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Chancenverwertung wird zum Problem - TSG enttäuschend auf Platz 13
Hoffenheim kassiert dritte Heimniederlage innerhalb von acht Tagen
Sonntag, 7. Oktober 2018

Die TSG Hoffenheim geht mit einem äußerst unbefriedigenden und enttäuschenden Gefühl in die Länderspielpause. Die Kraichgauer kassierten innerhalb von nur acht Tagen drei Heimniederlagen in Serie. Nach RB Leipzig (1:2) und in der Champions League gegen Manchester City (1:2) folgte am 7. Bundesliga-Spieltag vor 29.785 Zuschauern eine unnötige und selbstverschuldete 1:2-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt. Nach viel Pech mit zwei Aluminiumtreffern und vielen ungenutzten Torchancen erlaubten sich die Blau-Weißen einen folgenschweren Fehler, den der kroatische Eintracht-Torjäger Ante Rebic zur 1:0-Führung eiskalt nutzte (40.). Eine erneute Unachtsamkeit in der Hoffenheimer Hintermannschaft führte nach 28 Sekunden mit der ersten Aktion in der zweiten Hälfte durch Luka Jovic zum 0:2 (46.). Der Anschlusstreffer von Reiss Nelson (82.) fiel spät und änderte nichts mehr an der neuerlichen Heimpleite. Die Hessen blicken nach sechs sieglosen Partien in Serie gegen Hoffenheim auf eine perfekte Woche mit drei Siegen und 10:3 Toren zurück.

Nelson erzielt den 1:2-Anschlusstreffer für die TSG Hoffenheim
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TSG scheitert zweimal an der Querlatte

TSG-Trainer Julian Nagelsmann konnte neben Leonardo Bittencourt auf Kevin Vogt und Nico Schulz, die ihre Oberschenkelprobleme auskuriert hatten, zurückgreifen. Beide Mannschaften hatten in der zähen Anfangsphase Probleme in die Partie zu finden, was viele Abspielfehler im Spielaufbau dokumentierten. Die besten Aktionen auf Seiten der Gastgeber ergaben sich meist über die linke Angriffsseite durch Nico Schulz, der sich häufig durchsetzen konnte, aber keine Abnehmer für seine Flanken fand.
Den ersten Höhepunkt gab es in der 29. Minute zu vermelden, als zunächst Gäste-Keeper Kevin Trapp einen leicht abgefälschten Kopfball von Bittencourt entschärfte und im Anschluss zunächst Ishak Belfodil und dann erneut Bittencourt per Kopfball an der Unterkante der Querlatte scheiterte. Aus dieser heiklen Situation für die Frankfurter folgte im direkten Gegenzug eine Aktion, bei der Rebic vehement einen Strafstoß wegen eines vermeintlichen Fouls von Posch an ihm, forderte. Doch anstatt des gewünschten Elfmeters bekam Rebic von Schiedsrichter Daniel Siebert die Gelbe Karte wegen Reklamierens.

Rebic trifft mit erster Eintracht-Chance

Es ging turbulent weiter. Nachdem Hoffenheims Spielmacher Kerem Demirbay nach schöner Einzelleistung aus spitzem Winkel nur die Querlatte traf (39.), folgte eine Minute später die überraschende Frankfurter Führung. Florian Grillitsch leistete sich einen Mega-Bock, indem er völlig unmissverständlich einen Einwurf zu Gegenspieler Jovic warf, der sofort den sprintenden Rebic bediente und dieser aus 20 Metern von halblinks mit einem gefühlvollen Heber über den viel zu weit vor seinem Tor postierten Torhüter Oliver Baumann ins rechte Eck traf (40.). Die Gäste gingen durch diesen Kunstschuss äußerst effizient mit ihrer ersten nennenswerten Torchance so in Führung.

Nico Schulz machte mächtig Dampf über die linke Hoffenheimer Angriffsseite

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Frankfurt schlägt eiskalt zu

Diese Kaltschnäuzigkeit wiederholte sich kurz nach Beginn der zweiten Hälfte erneut. Nach einer scharfen Flanke von links von Filip Kostic konnte Baumann nur in die Mitte abwehren, wo Jovic aus 14 Meter keine Mühe hatte den Ball zum 2:0 über die Linie zu drücken (46.). Zwei Chancen - zwei Treffer, die rund 4.000 lautstarken Eintracht Fans waren aus dem Häuschen. Nagelsmann reagierte und brachte mit Vincenzo Grifo und Reiss Nelson frische Kräfte. Nachdem Rebic an Baumann scheiterte (62.), vergab kurz darauf Adam Szalai den Anschlusstreffer, als er per Hacke aus fünf Metern an Makoto Hasebe und Trapp im gemeinsamen Abwehrverbund scheiterte (64.).

Rebic fliegt mit Gelb-Rot vom Platz - Nelson trifft zum 1:2

Die Gäste dezimierten sich nach 66. Minuten völlig unnötig, als Rebic auf Höhe der Mittellinie fürs Trikotziehen bei Kevin Akpoguma mit Gelb-Rot vom Platz flog. Der ins Spiel gekommene Joelinton brachte weiteren Offensivdrang ins Hoffenheimer Spiel und so ergaben sich durch Demirbay (68.) und Belfodil (79.) gute Tormöglichkeiten. Nach schönem Zuspiel von Joelinton gelang Nelson mit einem Schuss ins rechte obere Eck der späte, aber längst fällige 1:2-Anschlusstreffer (82.). In der Schlussphase mobilisierten die Nagelsmänner nochmals alles und hatten in der dritten Minute der Nachspielzeit Pech, als Trapp einen Kopfball von Belfodil aus 7 Metern artistisch über die Querlatte lenkte (90.+3). Letztendlich blieb es beim glücklichen Frankfurter Auswärtserfolg, den sich die Hoffenheimer aufgrund der vielen vergebenen Chancen und zwei Unachtsamkeiten im Defensivbereich selbst zuzuschreiben hatten.

Die Enttäuschung ist groß - Hoffenheim belohnt sich nicht für den großen Aufwan

TSG nur zwei Punkte vom Tabellenschlusslicht entfernt - Reizthema "Chancenverwertung"

Nach nur einem Sieg aus den letzten fünf Spielen und mit sieben Zählern nach sieben Spieltagen ist die Enttäuschung bei den Hoffenheimern auf dem aktuellen 13. Tabellenplatz riesen groß. Noch nie gab es für den 31-jährigen Nagelsmann drei Niederlagen in Serie. Bei der TSG ist man sich der aktuellen Situation bewusst, weiß, dass man sich trotz hohem Aufwand einfach nicht belohnt. Ein Reizthema ist die Chancenverwertung, die Nagelsmann als „Qualitätsfrage“ sieht. Nach drei englischen Wochen geht es nun in die Länderspielpause und in zwei Wochen gastiert die TSG Hoffenheim am Samstag, den 20. Oktober (15.30 Uhr) in Franken beim 1. FC Nürnberg. Dann steigt das Baden-Württemberg-Derby am 27. Oktober. Dermirbay gegenüber bwa-sport.de: "Ohne abwegig über die nächsten beiden Gegner zu sprechen und überheblich zu klingen: Da müssen in unserer jetzigen Situation zwei Siege her."

Fotos: Kraichgaufoto

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