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TSG steht nach Elfmeterschießen gegen Würzburg in der 2. Pokalrunde
Hoffenheim entgeht glücklich einer Pokalblamage
Samstag, 10. August 2019

Was war das für ein Nervenspiel. Bundesligist TSG Hoffenheim siegt im Elfmeterkrimi gegen Drittligist Würzburger Kickers 8:7 und erreicht äußerst glücklich die 2. Runde des DFB-Pokals. Dabei sah es über eine Stunde nach einer klaren Angelegenheit für die Kraichgauer aus, die nach Treffern von Kaderabek (29.) und Bebou (54.) ungefährdet 2:0 in Führung lagen. Aufgrund des makellosen Auftritts und der daraus resultierenden 2-Tore-Führung glaubten nur wenige der 13.090 Zuschauer im Stadion am Dallenberg noch an eine Wende. Doch Nachlässigkeiten und fehlende Konzentration ermöglichten den Gastgebern, durch einen Doppelschlag von Kaufmann (68.) und Vrenezi (75.) auf 2:2 auszugleichen. In der fälligen Verlängerung brachte Adam Szalai die Gäste erneut in Führung (99.), ehe die Kickers durch Pfeiffer fünf Minuten vor dem Ende noch zum 3:3 ausgleichen konnten (115.). Im alles entscheidenden Elfmeterschießen setzte sich der Favorit aufgrund von zwei gehaltenen Strafstößen von Torhüter Oliver Baumann dann doch noch durch.

Oliver Baumann war mit zwei gehaltenen Strafstößen Hoffenheims Pokalheld in Würzburg

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Makelloser Auftritt des Favoriten mit Rekord-Passquote

Es war eine höchst einseitige erste Halbzeit, in der die Gäste klar dominierten. Mit 489 angekommenen Pässen stellten die Kraichgauer in der ersten Hälfte einen neuen Rekordwert im DFB-Pokal seit Beginn der Datenerfassung in 45 Minuten auf. Nach einer Grifo-Ecke kann Würzburgs Torwart Verstappen einen Kopfball von Hübner zwar noch parieren, doch Kaderabek steht goldrichtig und köpft zur 1:0-Führung ein. In der zweiten Hälfte erhöhte Neuzugang Bebou mit einem wuchtigen Schuss von rechts über Torhüter Verstappen auf 2:0. Würzburg war zu diesem Zeitpunkt völlig überfordert, hatte kaum Offensivaktionen.

Rätselhafte Wende im Spiel

Es ist rätselhaft, warum das Team von Trainer Schreuder urplötzlich einen Gang zurückschaltete und dadurch völlig den Faden verlor. Der Ausgleich der immer stärker werdenden und unermüdlich kämpfenden Würzburger war die logische Konsequenz. Aus einer einseitigen Partie hatte sich ein umkämpfter Pokalfight entwickelt. Zunächst verkürzte Kaufmann aus kurzer Distanz auf 1:2, und wenig später foulte der kurz zuvor eingewechselte Brenet Würzburgs Besten Kaufmann im Strafraum. Vrenezi ließ sich diese Chance nicht nehmen und trifft zum 2:2-Ausgleich. Auch in der Schlussviertelstunde können die Blau-Weißen den Spieß nicht mehr umdrehen und lassen ein Aufbäumen vermissen. Stattdessen werden die Kickers immer frecher und mutiger in ihren Aktionen. Es ging schließlich in die Verlängerung.

Bebou erzielte in seinem ersten Pflichtspiel für Hoffenheim die 2:0-Führung und traf auch im Elfmeterschießen souverän vom Punkt

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Szalai mit akrobatischer 3:2-Führung - Chancen im Minutentakt

Auch die erneute Führung durch einen Knietreffer des Ungarn Szalai bringt keine Sicherheit ins TSG-Spiel. In der zweiten Hälfte der Nachspielzeit bieten sich den Franken Tormöglichkeiten im Minutentakt. Zunächst rettet Torhüter Baumann gegen Kaufmann (108.), dann hat Pfeiffer zwei Mal Pech, als er hintereinander jeweils an der Torlatte scheitert (109.). Und nachdem Baumann wieder gegen Kaufmann retten muss (110.), drischt im Gegenzug Szalai frei aus elf Metern den Ball übers Tor (111.). Drei Minuten später glückt dem zuvor noch unglücklich agierendem Pfeiffer per Kopfball nach einer Ecke doch noch der inzwischen hochverdiente 3:3-Ausgleich. Es folgte die Entscheidung im Elfmeterschießen.

Erst der zwölfte Strafstoß bringt die Entscheidung

Auch beim Duell vom Punkt gab es nach jeweils fünf Schützen noch keinen Sieger. Nachdem für Hoffenheim Szalai, Bebou, Skov und Rudy verwandeln, scheitert Rupp an Keeper Verstappen. Für Würzburg treffen Hägele, Schuppan, Vrenezi und Wideman, ehe Kaufmann an Baumann scheitert. In der Verlängerung trifft Posch für die TSG, während Hansen gegen Baumann den Kürzeren zieht. Erst der zwölfte Versuch entschied letztendlich die Partie. Aufgrund der besseren oder auch glücklicheren Nerven ging somit das Debüt von Trainer Schreuder nicht gänzlich in die Hose. Bis zum Bundesligaauftakt am nächsten Sonntag in Frankfurt gilt es bei den Hoffenheimern noch einiges zu verbessern, um gegen einen deutlich stärkeren Gegner bestehen zu können.

Adam Szalai traf zum 3:2 und verwandelte den ersten Strafstoß im Elfmeterschießen

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Statistik:

Würzburger Kickers: Verstappen – Hansen, Hägele, Schupan – Hemmerich, Sontheimer, Gnaase (66. Widemann), Kwadwo – Kaufmann, Pfeiffer – Baumann (58. Vrenezi)
TSG Hoffenheim: Baumann – Posch, Vogt, Hübner – Kaderabek, Rudy, Grillitsch (91. Rupp), Geiger (79. Skov), Zuber (72. Brenet) – Bebou, Grifo (46. Szalai)
Tore: 0:1 Kaderabek (29.) 0:2 Bebou (54.), 1:2 Kaufmann (68.), 2:2 Vrenezi (75.), 2:3 Szalai (99.), 3:3 Pfeiffer (115.)
Elfmeterschießen: 3:4 Szalai, 4:4 Hägele, 4:5 Bebou, 5:5 Schuppan, 5:6 Skov, Baumann hält gegen Kaufmann, 5:7 Rudy, 6:7 Vrenezi, Verstappen hält gegen Rupp, 7:7 Widemann, 7:8 Posch, Baumann hält gegen Hansen
Zuschauer: 13.090

Fotos: Kraichgaufoto

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