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SVS möchte wieder zurück in die Erfolgsspur
Sandhausen gastiert am Sonntag beim SV Darmstadt 98
Donnerstag, 13. Februar 2020

Nach zwei Niederlagen in Folge möchte Zweitligist SV Sandhausen im Auswärtsspiel des 22. Spieltages wieder in die Spur finden. Am Sonntag um 13.30 Uhr gastiert der SVS beim SV Darmstadt 98, bevor es eine Woche später zum dritten Derby nacheinander gegen den Karlsruher SC kommt. Mit dem 3:2-Erfolg bei Dynamo Dresden näherte sich Darmstadt bis auf einen Punkt Rückstand und bis auf einen Platz auf Rang 11 an die Kurpfälzer heran, womit man sich nicht nur geographisch bei 65 km Entfernung nahe ist. Beide Teams werden noch vier bis fünf Siege benötigen, um sicher die Klasse zu halten.

Duell der Remiskönige

Durch die Ergebnisse der Konkurrenz am letzten Spieltag beträgt der Abstand der Kurpfälzer zu Relegationsplatz 16 nur noch sechs Punkte. Es ist das Duell der Remiskönige der Liga: Die Hessen trennten sich bei 21 Spielen bereits elfmal Unentschieden (7 Remis in 10 Heimspielen), bei Spielen des SVS gab es neunmal keinen Sieger.

Kann das SVS-Sturmduo Aziz Bouhaddouz (li.) und Kevin Behrens (hinten) nach zuletzt zwei torlosen Spielen in Darmstadt wieder treffen?

Unüberwindbare Defensive

Theoretisch ließ es sich richtig und gut an, als Trainer Uwe Koschinat gegen Heidenheim mit Mario Engels und Philip Türpitz hinter den gesetzten Sturmspitzen für zusätzliches Offensivblut sorgte. Doch die Schwaben hatten in der Praxis was dagegen und ließen wie zuvor die Nürnberger mit einem geballten Defensivkonzept die Kurpfälzer nicht zur Entfaltung kommen, was SVS-Präsident Jürgen Machmeier zu dem Kommentar veranlasste: „Ein typisches Spiel zwischen Sandhausen und Heidenheim.“ Wohlgemerkt dem Angstgegner Heidenheim, die schon vielen Mannschaften mit ihrer Kompaktheit zu schaffen machten.  

Dominanz im gegnerischen Strafraum verloren

„Wir müssen zugeben, dass wir in den letzten beiden Spielen unsere Dominanz im gegnerischen Strafraum verloren haben. Die Gegner stellen sich mit einer körperlichen Wucht und Konzentration dagegen und verteidigen die Hereingaben von außen“, so Koschinat. „Meine Idee, die Flügel zu verdoppeln, um aus den Positionen mehr Torgefahr zu initiieren, hat hauptsächlich aus dem Konterspiel heraus funktioniert.“ Ein Konzept, das in Darmstadt wieder mehr aufgehen könnte, doch möglicherweise wird wieder auf eine verstärkte Defensive gesetzt. Für Philip Türpitz könnte auch Rurik Gislason oder Robin Scheu ins Team rücken.

Philip Türpitz (li.) versucht, mit der Hacke vor Heidenheims Tobias Mohr an den Ball zu kommen. Im Hintergrund SVS-Kapitän Dennis Diekmeier.
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Offensivspieler, die den Unterschied ausmachen

Schließlich verfügt Darmstadt mit Spielern wie dem technisch starken und schussgewaltigen Tobias Kempe oder der einzigen und felsenfest gesetzten deutsch-türkischen Sturmspitze Serdar Dursun (10 Saisontore) über Offensivspieler, die den Unterschied ausmachen können. Trainer Dimitrios Grammozis wird es als Fehler erachtet haben, dass der 30-jährige Kempe in den ersten zehn Saisonspielen nur zu sporadischen Einsätzen kam, was auch bei den Fans für Unmut sorgte. Die Begründung des Coachs war: „Wir wollen offensiver agieren, jungen Leuten die Chance geben. Das hat nichts mit persönlichen Dingen zu tun.“

Kempe derzeit in Topform

Die Lilien-Legende Kempe schoss den Verein 2015 am letzten Spieltag mit einem Freistoßtreffer in die Bundesliga und bewahrte die Darmstädter mit einem weiteren entscheidenden Treffer 2018 beim Saisonfinale vor dem Absturz in die Drittklassigkeit. Nach neun Spieltagen rangierten die Lilien auf Platz 17 – am 10. Spieltag wurde Kempe beim Spiel in St. Pauli eingewechselt und bereitete den Siegestreffer vor. Seitdem steht der Mittelfeldspieler wieder in der Startelf und machte vier Tore bei weiteren zwei Torvorlagen. Seinen letzten Treffer erzielte er am letzten Spieltag beim 3:2-Sieg in Dresden.

Etwas orientierungslos wirkt in dieser Szene Sandhausens Leart Paqarada (re.) im Duell mit dem Heidenheimer Robert Leipertz

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Für Schuhen das erste Duell mit dem Ex-Verein

Torhüter Marcel Schuhen, der nach zwei erfolgreichen Jahren beim SV Sandhausen diese Saison zu Darmstadt wechselte, zu dem Spiel: „Die erste Halbzeit war fußballerisch richtig gut. Es ist schön, wenn man nach fünf Unentschieden in Folge gewinnt. Es war ein eingeschworener Haufen und zwar nicht nur die Jungs, die spielen, sondern auch die, die reinkommen und sofort funktionieren müssen. Es war ein Sieg der Gemeinschaft.“ „Schuh“ wird am Sonntag erstmals auf die alten Mannschaftskollegen treffen, nachdem er beim Hinspiel wegen eines Armbruchs ausfiel. Als er wieder mitwirken konnte, patzte er zunächst gegen Fürth und Regensburg kräftig, womit sein Stammplatz schon am wanken schien. Doch inzwischen zeigt er sich wieder in guter Form und gibt einer nicht immer sattelfesten Defensive, wie sich auch in der 2. Hälfte in Dresden zeigte, den nötigen Rückhalt.

Darmstadt zu Hause mit fahrlässiger Chancenverwertung

Die Hessen verloren nur eines der letzten neun Spiele und ließen bei den 2:2-Remis in den Heimspielen im Merck-Stadion am Böllenfalltor gegen Regensburg oder Osnabrück bei fahrlässiger Chancenverwertung Punkte liegen. Marvin Mehlem könnte nach abgelaufener Gelbsperre wieder in die Startelf rücken. In der Winterpause verstärkten sich die Lilien mit dem beim 1. FC Köln aussortierten Rechtsverteidiger Matthias Bader und leihweise dem Innenverteidiger Nicolai Rapp von Union Berlin.

Mögliche Aufstellungen:

SV Darmstadt 98: Schuhen – Bader, Dumic, Höhn, Holland – Palsson, Stark – Honsak, Kempe, Mehlem – Dursun
SV Sandhausen: Fraisl – Diekmeier, Zhirov, Nauber, Paqarada – Paurevic, Linsmayer – Gislason, Engels - Bouhaddouz, Behrens

Fotos: Kraichgausport

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