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TSG scheitert nach Elfmeter-Krimi an Greuther Fürth
Bitterer Jahresabschluss mit Pokal-Aus für TSG Hoffenheim
Dienstag, 22. Dezember 2020

Bittere vorweihnachtliche Bescherung für die TSG Hoffenheim kurz vor Heiligabend. In der 2. Runde des DFB-Pokals unterlag der Bundesligist dem Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth 8:9 nach Elfmeterschießen. Nach einem 2:2-Unentschieden in der regulären Spielzeit und einer anschließenden torlosen Verlängerung musste im Elfmeterschießen die Entscheidung fallen. Während den Kraichgauern in der 1. Pokalrunde beim mühsamen Weiterkommen beim Chemnitzer FC ebenfalls im Elfmeterschießen das Glück zur Seite stand, jubelten dieses Mal die Franken im Sinsheimer Geisterspiel. Der Einzug ins Achtelfinale war hart umkämpft und wurde erst nach 18 Schützen entschieden. Es war bereits der zweite Pokalstreich der Kleeblätter, die an gleicher Stelle 2012 nach einem 1:0-Sieg ins Pokalhalbfinale einzogen. Nach dem Pokal-Aus wurde daraufhin TSG-Trainer Stanislawski gefeuert.

Pokal-Aus in Runde 2. Vogt (li.) und Adams zeigten beim entscheidenden Elfmeterschießen Nerven und scheiterten vom Punkt
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Kramaric bringt TSG die Führung - Ernst gleicht aus

Die Partie im Sinsheimer Nieselregen begann vielversprechend für den Tabellenzwölften. Nachdem Baumgartner aus elf Metern das Gästetor verfehlte (7.), brachte fünf Minuten später Torjäger Kramaric seine Mannschaft 1:0 in Führung. Vorausgegangen war ein Abspielfehler von Fürths Torhüter Burchert zu Bebou, dessen Flanke der Kroate unbedrängt aus kurzer Distanz über die Linie drückte (13.). Die Franken steckten den Rückstand schnell weg und glichen durch Ernst zum 1:1 aus (21.). In der Folge ging es hin und her, beide Teams investierten viel und hatten ihre Möglichkeiten. Während die Grün-Weißen durch Leweling (26.) und Nielsen (28.) in Führung hätten gehen können, bot sich die Chance zur Führung auf der anderen Seite Kramaric (41.). Es blieb jedoch beim leistungsgerechten Remis zur Pause, bei dem ein Unterschied zwischen Erst- und Zweitligist nicht zu erkennen war.

Blitzstart der Kleeblätter - Akpoguma gleicht aus

Die Fürther erwischten den optimalen Start in Hälfte 2 und gingen nach 34 Sekunden durch Meyerhöfer 2:1 in Führung (46.). Diese hielt aber nicht lange, denn nur drei Minuten später nutzte Akpoguma einen Stellungsfehler in der Fürther Hintermannschaft, indem er völlig frei aus zehn Metern eine Flanke von Rudy zum 2:2 einköpfte (49.). Für den Defensivspieler war es das erste Tor in seiner Profikarriere. Es entwickelte sich ein packender Pokalfight, bei dem beide Mannschaften mit hohem Tempo und vielen Zweikämpfen nach der Entscheidung suchten. Diese bot sich nach 68 Minuten Rudy, der eine Kramaric-Flanke frei vor dem Tor drüber köpfte.

Akpoguma erzielte beim 2:2-Ausgleich gegen Fürth seinen ersten Pflichtspieltreffer für die TSG
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Baumann verhindert vorzeitiges Aus

Als man sich schon auf die bevorstehende Verlängerung einstellte, führte ein Konter der Gäste zum Strafstoß. Hoffenheims Sessegnon hatte in der Nachspielzeit Hrgota bei einem Zweikampf ungeschickt zu Fall gebracht. Doch Seguin zeigte Nerven und scheiterte mit seinem strammen Schuss am glänzend parierenden Baumann (90.+4). In der folgenden Verlängerung blieb es weiter spannend. Zunächst scheiterte Abiama an Baumann (92.), und kurz vor dem Ende ging ein Schuss von Kramaric nur um Zentimeter neben das Tor (118.). Die Entscheidung musste im Elfmeterschießen fallen.

Nervenaufreibendes Elfmeterschießen

Nach dem ersten Treffer von Kramaric schoss Fürths Bauer weit übers Tor. Danach trafen für Hoffenheim Rudy, Skov und Adamyan, für Fürth Raum, Seguin und Sarpei. Nachdem Vogt für die TSG den Ball hoch übers Tor in Richtung benachbarter Badewelt drosch, glich Hrgota zum 4:4 aus. Es wurde immer dramatischer: Zunächst scheiterte Bogarde an Burchert und im Anschluss traf Ernst nur die Unterkante der Latte. Nachdem Akpoguma und Sessegnon für die TSG, Jaeckel und Tillman für die SpVgg trafen, schoss Adams an die Querlatte. Fürths Meyerhöfer ließ sich diese Gelegenheit nun nicht mehr nehmen und traf zum vielumjubelten Fürther Siegtreffer.

Adams scheiterte als letzter Hoffenheimer Elfmeterschütze an der Querlatte

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Lob für den Gegner

Anerkennende Worte gab es im Anschluss von Torhüter Baumann an den glücklichen Sieger: „Wir konnten das Spiel nicht klar gestalten und waren in der Summe nicht besser. Wir sind mit Glück in die Verlängerung gekommen. Als ich den Elfmeter in der 90. Minute gehalten habe, habe ich gehofft, dass uns das nochmal pusht. Ich finde, Fürth hat es verdient, man muss das auch anerkennen.“ Für Gacinovic war es ein typisches Pokalspiel: „Solche Spiele gibt es oft im Pokal. Wir haben uns zu wenig Chancen erspielt und müssen noch mutiger und konsequenter auftreten. Wir wollten unbedingt weiterkommen, daher ist das sehr bitter.“

Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Akpoguma, Vogt, Nordtveit (34. Adams), Sessegnon – Rudy – Gacinovic (111. Bogarde), Baumgartner (57. Skov) – Kramaric – Bebou (77. Adamyan), Dabbur (77. Belfodil)
SpVgg Greuther Fürth: Burchert – Meyerhöfer, Jaeckel, Bauer, Raum – Stach (106. Tillman) – Seguin, Green (75. Sarpei) – Ernst – Leweling (86. Hrgota), Nielsen (75. Abiama)
Tore: 1:0 Kramaric (13.), 1:1 Ernst (21.), 1:2 Meyerhöfer (46.), 2:2 Akpoguma (49.)
Elfmeterschießen: 3:2 Kramaric, Bauer verschießt, 4:2 Rudy, 4:3 Raum, 5:3 Skov, 5:4 Seguin, 6:4 Adamyan, 6:5 Sarpei, Vogt verschießt, 6:6 Hrgota, Bogarde scheitert am Torhüter, Ernst verschießt, 7:6 Akpoguma, 7:7 Jaeckel, 8:7 Sessegnon, 8:8 Tillman, Adams verschießt, 8:9 Meyerhöfer
Besondere Vorkommnisse: Baumann hält Foulelfmeter von Seguin (90.+4)

Fotos: Kraichgaufoto und Kraichgausport

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