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Hoffenheims Negativlauf in der Liga nimmt eine Fortsetzung
Dabbur vergibt Last-Minute-Elfmeter beim 1:2 in Wolfsburg
Sonntag, 8. November 2020

Der Negativlauf der TSG Hoffenheim in der Bundesliga nimmt auch am 7. Spieltag eine Fortsetzung. Das Team von Trainer Sebastian Hoeneß kassierte beim VfL Wolfsburg eine 1:2-Niederlage und rutschte nach nur einem Punkt aus den letzten fünf Partien in die unteren Regionen auf Tabellenplatz 13. In einer vor allem in der Schlussphase kuriosen Partie zweier Tabellennachbarn versäumten es die Gastgeber, vorzeitig das Spiel zu entscheiden und mussten bis zum Abpfiff um den Heimsieg bangen.

Frühe Führung der Wölfe

Gleich zu Beginn gab es viel Aufregung und Diskussionen. Zunächst verhinderte TSG-Abwehrchef Vogt nach drei Minuten einen möglichen Rückstand, als er einen Schuss von Brekalo auf der Torlinie klärte. Nur zwei Minuten später checkte der Videoschiedsrichter gleich zwei strittige Szenen. Zunächst kam Hoffenheims Stürmer Dabbur im gegnerischen Strafraum zu Fall und beim anschließenden Konter traf Wolfsburgs Steffen abseitsverdächtig ins gegnerische Tor. Nach über zweiminütiger Unterbrechung wurde schließlich auf 1:0 für die Gastgeber entschieden (7.). Ein verrückter Auftakt.

Munas Dabbur scheiterte in der Nachspielzeit per Strafstoß an Wolfsburgs Keeper Koen Casteels

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Weghorst erhöht auf 2:0

Die Kraichgauer taten sich in der Folge schwer im Spiel nach vorn, ohne jegliche Torgefahr auszustrahlen. Anders die Wölfe, die ihre Chancen effektiv nutzten. In der 26. Minute erhöhte Weghorst auf 2:0, nachdem zuvor Torhüter Oliver Baumann und Akpoguma noch in höchster Not klären konnten. Erneut wurden dabei die Schwächen der aufgrund von Verletzungen und Sperre umformierten Hoffenheimer Defensive deutlich. Bei den inzwischen acht Verletzten handelt es sich um sechs Defensivkräfte. Wolfsburg hatte in der ersten halben Stunde viel zu viele Freiräume.

Belfodil vergibt Anschlusstreffer

In der 40. Minute konnten die Gäste ihre erste klare Torchance verzeichnen. Nach einem Konter bot sich Belfodil eine riesen Chance, als er frei vor dem Tor den Ball per Außenrist einen halben Meter neben den rechten Pfosten setzte. Kurz vor dem Pausenpfiff brannte es noch zwei Mal lichterloh im VfL-Strafraum, doch weder Belfodil (45.) noch Baumgartner (45.+3) konnten den zu diesem Zeitpunkt wichtigen Anschlusstreffer markieren.

TSG jetzt mit mehr Chancen

Im zweiten Abschnitt entwickelte sich ein offeneres, umkämpftes Spiel, bei dem die Blau-Weißen mehr Offensivpower erzeugten. Zunächst parierte Baumann nach einem Freistoßtrick einen Schuss von Roussillon (55.) und dann verhinderte sein Gegenüber Casteels gegen Baumgartner den Anschlusstreffer (64.). Nach einer Rudy-Flanke kam Dabbur zum Kopfball, doch Casteels lenkte den Ball mit den Fingerspitzen gerade noch über die Latte (73.). Das in der Folge von reichlichen Fehlpässen geprägte Spiel verflachte ohne große Höhepunkte und wurde erst in der Schlussphase richtig turbulent.

Sargis Adamyan erzielte kurz vor Spielende den 1:2-Anschlusstreffer

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Zwei verschossene Strafstöße in der Schlussphase

Nach einem kapitalen Fehler von Akpoguma führte ein Foul von Kevin Vogt an Gegenspieler Schlager zum Elfmeter für Wolfsburg. Doch anstatt vorzeitig alles klar zu machen, schoss Weghorst links am Tor vorbei (84.). Saisonübergreifend endet damit eine Serie von zuvor 35 verwandelten Strafstößen. Die TSG ging nun volles Risiko. Nach einem Stellungsfehler von Brooks verkürzte der eingewechselte Joker Adamyan auf 2:1 (87.). Die Niedersachsen standen jetzt mächtig unter Druck. Nach einem Handspiel von Arnold im Luftkampf mit dem nach vorn geeilten Baumann gab es in der Nachspielzeit Elfmeter. Doch anstatt den inzwischen verdienten Ausgleich zu markieren, scheiterte Dabbur vom Punkt aus an Casteels (90.+4), der so den Wolfsburgern drei wichtige Punkte rettete. Während die Wölfe weiter ungeschlagen bleiben und auf Platz 6 kletterten, befinden sich die Kraichgauer vor der Länderspielpause in den unteren Regionen.

Nervige Negativserie

Das Fazit von Nationalspieler Rudy war treffend: „Wir waren die ersten 30 Minuten überhaupt nicht wach und müssen uns heute an die eigene Nase fassen, dass wir das Spiel verloren haben. Unsere Negativserie nervt. Wir hatten in den vergangenen Spielen häufig diese Phasen, in den wir nicht konzentriert auf dem Platz sind. Wir haben auch heute läuferisch viel gemacht, aber wir müssen in den entscheidenden Situationen ab der ersten Minute einfach wach sein und dürfen nichts herschenken."

Für TSG-Keeper war das 1:2 in Wolfsburg eine besonders ärgerliche Niederlage
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„Punktausbeute nicht unser Anspruch“

Verärgert zeigte sich auch Torhüter Baumann: „Die Niederlage ist sehr ärgerlich. Die aktuelle Punkteausbeute ist definitiv nicht unser Anspruch. Wir müssen uns nun wieder auf uns konzentrieren.“ Die nächste Gelegenheit endlich wieder einen Bundesligasieg zu landen, bietet sich den Hoffenheimern am 21. November im baden-württembergischen Nachbarschaftsduell in Sinsheim gegen den VfB Stuttgart.

Statistik:

VfL Wolfsburg: Casteels – Baku, Lacroix, Brooks, Roussilion – Schlager (90. Pongracic), Arnold – Steffen (71. Joao Victor), Philipp (62. Mehmedi), Brekalo (71. Gerhardt) – Weghorst
TSG Hoffenheim: Baumann – Bogarde (87. Klauss), Vogt, Akpoguma – Rudy, Samassékou (74. Bebou), Grillitsch (59. Gaćinović), Sessegnon – Baumgartner – Dabbur, Belfodil (59. Adamyan)
Tore: 1:0 Steffen (7.), 2:0 Weghorst (26.), 2:1 Adamyan (87.)
Besondere Vorkommnisse: Weghorst schießt einen Foulelfmeter am Tor vorbei (84.), Dabbur scheitert mit einem Handelfmeter an Casteels (90.+4)

Im DFB-Pokal gegen Greuther Fürth

Am Sonntagabend wurde die 2. Runde des DFB-Pokals ausgelost. Dabei bestreitet die TSG Hoffenheim am Di., 22. oder Mi., 23. Dezember erstmals wieder nach sechs Jahren ein Heimspiel. Gegner ist Zweitligist SpVgg Greuther Fürth.

Fotos: Kraichgaufoto

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