Wenn nicht jetzt, wann dann? TSG möchte ihre Sieglosserie in Frankfurt beenden

Im Duell zweier treffsicherer Mannschaften sind Tore garantiert

Am zweiten Rückrundenspieltag gastiert die TSG Hoffenheim am Samstag um 15:30 Uhr beim hessischen Nachbarn Eintracht Frankfurt. Für die formstarken Hoffenheimer eine große sportliche Herausforderung, zumal sie in der Bankenmetropole bei sechs Niederlagen und drei Unentschieden seit fast zehn Jahren sieglos sind.

Ein angeschlagener Gegner

Doch in diesem Jahr stehen die Vorzeichen für die Ilzer-Truppe nicht schlecht, zumal die Hessen, die sich in dieser Woche nach nur einem Sieg aus den vergangenen neun Pflichtspielen von Trainer Dino Toppmöller getrennt haben, mit 27 Punkten auf Tabellenplatz 7 weit hinter ihren Erwartungen zurückliegen. Bis ein Toppmöller-Nachfolger vorgestellt wird – als heißer Kandidat wird Marco Rose gehandelt – übernehmen als Interimsduo U21-Trainer Dennis Schmitt und Klub-Ikone Alex Meier.

TSG-Angreifer Max Moerstedt klärt im Hinspiel per Kopf im eigenen Strafraum

Fehler sollen zeitnah abgestellt werden

Bei ihrem Debüt am Mittwochabend in der Champions-League-Spiel gab es bei Qarabag Agdam eine unglückliche 2:3-Auswärtsniederlage, was zugleich das Aus in der Königsklasse bedeutete. Eintrachts Sportvorstand Markus Krösche Krösche stellte nach dem Aussscheiden fest: „Wir sollten die Fehler definitiv zeitnah abstellen. Jeder Einzelne, jeder Spieler, ist gefragt. Wir gehen diesen Weg gemeinsam.“

Hoffenheims Kramaric im Zweikampf mit Frankfurts Hugo Larsson

„Es wird jetzt mal Zeit“

TSG-Stürmer Kramaric zum Frankfurt-Spiel

Einer, der besonders motiviert ins Spiel gehen wird ist TSG-Rekordspieler Andrej Kramaric. Der Kroate, der schon seit einem Jahrzehnt bei den Kraichgauern unter Vertrag steht, möchte endlich wieder einmal mit einem Erfolgserlebnis aus Frankfurt zuirückkehren: „Das wird kein leichtes Spiel. Wie viel Jahre haben wir da nicht da gewonnen? Neun Jahre? Lange acht, neun Jahre…? Es wird jetzt mal Zeit. Mit dieser Truppe zeigen wir einfach eine Top-Energie“, sagte der TSG-Torjäger nach dem letzten 1:0-Heimsieg gegen Bayer Leverkusen.

Die TSG-Defensive um Nationaltorhüter Oli Baumann wirkte zuletzt sehr sattelfest

Stabile TSG-Defensive

Die Kraichgauer, die laut TSG-Pressesprecher Jörg Bock von 1.500 Fans begleitet werden, reisen nach ihrer Top-Serie mit nur einer Niederlage aus den vergangenen elf Ligaspielen mit großem Selbstvertrauen und einer ausgesprochenen Spielstärke an den Main. Mit ein Grund für den positiven Lauf und Tabellenplatz 3 mit 33 Punkten ist die starke Defensive. Neun Gegentreffer in den zurückliegenden elf Partien sind Ligabestwert. Das war in der Vergangenheit ganz anders. Bezeichnend waren in der vergangenen Zittersaison 68 Gegentreffer, die nur von Absteiger Holstein Kiel übertroffen wurde. Dem Trainerteam ist es nun gelungen durch personelle Korrekturen und taktische Maßnahmen die Defensive zu stabilisieren und festigen. Eine ganz andere Bilanz weisen demgegenüber die Adlerträger auf, die bei 39 Gegentreffern große Defensivprobleme haben und somit den schlechtesten Ligawert aufweisen.  

TSG-Angreiger Asllani schirmt den Ball vor Frankfurts Nnamdi Collins ab

Zwei starke Offensivreihen

Im Spiel nach vorne unterscheiden sich Frankfurt und Hoffenheim wenig, beide zählen mit 38 bzw. 35 erzielten Treffern hinter Spitzenreiter Bayern München (71) zu den treffsichersten Mannschaften. Die letzten sechs Aufeinandertreffen waren bei jeweils immer vier Treffern sehr torreich.

Für Hoffenheims Tim Lepperle (li.) kommt es am Samstag zur Rückkehr in seine Geburtsstadt

TSG mit hoher Intensität

Weitere statistische Ligabestwerte bescheinigen den Hoffenheimern durchschnittlich 184 Sprints und 763 intensive Läufe pro Spiel. Gepaart mit einer gesunden Härte sind die Blau-Weißen mit bisher 237 Fouls ein sehr unangenehmen Gegner. Hinzu kommen im Schnitt 123,5 Kilometer pro Spiel, was nur von den Bayern getoppt wird.

Trainer Ilzer gibt seiner Mannschaft die Richtung vor

„Wir haben uns sehr intensiv vorbereitet“

Hoffenheims Trainer Ilzer zur Vorbereitung auf den nächsten Gegner

TSG-Coach Christian Ilzer sieht sein Team sehr gut auf den kommenden Gegner eingestellt: „Wir haben uns sehr intensiv auf Frankfurt vorbereitet. Sie sind eine Champions League-Mannschaft gegen die wir Dinge, die wir im Hinspiel noch nicht auf einem Top-Level gemacht haben, jetzt verbessern. Im Sommer hatten wir noch nicht so eine gute Balance zwischen Angriff- und Abwehrspiel, das ist jetzt besser.“

Ein engagierter Hoffe-Coach am Spielfeldrand

„Es wird für uns eine große Herausforderung“

Trainer Ilzer über Gegner Frankfurt

Ilzer lässt sich von den letzten Ergebnissen der Eintracht nicht blenden und verweist auf deren Stärken im Spiel nach vorn: „Frankfurt hat im Spiel nach vorne viele Fähigkeiten und unheimlich Geschwindigkeit. Auch bei Kontern sind sie brandgefährlich, darauf müssen wir uns einstellen. Insgesamt geht es darum, dass wir uns so aufstellen, dass wir mit unserer Art und Weise in Frankfurt bestehen. Es wird für uns eine große Herausforderung. Wir wollen die nächste starke Leistung abliefern.“

Keine Personalsorgen

Personell können die Hoffenheimer bis auf Adam Hlozek und Cole Campbell sowie die Langzeitverletzten nahezu aus dem Vollen schöpfen.

Leon Avdullahu zeichnete sich im bisherigen Saisonverlauf als engagierter Antreiben im TSG-Mittelfeld aus

Hoffe auf dem Weg nach Europa?

Die Chancen für „die Mannschaft der Stunde“ sich am Saisonende wieder für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren sind nicht schlecht, wenngleich es bis dahin noch ein langer Weg ist. Doch zunächst gilt die volle Konzentration dem 19. Spieltag und Gegner Frankfurt.

Amaimouni-Echghouyab hier noch beim Torjubel im Dress der Hoffenheimer Drittliga-Mannschaft

Besonderes Duell

Für den ehemaligen Hoffenheimer Ayoube Amaimouni-Echghouyab wird es ein besonderes Duell am Samstagnachmittag. Der Stürmer, der in der Winterpause von der Elsenz an den Main wechselte, war in seinen ersten beiden Bundesliga-Einsätzen jeweils direkt an einem Treffer beteiligt (1 Tor, 1 Assist).

Arthur Chaves (re.) – hier im Duell mit Frankfurts Fares Chaibi – spielt für den Rest der Rückrunde auf Leihbasis beim FC Augsburg

Chaves wechselt auf Leihbasis nach Augsburg

Hoffenheims Innenverteidiger Arthur Chaves wechselt auf Leihbasis bis zum Saisonende zum Ligakonkurrenten FC Augsburg. Für TSG-Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker macht das Leihgeschäft nicht nur aus finanzieller, sondern vor allem aus sportlicher Sicht Sinn: „Arthur ist ein großartiger Teamplayer und Charakter. Er hat in der Hinrunde jedoch wenig Einsatzzeit gehabt, weshalb die Leihe nach Augsburg für alle Beteiligten Sinn macht.“ Der gebürtige Brasilianer steht seit Sommer 2024 bei den Kraichgauern unter Vertrag und besitzt noch ein Arbeitspapier bis 2029. In der laufenden Saison absolvierte Chaves bislang vier Bundesliga-Partien sowie ein Spiel im DFB-Pokal. Insgesamt kommt der 24-Jährige auf 30 Bundesliga-Einsätze sowie sechs Begegnungen in der UEFA Europa League.

Fotos: Kraichgaufoto

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