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Die große Chance sich in der Tabelle oben festzusetzen
Darmstädter Lilien gastieren am Freitagabend am Hardtwald
Mittwoch, 28. August 2019

Bevor die erste Länderspielpause in der laufenden Saison ansteht, empfängt der SV Sandhausen zum Heimspiel des 5. Spieltags am Freitag um 18.30 Uhr den SV Darmstadt 98. Bei einem dritten Sieg in Folge würde der SVS die zweiwöchige Pause bis zum nächsten Spiel beim Karlsruher SC auf einem Spitzenplatz verbringen, doch Voraussetzung dafür wäre der erste Heimsieg in der 2. Liga gegen die Darmstädter „Lilien“ im vierten Versuch.

Die Automatismen greifen

Dass man den bisherigen Angstgegner Heidenheim in dessen Stadion über weite Strecken dominiert hat und nicht ins Spiel hat kommen lassen, sollte mehr als Mut machen. Denis Linsmayer: „Fußballerisch war das richtig gut und auch in der Defensive standen wir bis auf zwei, drei Situationen sattelfest. Nach vier Spielen und der Pokalpartie kann man so langsam erkennen, dass die Automatismen greifen. Jeder versteht die Spielidee des Trainers und wir sind sehr variabel im System. Wir sind derzeit auf einem sehr guten Weg."

Kevin Behrens steigt am höchsten und wuchtet den Ball ins gegnerische Tor. Der SVS-Stürmer erzielte bereits drei Saisontreffer.

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Förster und Behrens in blendender Form

Mit Rurik Gislason, der wegen eines Revanchefouls im Training für das Spiel in Heidenheim aus dem Kader genommen wurde, aber einen Tag später wieder mittrainieren durfte, hat Trainer Uwe Koschinat eine weitere Alternative für sein derzeitiges Erfolgsteam zur Verfügung. Spielmacher Philipp Förster präsentiert sich in hervorragender Form und unterstreicht, warum er bei anderen Vereinen auf der Wunschliste steht. Auch Stoßstürmer Kevin Behrens hat mit seinem dritten Saisontor seinen Stammplatz gefestigt und straft die Kritiker Lügen, die im Laufe der letzten Saison der Meinung waren, dass der Sprung von der Regional- in die Zweite Liga zu groß wäre.

Lilien mit mutiger Spielweise

Seit dem Bundesligaabstieg vor zwei Jahren belegte Darmstadt 98 zweimal in Folge Platz 10 in der 2. Liga und ist auch für diese Saison von der Leistungsstärke her ähnlich einzuschätzen. Unter Trainer Dimitrios Grammozis, dem vorherigen Jugendtrainer des VfL Bochum, der im Februar für den glücklosen Dirk Schuster übernahm, legten die „Lilien“ eine mutigere Spielweise an den Tag. Sie konnten sich nach unter anderem Siegen beim Hamburger SV und dem 1. FC Köln bereits drei Spieltage vor Saisonende den Klassenerhalt sichern. Schuster, der die Lilien von der 3. bis in die 1. Liga führte, rutschte bei seinem zweiten Engagement bei den Hessen mit seinem Team auf Rang 14 ab, und nach dem Unentschieden in Sandhausen wurde die Reißleine gezogen - er musste gehen. Jenes Unentschieden beim letzten Aufeinandertreffen, das für viele Diskussionen sorgte, da die Darmstädter durch einen unberechtigten Elfmeter nach Mehlems Schwalbe nur sehr glücklich zu einem Punkt kamen.

Denis Linsmayer (Mitte) zieht nach fünf Pflichtspielen ein positives Zwischenfazit. Für den Mittelfeldspieler greifen bereits die Automatismen im Sandhäuser Spiel.

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Licht und Schatten im Wechsel

In der neuen Saison wechselten gerade auswärts bisher Licht und Schatten beim Grammozis-Team ab: Bis zur achten Minute der Nachspielzeit sahen die Hessen beim Saisonauftakt durch das Tor von Neuzugang Skarke erneut wie der Überraschungssieger im Spiel beim Hamburger SV aus – dann glich der Favorit aus. Im letzten Auswärtsspiel hingegen erlitten die Darmstädter einen Absturz an der Bremer Brücke in Osnabrück und unterlagen 0:4 beim Aufsteiger.

Darmstadt mit großem Verletzungspech

Mit dem in der letzten Saison starken Rückhalt Heuer Fernandes verloren die Lilien nur einen echten Leistungsträger auf der Position des Torhüters. Als Ersatz wurde Schuhen vom SV Sandhausen geholt, der auch beim Spiel in Hamburg zwischen den Pfosten und damit Heuer Fernandes gegenüberstand, der zum HSV wechselte. Doch wenige Tage später zog sich Schuhen im Training einen Armbruch zu, wodurch momentan Stritzel, der zwei Jahre Ersatztorhüter war, das Tor hütet. Die frühe Saisonphase ist allgemein durch Verletzungspech gekennzeichnet – auch die offensiven Neuzugänge Berko von Dresden und Honsak von Kiel mussten noch pausieren.

In Heidenheim war Sandhausens offensiver Mittelfeldspieler Philipp Förster (re.) ein wesentlicher Garant dafür, dass es am Ende zum zweiten Saisonsieg reichte

Kraichgaufoto

Das Vertrauen in die Defensive

Nach der desolaten Leistung in Osnabrück konnte man dem folgenden torlosen Remis gegen Dresden am Böllenfalltor einiges abgewinnen. Mittelfeldspieler Palsson: „Es war wichtig, dass wir nach dem „Scheiß-Spiel“ in Osnabrück die Null gehalten haben. Wir mussten zurückkehren zu unseren Basics, damit es wieder schwierig ist, gegen uns Tore zu machen“. Die Lilien mauerten gegen Dresden wieder erfolgreich, boten aber im Spiel nach vorne erneut eine destruktive Vorstellung und erspielten sich kaum Chancen. Doch mit dem schnellen Rechtsaußen Heller, Stürmer Dursun oder dem aufstrebenden Mehlem, der sich nach seinem „Schwalben“-Tiefflug nun im Höhenflug befindet und etwas überraschend auf der 10er-Position zuletzt den Vorzug vor dem torgefährlichen aber laufschwächeren Kempe erhielt, ist genug Gefahrenpotential vorhanden.

Stimmungsvolle Atmosphäre ist garantiert

Den kürzesten Weg nach Sandhausen haben nicht mehr die Darmstädter Fans, sondern die des Aufsteigers Karlsruhe beim Auswärtsspiel im nächsten Jahr inne, doch mit ausreichend Unterstützung durch Gästefans ist wieder zu rechnen. Aber die Sandhäuser Fans konnten sich zurecht erst kürzlich ein Lob von Trainer Koschinat einheimsen und werden auch auf den Rängen Paroli bieten und für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgen.

Fotos: Kraichgausport und BWA

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