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TSG zerlegt überforderte Schwaben in zwölf Minuten mit vier Treffern
Hoffenheim siegt in Überzahl 4:0 über Stuttgart
Samstag, 27. Oktober 2018

Die TSG Hoffenheim hat das prestigeträchtige baden-württembergische Duell gegen den VfB Stuttgart vor ausverkauftem Haus mit 30.150 Zuschauern und vier Treffern innerhalb von nur zwölf Minuten zwischen der 48. und 60. Minute für sich entschieden. Während die Schwaben damit weiterhin punktgleich mit Fortuna Düsseldorf auf den Abstiegsrängen logieren, klettern die Kraichgauer in der Tabelle um eine Position höher auf Platz 8. Für den neuen VfB-Coach Markus Weinzierl war es nach der Heimniederlage gegen Borussia Dortmund bereits die zweite 0:4-Klatsche seit seinem Amtsantritt am Neckar. Seit 16 Pflichtspielen, genauer seit dem 2:0-Heimsieg im April diesen Jahres gegen den Hamburger SV, kassierten die Hoffenheimer erstmals in einem Pflichtspiel kein Gegentor.

Innerhalb von nur zwölf Minuten konnten sich die Hoffenheimer über vier Torerfolge freuen

VfB nach erster Großchance dezemiert sich früh nach acht Minuten

Dabei sah es in der ersten Hälfte nicht nach einem derart klaren Derby-Sieg aus. Bereits nach sechs Minuten hätte der VfB durch Mario Gomez in Führung gehen können, als er allein aufs gegnerische Tor zulief und nur knapp vorbei zielte. Die Anfangshektik bekam in der 8. Minute zusätzliches Feuer, als Stuttgarts Insua Zapata Gegenspieler Pavel Kaderabek auf Höhe der Mittellinie mit einem Karate-Kick an Kopf und Schulter trifft. Schiedsrichter Willenborg zeigte daraufhin nach Überprüfung der Szene durch den Video-Bildschirm wegen rohen Spiels glatt Rot - eine harte, aber vertretbare Entscheidung.

TSG tut sich trotz Überzahl schwer

Während sich der VfB auf die neue Situation gut einstellte, defensiv sicher stand und wenig zuließ, verspürten die Hoffenheimer wenig Torgefahr. Auch in Überzahl fanden sie kaum ein geeignetes Mittel, sich zwingende Torchancen zu erspielen. Nachdem Stuttgarts Gonzalez eine Freistoßflanke knapp neben das Tor köpfte (12.), traf auf der anderen Seite der starke Ishak Belfodil mit einem Schlenzer aus 18 Metern nur das rechte Lattenkreuz (26.). Fast im Gegenzug landete ein Gonzalez-Kopfball nach einer Ecke am Pfosten (27.). Ansonsten tat sich vor beiden Toren relativ wenig, die Gäste igelten sich mit zehn Mann rund um ihren eigene Strafraum und machten es so dem Gegner schwer, Anspielstationen in vorderster Front zu finden.

Grillitsch muss verletzt raus

Eine weitere unschöne Szene dann in der 37. Minute, als Santiago Ascacibar am Anspielpunkt Florian Grillitsch mit gestrecktem Bein am rechten Knöchel traf. Der Unparteiische schaute sich auch hier die Szene nochmals am Monitor an und entschied nur auf Gelb für den Stuttgarter. Dabei hatte er noch Glück, denn für Hoffenheims Spielmacher war die Partie zu diesem Zeitpunkt beendet.

Geballte Freude bei Ishak Belfodil nach seinem Doppelpack zum 3:0 und 4:0 gegen den VfB Stuttgart

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Hoffenheim überrennt völlig überforderte Stuttgarter mit vier Treffern

Die zweite Hälfte begann furios und wird in die Geschichte dieses Nachbarschaftsduells eingehen. Innerhalb von nur zwölf Minuten überrannten die Blau-Weißen den Gegner und schraubten das Ergebnis auf 4:0 hoch. Während die Stuttgarter nun völlig in sich zusammen brachen, drehte die TSG förmlich wie aus einem Guss auf. Nachdem das englische Talent Reiss Nelson gleich drei Gegenspieler im Strafraum schwindlig spielte und an Torhüter Ron-Robert Zieler scheiterte, brauchte im Nachschuss Joshua Brenet aus kurzer Distanz nur noch zum 1:0 einschießen (48.). Der Bahn war nun gebrochen. Drei Minuten später setzte sich Brenet auf der linken Seite durch und spielte quer auf den freistehenden Joelinton, der locker aus vier Metern zum 2:0 nur noch einschieben brauchte (51.). Während sich der VfB kollabierte und überhaupt nicht mehr befreien konnte, setzte die TSG entschlossen nach und erhöhte mit einem Doppelpack von Belfodil auf 3:0 bzw. 4:0. Zunächst traf er nach einem Steinpass von Joelinton rechts unten (57.) und kurz darauf traf er nach einem verhängnisvollen Fehlpass von Christian Gentner ins linke obere Eck (60.).

oelinton (li.) traf nach seinem Last-Minute-Treffer gegen Lyon auch gegen Stuttgart
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TSG schraubt nun einen Gang zurück

Mit der Vier-Tore-Führung im Rücken schraubten die Nordbadener das Tempo einen Gang herunter und kontrollierten in der restlich verbleibenden Spielzeit Ball und Gegner. Während die Hoffe-Fans den Derby-Sieg mit dem „Abschuss der Schwaben“ besangen und lautstark das Badner-Lied zelebrierten, halte es aus dem Gästeblock „Wir haben die Schnauze voll“. Nachdem der eingewechselte Vincenzo Grifo mit einem Distanzschuss am rechten Außenpfosten scheiterte (86.) blieb es letztendlich beim zweiten Sieg im fünften Heimspiel. Für die Hoffenheimer geht es bereits am Mittwoch um 20.45 Uhr in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Ligakonkurrent RB Leipzig weiter.

Fotos: Kraichgaufoto

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