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Hoffenheim vertagt Entscheidung ums Weiterkommen
TSG holt in Unterzahl glückliches 2:2-Unentschieden in Lyon
Donnerstag, 8. November 2018

Die Vorentscheidung in der Champions League Gruppe F um Tabellenplatz 2 im direkten Duell zwischen Olympique Lyon und der TSG Hoffenheim wurde erneut vertagt. Nachdem 3:3 Unentschieden vor zwei Wochen in Sinsheim endete das Rückspiel vor 53.850 stimmungsvollen Zuschauern im Groupama Stadium 2:2. Die Kraichgauer konnten zwar auch im sechsten Anlauf kein Europapokal-Auswärtsspiel gewinnen, haben aber weiterhin noch theoretische Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse.

Angreifer Kramaric bringt die TSG mit dem Treffer zum 1:2 wieder zurück ins Spiel

TSG mit starkem Beginn, doch Fekir trifft zum 1:0

Das Team von Trainer Julian Nagelsmann in den ersten 25 Minuten im Dauerregen bei 70 Prozent Ballbesitz engagiert und offensivfreudig. Die stark unter Druck geratenen Gastgeber gingen jedoch mit ihrer ersten vielversprechenden Torchance ist Führung. Mendy´s 18-Meterschuss prallte vom rechten Pfosten zurück ins Spielfeld und konnte im allgemeinen Durcheinander von TSG-Seite nicht entschlossen geklärt werden, so dass Weltmeister Fekir aus kurzer Distanz den Ball zur 1:0-Führung über die Torlinie drücken konnte (20.).

Befodil und Schulz verpassen den Ausgleich - Ndombele erhöht auf 2:0

Die Gäste steckten dies schnell weg und hatten durch Belfodil die große Ausgleichschance, doch OL-Keeper Lopes pariert den Schuss den Franzosen aus vier Metern mit einer Glanzparade (24.). Nur drei Minuten später war er erneut zur Stelle, indem er einen Distanzschuss von Schulz ans Außennetzt lenkte (27.). Der aktuell Tabellenvierte der französischen Ligue 1 erhöhte durch einen Konter im Gegenzug. Mendys Flanke von links landete beim am Elfmeterpunkt freistehenden Ndombelé, dessen Schuss Hoffenheims Kapitän Vogt unhaltbar zum 2:0 abfälschte (28.). Die TSG hatte kein Schuss-Glück, denn erneut war es Lopes, der einen 20-Meter-Schuss von Demirbay aus der rechten Torecke fischte (36.). Auf der Gegenseite scheiterte Aouar aus spitzem Winkel an TSG-Keeper Baumann (39.). Der Zwei-Tore-Rückstand zur Pause entsprach nicht den Spielverlauf, zumal die TSG sich viele gute Möglichkeiten erspielt hatte, nur im Abschluss nicht effizient genug war.

Belfodil (re. am Boden) vergibt eine große Ausgleichschance für die TSG nach 24 Minuten

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Adams fliegt vom Platz und Olympique vergibt reihenweise gute Torchancen

Nachdem Grillitsch mit einem Schuss nur knapp das linke Lattenkreuz verfehlte, dominierten die Gastgeber das Geschehen. Sie machten mächtig Power auf das Tor von Baumann, der jetzt immer mehr in den Mittelpunkt rückte. Es waren nur fünf Minuten gespielt, als der bereits verwarnte Adams nach einem harmlosen Foulspiel kurz vor der Strafraumgrenze mit Gelb-Rot vom Platz flog (51.). Olympique erhöhte den Druck und hatte durch Aouar (49.) und Mendy (54. und (61.) beste Möglichkeiten zum 3:0. Mit einem Mann weniger und zwei Toren in Rückstand waren die Chancen der Blau-Weißen inzwischen auf ein Minimum gesunken.

Kramaric verkürzt - offener Schlagabtausch in der Schlussphase

Doch Hoffenheim zeigte Moral und großen Einsatzwillen. Nach einem gewonnen Zweikampf von Schulz brachte sich Kramaric 20 Meter vor dem Tor in Position und verkürzt mit einem von Morel leicht abgefälschten Ball auf 1:2 (65.). Gegen die anrennenden Gäste bot sich Lyon nun eine Reihe guter Kontermöglichkeiten, die jedoch meist überhastet oder von Baumann zu Nichte gemacht wurden. Die Partie stand nun auf Messers Schneide, wobei die Franzosen der erneuten Zwei-Tore-Führung deutlich näher waren, als die TSG dem Ausgleich. Gegen einen zunehmend müder werdenden Gegner ging Hoffenheim in der Schlussphase mutig volles Risiko, warf alles nach vorn und hatte Glück.

TSG-Fans feiern Last-Minute-Ausgleich von Kaderabek wie einen Sieg

Nachdem aus Team von Lyon-Coach Bruno Genesio vielversprechende Konterchancen durch Depay (81.), Traoré (88.) und Mendy (90.+1) ungenutzt ließ, verlängerte Joelinton eine Hereingabe von rechts mit dem Kopf auf Kaderabek, der in der Nachspielzeit aus kurzer Distanz zum 2:2-Ausgleich traf (90.+2). Wie schon beim Hinspiel gelang den Nagelsmännern kurz vor dem Abpfiff der glückliche Ausgleich. Die 1.6000 mitgereisten Hoffe-Fans feierten bis sie knapp eine Stunde nach Abpfiff kurz vor Mitternacht erst den Gästeblock verlassen durften das Unentschieden lautstark wie einen gefühlten Sieg.

Kaderabek (li.) gelingt in der Nachspielzeit der nicht mehr für möglich gehaltene 2:2-Ausgleichstreffer
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"Sie haben teilweise Katz und Maus mit uns gespielt und Riesenchancen ungenutzt gelassen"

1899-Coach Nagelsmann nach der Partie: „Wir hatten gute 20 Minuten zu Beginn des Spiels, haben uns danach aber einlullen lassen. In der gegnerischen Hälfte haben wir eigentlich gut verteidigt, aber in der eigenen nicht. Wir bekommen beide Gegentore, obwohl wir eigentlich in Überzahl stehen, aber sehr lasch verteidigen und der Gegner so sehr easy zu den Toren kommt. Nach den beiden Toren haben sie dann teilweise schon Katz und Maus mit uns gespielt. Nach dem Platzverweis ging es um alles oder nichts. Oliver Baumann hat sehr gut gehalten. Charakterlich war das gut in der zweiten Halbzeit, aber dass das ein glücklicher Punkt für uns ist, ist klar. Sie haben sechs, sieben Riesenchancen gehabt, da hätten wir auch fünf oder sechs Tore bekommen können - aber so ist das manchmal, wir selbst haben das dieses Jahr auch schon leidvoll erlebt.“

Gegen Donezk und ManCity geht es jetzt ums Ganze

In der Champions League empfängt die TSG Hoffenheim am 27. November Schachtar Donezk und muss am 12. Dezember zu Tabellenführer Manchester City. Um sich als Tabellenzweiter für die Endrunde zu qualifizieren, müssen die Kraichgauer beide Spiele gewinnen. Mit einem Heimsieg gegen Donezk wäre zumindest Platz 3 und somit die Qualifikation für die Endrunde der Europa League gesichert.

Fotos: TSG Hoffenheim (4) und BWA (2)

 

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