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TSG ärgerte Guardiolas Star-Truppe und war nahe dran am Punktgewinn
Personell stark dezimierte Hoffenheimer machten es dem Favoriten schwer
Mittwoch, 3. Oktober 2018

Die TSG Hoffenheim bot in ihrem ersten Champions-League-Heimspiel der Vereinsgeschichte gegen Manchester City eine starke Leistung und machte es dem englischen Meister lange Zeit schwer, seiner Favoritenrolle gerecht zu werden. Nach der frühen 1:0-Führung durch Belfodil nach nur 44 (!) Sekunden, glichen die Citizens durch Agüero wenig später aus (8.). Je länger die Partie lief, desto ausgeglichener wurde sie. Aufgrund einer Unachtsamkeit kurz vor Spielende brachten sich die Kraichgauer, den sicheren Punktgewinn vor Augen, noch selbst um den verdienten Lohn. Als Innenverteidiger Posch den Ball im eigenen Strafraum nicht schnell genug klären konnte, war David Silva zur Stelle und erzielte den späten 2:1-Siegtreffer für das Team von Star-Trainer Pep Guardiola.

Mit vereinten Kräften verhindert die TSG-Abwehr einen Treffer von Manchesters Stürmer Sterling

Kraichgaufoto

TSG musste auf zehn Stammkräfte verzichten

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann musste vor der Partie einen weiteren personellen Rückschlag wegstecken. Zu der ohnehin schon langen Verletztenliste von acht Spielern gesellten sich mit Schulz (Oberschenkel) und Zuber (Rücken) zwei weitere Stammkräfte. Aufgrund der personellen Notsituation wurde kurzfristig der erst 18-jährige Amade in den Kader beordert, der nur wenige Stunden zuvor beim Hoffenheimer 5:2-Sieg der U19 in der Youth League gegen Manchester City eine Halbzeit gespielt hatte.
Gäste-Trainer Guardiola, der nach seiner Innenraumsperre wieder an der Seitenlinie coachen durfte und mit der Bürde von vier verlorenen CL-Partien in Folge, darunter die Auftaktniederlage im Heimspiel gegen Lyon (1:2) antrat, beorderte mit dem ehemaligen Hamburger Kompany, dem früheren Dortmunder Gündogan und Ex-Schalker Sané drei ehemalige Bundesligastars in der Anfangsformation.

Duell der Taktik-Füchse Nagelsmann - Guardiola

Nagelsmanns Plan mit den drei Stoßstürmern Szalai, Joelinton und Belfodil und einer Viererkette überraschte selbst Taktik-Fuchs Guardiola, was in der Folge ein taktisches Duell auf Augenhöhe nach sich zog. Dabei waren die Vorzeichen zwischen beiden Teams deutlich: Während die junge Hoffenheimer Mannschaft (Durchschnittsalter 25 Jahren) mit der Erfahrung von nur 27 Champions-League-Spielen an den Start ging, brachte es Manchester City (29 Jahre) bereits auf 406 Spiele in der Königsklasse.

Blitzstart nach 44 Sekunden durch Belfodil

Die Partie begann vor 24.851 Zuschauer (ausverkaufter Heimbereich) mit einem Paukenschlag. Nach herrlichem Zuspiel von Demirbay stand plötzlich Belfodil frei vor Keeper Ederson und schob abgeklärt nach nur 44 Sekunden zum 1:0 (1.). Es war der drittschnellste Treffer eines Bundesligaspielers in der Geschichte der Königsklasse. Nur die beiden Bayern-Profis Maakay (10 Sekunden) im Jahr 2007 und Alaba (25 Sekunden) 2013 trafen schneller.

Hoffenheimer Torjubel nach Belfodils 1:0 nach 44 Sekunden

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Agüero gleicht aus

Der Gegentreffer war jedoch Startschuss zu einem wahren Angriffswirbel der Engländer, die wenig später ausgleichen konnten. Nachdem sich Sané links im Strafraum gegen Brenet durchgesetzt hatte, landete der Ball etwas glücklich bei Agüero, der nur noch einschieben brauchte. Auch im weiteren Verlauf war ManCity das dominierende Team, das mit viel Ballbesitz und brandgefährlichen Tempodribblings ständig für Gefahr sorgte. Doch mit Glück und Geschick verhinderte die junge Hoffenheimer Abwehrreihe vor Torhüter Baumann einen weiteren Gegentreffer. Zunächst scheiterte Sterling frei vor Baumann (16.), dann waren es Sané (33.) und Aguero (35.) die gute Tormöglichkeiten ungenutzt ließen.

TSG setzt Nadelstiche

Die lauffreudigen Hoffenheimer setzten viel Mut und aufopferungsvollen Kampf dagegen und wehrten sich mit vereinten Kräften. Durch vereinzelte Konter brachten sie die City-Abwehr einige Male in Verlegenheit. Nachdem Belfodil eine vielversprechende Führungsmöglichkeit nicht verwerten konnte (39.), blieb es bei Remis zur Pause, das von den begeisterten Hoffe-Fans lautstark gefeiert wurde.

TSG gestaltet die Partie in der zweiten Hälfte ausgeglichen

Den hohen Druck der ersten 45 Minuten konnten die Gäste im zweiten Abschnitt nicht aufrecht halten und taten sich immer schwerer, sich gegen die defensiv gut organisierten Gastgeber entscheidend in Szene zu setzen. Diese wiederum setzten gefährliche Nadelstiche und hatten durch den eingewechselten Kramaric (59.) das 2:1 auf dem Fuß. Auf der anderen Seite boten sich David Silva (51.) und Fernandinho (59.) zwei Tormöglichkeiten.

Packender, intensiver Zweikampf - Hoffenheim verlangte dem großen Favoriten alles ab

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Zwei umstrittene Schiri-Entscheidungen

Im weiteren Verlauf der hochinteressanten Partie rückt nun der slowenische Schiedsrichter Damir Skomina in den Mittelpunkt. Nach einer bösen Frontal-Grätsche von Walker an Kaderabek entschied er anstatt des fälligen Platzverweises nur auf Gelb (66.), und nach einem Kontakt von Baumann am vorbeisprintenden Sané, der im Vollsprint anschließend zu Boden ging, verweigerte er dem deutschen Nationalspieler einen Strafstoß (73.).

Posch-Fehler bringt ManCity den Sieg

Als die Partei in ihrer Schlussphase nun hin und her wog und vieles auf eine Punkteteilung deutete, unterlief dem 21-Jährigen Österreicher Posch ein kapitaler Fehler. Anstatt eine Flanke von der linken Seite aus dem Strafraum kompromisslos zu klären, versuchte er den Ball zu stoppen, was der hinter ihm stehende David Silva eiskalt ausnutzte, indem er dazwischen ging und aus kurzer Distanz zum glücklichen 2:1 für Manchester traf (87.). In der noch verbleibenden Spielzeit waren die Nagelsmänner nun alles nach vorne, schafften es aber nicht, einen zweiten Treffer zu landen.
Trotz der enttäuschenden Niederlage feierten die Zuschauer mit viel Applaus die leidenschaftliche Vorstellung der stark ersatzgeschwächten Hoffenheimer Mannschaft, für die es in der Bundesliga am Sonntag um 15.30 Uhr gegen Eintracht Frankfurt weitergeht. In der Champions League empfängt die TSG am Dienstag, 23. Oktober um 21 Uhr Olympique Lyon.

Statistik

TSG Hoffenheim: Baumann – Akpoguma, Hoogma, Posch – Brenet, Demirbay (85. Hack), Grillitsch (82. Bittencourt), Kaderabek – Joelinton, Szalai (54. Kramaric), Belfodil
Manchester City: Ederson – Walker, Kompany, Otamendi (64. Stones), Laporte – Fernando – David Silva, Gündogan (68. B. Silva) – Sterling (75. Mahrez), L. Sané – Agüero
Tore: 1:0 Belfodil (1.), 1:1 Agüero (8.), 1:2 David Silva (87.).
Zuschauer: 24.851
Schiedsrichter: Damir Skomina (Slowenien)

Fotos: Kraichgaufoto

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