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Verlieren verboten!
Beim Duell Schalke gegen Hoffenheim steht viel auf dem Spiel
Donnerstag, 7. Januar 2021

Am 15. Bundesligaspieltag gastiert die TSG Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr) bei Tabellenschlusslicht FC Schalke 04. Nach der 1:3-Heimniederlage zum Jahresauftakt gegen den SC Freiburg und dem Pokal-Aus gegen die SpVgg Greuther Fürth kommt der Tabellendreizehnte zunehmend unter Zugzwang. 15 Punkte bei nur vier Saisonsiegen ist nicht der Anspruch, dem sich die Kraichgauer stellen. Mit Blick auf die bevorstehenden Aufgaben im Januar mit den Spielen gegen Schalke 04, Arminia Bielefeld, Hertha BSC Berlin und 1. FC Köln kommt jedoch im Blau-Weißen Umfeld die Hoffnung auf, dass es tabellarisch wieder weiter nach oben gehen könnte.

TSG-Torhüter Oliver Baumann klärt beim letzten Duell zwischen der TSG und S04 in Sinsheim per Faustabwehr. Gelingt es dem Schlussmann am Samstag erstmals in dieser Bundesligasaison ohne Gegentreffer zu bleiben?
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Vorsicht vor angeschlagenen Boxern

Wenn nicht gegen die Mannschaften aus den Abstiegsregionen gepunktet wird, gegen wen sonst, könnte man meinen. Rein statistisch gesehen kommen da die noch immer sieglosen Königsblauen, gegen die man in den letzten vier Duellen ungeschlagen blieb, als Aufbaugegner gerade recht. S04 ist seit 30 Spielen sieglos und würde bei einer erneuten Niederlage gegen die TSG den ewigen Negativrekord von Tasmania Berlin aus der Spielzeit 1965/66 einstellen. Mit 39 Gegentreffern ist das Team aus dem Ruhrpott aktuell die Schießbude der Liga. Die Vorzeichen im Duell der beiden einzigen Bundesligisten, die im bisherigen Saisonverlauf noch nicht zu Null spielten, sprechen eigentlich eindeutig für die Gäste. Doch Vorsicht ist geboten, Schalke ist ein angeschlagener Boxer, der zwar schon bedenklich wankt, aber noch lange nicht K.o. gegangen ist. Der hochverschuldete Traditionsverein sehnt sich nach dem Befreiungsschlag, hofft mit dem ersten Saisonsieg die große Wende herbeizuführen.

Hoffnungsträger Kolasinac

Die Hoffnungen im Team des neuen Trainers Christian Gross sind dabei eng verbunden mit der Rückkehr von Sead Kolasinac, der von Arsenal London ausgeliehen wurde. Der Bosnier versprühte nach dreieinhalbjähriger Abstinenz bei seiner Vorstellung Anfang der Woche bereits Aufbruchstimmung, indem er unmissverständlich zum Ausdruck brachte, dass er „Präsenz zeigen und Verantwortung übernehmen wolle, damit der Klassenerhalt noch geschafft werden kann“.

Kopfballsieger Stefan Posch (re.) kehrt nach seiner Gelbsperre wieder zurück in die Hoffenheimer Hintermannschaft

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"Wir schauen nur auf uns"

Auch wenn Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß nach zuletzt nur zwei Siegen in zwölf Ligaspielen zunehmend unter Ergebnisdruck kommt sieht er zumindest nach außen hin, gelassen auf die bevorstehende Aufgabe in Gelsenkirchen: „Die Situation auf Schalke ist für die TSG irrelevant. Wir sind gut beraten, auf uns zu schauen". Aufgrund der überdurchschnittlich großen personellen und sportlichen Rückschläge bedingt durch Corona-Infektionen, vielen Verletzungen sowie der Dreifachbelastung lässt sich der gebürtige Münchner in seinem ersten Profijahr als Trainer nicht den Optimismus nehmen. „Ich fokussiere mich voll auf uns, um uns bis Samstag so zu festigen, damit wir dieses Spiel gewinnen. Mit Qualität und Stabilität, nicht mit Ankündigungen", sagt Hoeneß vorausblickend auf die nächste Aufgabe.

Nicht immer das erste Gegentor kassieren

Der Hoffe-Coach wünscht sich neben mehr Stabilität vor allem deutlich weniger Gegentore: „Wir müssen uns sensibilisieren und fokussieren, konzentrierter in die Spiele zu gehen. Wir kassieren oft das erste Tor im Spiel“. Dass seine Mannschaft bei weiterhin ausbleibendem Erfolg womöglich noch in den Abstiegskampf rutschen könnte, glaubt der 38-Jährige bei realistischer Einschätzung der aktuellen Situation nicht: „Das ist kein Thema, dafür sind wir noch viel zu früh in der Saison“.

Ihlas Bebou (2. v.l.) beim Schuss aufs Schalker Tor. Der Hoffenheimer Angreifer dürfte am Wochenende, nicht zuletzt wegen seines Treffers am letzten Spieltag gegen Freiburg, wieder zur Stammformation gehören.

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Weiterhin großer personeller Aderlass

Personell müssen die Hoffenheimer „Auf Schalke“ neben den Langzeitverletzten Benjamin Hübner, Ermin Bicakcic und Konstantinos Stafylidis noch auf Kevin Akpoguma (Muskel- und Sehnenverletzung am Oberschenkel), Sebastian Rudy (Innenbanddehnung im Knie) und Dennis Geiger (Sehnendehnung am Oberschenkel) sowie wegen Trainingsrückstand auf Florian Grillitsch, Pavel Kaderabek und Havard Nordtveit verzichten. Zudem gehen am Samstag mit der jeweils vierten Gelben Karte die vorbelasteten Christoph Baumgartner und Kevin Vogt an den Start. Nach seiner Gelbsperre kehrt dafür wieder Stefan Posch ins Abwehrzentrum zurück.

Bloß nicht verlieren

Am Samstag steht für beide Mannschaften sehr viel auf dem Spiel. Schalke hofft mit einem Heimsieg den Negativlauf endlich zu stoppen, um wieder näher ans rettende Ufer zu gelangen, während es für die favorisierten Hoffenheimer bei einer weiteren Niederlage beim Tabellenletzten richtig ungemütlich werden kann. Der Druck ist auf beiden Seiten, frei nach dem Motto "Bloß nicht verlieren", enorm groß. Im bisherigen Direktvergleich liegen die Kraichgauer mit 9 Siegen, 7 Unentschieden und 8 Niederlagen knapp vorne.

Fotos: Kraichgaufoto

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