-Coach: „Ich bin nicht zufrieden. Nach dem Spiel gegen Mainz waren die Jungs auch nicht zufrieden. Manchmal braucht man auch so ein Spiel, damit irgendetwas passiert. Ich bin klar mit unserem Weg, es geht darum, den umzusetzen. Deshalb bin ich auch nicht zufrieden.“

Man muss die Antennen ausfahren und schnell eingreifen!“

TSG-Trainer Matarazzo hinsichtlich eines bevorstehenden Formtiefs

Natürlich kann man nach zwei Unentschieden in Folge gegen Augsburg und Mainz noch nicht von einer Formkrise sprechen, dennoch ist es jetzt an der Zeit, wieder rechtzeitig den Schalter umzulegen und deutlich mehr Gas zu geben. Für Matarazzo sind Leistungshöhen und -tiefen normal, dennoch hebt er warnend den Finger: „Die Frage ist immer, wie lang so ein Tief anhält. Man muss die Antennen ausfahren und schnell eingreifen, wenn etwas auffällt.“

Wer nicht ans Limit geht, wird es schwer haben!“

Matarazzo zur Einstellung seiner Spieler

In den noch ausstehenden vier Spielen des Jahres (Gladbach, Bochum, Leipzig und Darmstadt) wollen die Nordbadener noch einiges erreichen, um sich auch im neuen Jahr die aktuell gute Ausgangslage zu festigen. Für Matarazzo steht es außer Frage, dass hierfür alles mögliche getan werden muss: „Wir wollen mehr, wenn wir aber mehr wollen, braucht es an jedem Spieltag und in jedem Training eine Gier. Wer nicht ans Limit geht, wird es schwer haben.“

Grischa Prömel (li.) fehlt aufgrund seiner Gelbsperre in Mönchengladbach

Personelle Probleme im Mittelfeld

Nach seiner fünften gelben Karte gegen den FSV Mainz 05 muss Grischa Prömel im Borussia-Park pausieren. Zudem stehen auch hinter den Einsätzen der erkrankten Mittelfeldspieler Florian Grillitsch und Anton Stach noch Fragezeichen.

Nahezu ausgeglichene Bilanz

Für die Statistiker: In den bisherigen 30 Duellen konnten die Hoffenheimer neun Mal, die Gladbacher zehn Mal als Sieger vom Feld gehen. Elf Partien endeten Remis. Das Torverhältnis spricht jedoch bei 47:60 klar für die Borussen. Rund 400 TSG-Fans werden sich am Samstag auf den Weg an den Niederrhein machen, um ihre Mannschaft im Borussia-Park zu unterstützen.

Fotos: Kraichgaufoto

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