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Nur mit konstanter Leistung ist gegen die Wölfe etwas zu holen
Nach Sieg über Slovan Liberec gastiert die TSG am Sonntag in Wolfsburg
Freitag, 6. November 2020

Im dritten Spiel der Europa League Gruppenphase hat die TSG Hoffenheim mit einem ungefährdeten 5:0-Heimsieg über stark ersatzgeschwächte und völlig überforderte Tschechen von Slovan Liberec einen großen Schritt in Richtung K.o.-Runde gemacht. Für das Team von Trainer Sebastian Hoeneß trafen vor erneuter Geisterkulisse in Sinsheim Munas Dabbur (22./29.), Florian Grillitsch (59.) und Sargis Adamyan (71./76.). Die TSG belegt nach der Hinrunde in der Gruppe L mit 9 Punkten souverän Platz 1 vor Roter Stern Belgrad mit 6 Punkten.

Kann die TSG Hoffenheim die Negativserie gegen Wolfsburg am Sonntag endlich beenden?

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Beide rechneten sich deutlich mehr aus

Nach dem Europapokalerfolg müssen die Kraichgauer bereits drei Tage später am Sonntag um 15.30 Uhr wieder in der Bundesliga an den Start. Am 7. Spieltag gastieren sie beim bislang noch ungeschlagenen VfL Wolfsburg. Mit einem Saisonsieg und fünf Unentschieden rangiert der VfL zwar einen Tabellenplatz vor der TSG auf Rang 11, rechnete sich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt deutlich mehr aus. Mit einem Heimsieg soll es erstmals in dieser Saison in die obere Tabellenhälfte gehen. Auch bei Gegner Hoffenheim hatte man sich mehr erhofft. Nach gutem Start mit zwei Siegen über Köln und München rutschte man anschließend bei nur einem Zähler aus den letzten vier Partien kontinuierlich nach unten bis auf Platz 12. Fraglich, ob die positive Wende im Ligaalltag ausgerechnet in der Autostadt gelingt, zumal sich zuletzt der VfL als besonders unangenehmer Gegner erwies.

Lieblingsgegner TSG Hoffenheim

In nur einem der letzten acht Bundesligaduelle konnte Hoffenheim als Sieger vom Platz gehen. Die Niedersachsen sind seit acht Heimspielen ungeschlagen. Die Gesamtbilanz im Direktduell in der Bundesliga spricht bei elf Siegen, sieben Unentschieden und sechs Niederlagen für den VfL. Für Stürmer Wout Weghorst wird die TSG zunehmend zum Lieblingsgegner, da er bereits in vier Bundesliga-Spielen fünf Tore erzielte - allesamt bei den Auswärtsspielen in Sinsheim. Im bisherigen Saisonverlauf hat sich der Sturm der Gastgeber jedoch bei nur fünf Treffern an den ersten sechs Spieltagen als harmloses Lüftchen erwiesen, während die Hoffenheimer bereits doppelt so oft trafen. Dafür ist auf die Defensive Verlass. Wolfsburg verzeichnet nach Dortmund die zweitwenigsten Gegentreffer (4), während die TSG bereits schon zehn Gegentore kassierte. Auf ein positives Erfolgserlebnis blickt man bei den Gästen jedoch gerne zurück. Am letzten Spieltag der vergangenen Saison hat man im Fernduell mit einem Sieg in Dortmund die Wölfe auf dem Weg zur direkten Europa League-Qualifikation noch abgefangen. Während die TSG als Sechster in den internationalen Wettbewerb einzog, scheiterten die Wölfe in einem wahren Qualifikationsmarathon im letzten entscheidenden Spiel in letzter Sekunde am AEK Athen.

Diadie Samassekou (li.) mit Zweikampf mit Wolfsburgs Josuha Guilavogui
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Der Absturz ins letzte Tabellendrittel droht

Nachdem die TSG es im letzten Heimspiel gegen Union Berlin (1:3) verpasst hat in die oberen Tabellenregionen zu klettern, droht jetzt bei einer Auswärtsniederlage der Absturz ins untere Tabellendrittel. Damit konnte man aufgrund des vorhandenen Spielerkaders, der nahezu eingespielt ist, nicht rechnen. Die Gründe hierfür sind vielseitig. Hoffenheim hat sich im bisherigen Saisonverlauf oft als „Mannschaft mit den zwei verschiedenen Gesichtern“ präsentiert.

"Mannschaft mit den zwei Gesichtern"

In vielen Begegnungen war ein deutlicher Leistungsunterschied zwischen den beiden Halbzeiten erkennbar. Während vieles so leicht, unbeschwert und dominant aussieht, wirkt es dann verkrampft, behäbig und verunsichert. In Phasen, in denen der Spielfluss abhandenkommt, der gegnerische Widerstand größer wird und es entschlossener zur Sache geht, fällt es der Mannschaft schwer, sich dagegen zu stemmen bzw. aufzulehnen. Bei der Ursachenforschung tut man sich schwer, am ehesten kann man es als Einstellung oder Kopfsache definieren. Nicht nur zuletzt bei der Niederlage gegen Berlin, auch gegen Köln, Frankfurt, Dortmund und Bremen trat dies in Erscheinung. Während es gegen Köln dank eines Last-Minute-Treffers noch zum Sieg reichte, kostete der Leistungsabfall in der zweiten Hälfte in den anderen Partien wertvolle Punkte. Trainer und Mannschaft haben dies zuletzt gemeinsam analysiert und besprochen. In Wolfsburg möchte man daher eine konstante Leistung abrufen, was sich am Ende erfolgreich niederschlagen soll.

Christoph Baumgartner setzt sich in dieser Aktion gegen seine Wolfsburger Gegenspieler durch
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Viele Stammkräfte fehlen

Auf dem Weg dahin müssen die Kraichgauer personell weiterhin einige wichtige Ausfälle verkraften. Zu den Langzeitverletzten Benjamin Hübner (Kapselverletzung), Ermin Bicakcic (Kreuzbandriss) und Konstantinos Stafylidis (Schulterverletzung) gesellten sich aus dem Union-Spiel noch Stefan Posch (Sprunggelenksverletzung) und Dennis Geiger (Mittelhandbruch) hinzu. Die aus ihrer Quarantäne zurückgekehrten Andrej Kramaric, Kasim Adams und Pavel Kaderabek sind zwar wieder ins Training eingestiegen, sollen aber laut Trainer Sebastian Hoeneß langsam und behutsam an die Mannschaft herangeführt werden. Zudem muss Robert Skov nach seiner Roten Karte gegen Berlin in Wolfsburg pausieren.

Beflügelt nach Euro-Erfolg?

Nachdem in der vergangenen Woche der Spirit nach dem Europapokalsieg über Roter Stern Belgrad sich nicht aufs Bundesligaspiel gegen Union Berlin übertragen hat, soll dies nun vor der nächsten Länderspielpause erfolgen. Man darf gespannt sein, ob die Gewissheit, dass man sich womöglich erstmals in der Vereinshistorie für die Endrunde qualifiziert, neue Energien für das Duell mit den Wölfen freisetzt. Falls nicht, droht ein ungemütlicher Herbst für die Hoeneß-Truppe.

Fotos: Kraichgaufoto

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