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Viele Gemeinsamkeiten im Duell der Tabellennachbarn
Sandhausen empfängt am Freitagabend Aufsteiger Braunschweig
Donnerstag, 5. November 2020

Der SV Sandhausen hinkt weiter den eigenen Ansprüchen hinterher. Nach der dritten Auswärtsniederlage in Osnabrück im dritten Saison-Auswärtsspiel soll nun am Freitag um 18.30 Uhr im Heimspiel gegen Aufsteiger Eintracht Braunschweig das Punktekonto aufgebessert werden, bevor es in die nächste Länderspielpause geht. Pandemiebedingt sind zunächst bis Ende November nirgendwo Zuschauer zugelassen. Die Braunschweiger konnten mit ihrem zweiten Dreier der Saison beim 3:2 gegen den 1. FC Nürnberg mit 7 Punkten in der Tabelle zum SVS aufschließen, haben aber genauso wie die Sandhäuser bisher auswärts noch nicht gepunktet. Bei zwei Heimsiegen, einem Remis und drei Auswärtspleiten sind beide Teams gleich in die Saison gestartet. Nach den bisherigen Laufleistungen treffen die beiden schwächsten Teams aufeinander (SVS 656, Braunschweig 646 km).

Redebedarf beim SV Sandhausen. Nach 3 Niederlagen in 6 Spielen soll gegen Braunschweig unbedingt ein Heimsieg eingefahren werden.

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Das war zu wenig

SVS-Präsident Jürgen Machmeier ärgerte sich über individuelle Fehler bei den Gegentoren in Osnabrück, meinte aber: „Wir müssen versuchen, auf der zweiten Halbzeit aufzubauen, die deutlich besser war, aber insgesamt war es von unserer Mannschaft zu wenig.“ Bei den Gegentoren hatte zweimal Diego Contento gegen Gegenspieler das Nachsehen. Beim Saison-Premierentor von Kevin Behrens nach Dennis Diekmeiers Flanke zeigte der SVS, wie es gehen kann, doch ein Torschussverhältnis von 16:4 für Osnabrück machte mehr als deutlich, woran es momentan hakt – aus dem Mittelfeld heraus zeigten sich die Kurpfälzer spielerisch alles in allem zum wiederholten Male zu limitiert, um die Stürmer einzusetzen und genug Gefahr zu erzeugen.

Noch einige personelle Fragezeichen

Anas Ouahim konnte gegen seinen Ex-Verein wie auch Robin Scheu nicht überzeugen, Alexander Esswein konnte nicht mitwirken, da seine muskulären Beschwerden noch nicht ausgestanden waren und evtl. fürs Spiel gegen Braunschweig nicht ausgestanden sind, Julius Biada fehlt noch länger – es blieben noch die Optionen Philipp Türpitz oder Enrique Pena Zauner für eine mögliche Startelfpremiere diese Saison.

Neuzugang Diego Contento hatte gegen Osnabrück bei zwei Gegentreffern das Nachsehen
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Kisters positiver Befund sorgte für Unklarheit

Ein laues Stürmchen im aufkommenden Herbst ist jedoch nicht das einzige Problem: Nachdem Sandhausens Dienstältester Tim Kister vor dem letzten Spiel positiv auf das Coronavirus getestet wurde, waren die Mannschaftskollegen doppelt belastet, da neben der Infektion des Kollegen noch lange Unklarheit herrschte, ob es weitere positive Befunde geben könnte. Nach weiteren Tests erst einen Tag vor dem Osnabrück-Spiel gab es Entwarnung. Kister ist nach anfänglichen Sypmtomen wie Gliederschmerzen inzwischen beschwerdefrei.

Kein Vertrauen in den Aufstiegscoach

Seit dem Abstieg aus der 2. Liga vor zwei Jahren versuchten sich vier Trainer bei Eintracht Braunschweig am Projekt Wiederaufstieg. Unter Marco Antwerpen gelang schließlich im Sommer die Rückkehr ins Unterhaus, doch nach Disharmonien mit den Verantwortungsträgern, die Antwerpen eine Etablierung der Niedersachsen in der 2. Liga nicht zutrauten, wurde der Vertrag nicht verlängert, und der Aufstiegscoach musste tatsächlich für den früheren Auer-Zweitligacoach Daniel Meyer weichen.

Klassenerhalt das große Ziel

Das Ziel ist erstmal nur der Klassenerhalt, um langfristig wieder an erfolgreichere Zeiten anknüpfen zu können. Die Eintracht stellte 1967 den vierten Deutschen Meister in der 1963 gegründeten Bundesliga, und namhafte Spieler wie Paul Breitner oder Wolfgang Dremmler trugen das Trikot der Löwen. Für Meyers favoriertes 3-5-2 System sah der Coach vor allem für die Defensive noch Handlungsbedarf, und mit Torhüter Felix Dornebusch vom 1. FC Nürnberg, Jannis Nikolaou von Dynamo Dresden sowie Dominik Wydra, den Meyer aus Aue kennt, wurden noch gestandene Spieler geholt, um in der Liga zu bestehen. Mit 12 Gegentoren haben die Niedersachsen aber bisher die zweitmeisten nach Würzburg kassiert, es folgt bald schon der SV Sandhausen mit neun.

Martin Kobylanski hatte einen großen Anteil am Aufstieg der Braunschweiger
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Ballbesitzfußball aus dem Zentrum heraus

Im Mittelfeld gewährt Meyer dem 26-jährigen Ballkünstler Martin Kobylanski noch mehr Freiheiten – mit 18 Toren und 9 Vorlagen hatte Kobylanksi einen riesigen Anteil am Aufstieg. Ihm zur Seite gestellt wurde mit Fabio Kaufmann, den die Braunschweiger ablösefrei vom Mitaufsteiger aus Würzburg verpflichten konnten, ein weiterer Topscorer aus der vergangenen Drittligasaison (14 Tore und 12 Assists). Auch eine Liga höher stehen Kobylanski in der laufenden Saison bereits zwei Tore und zwei Vorlagen zu Buche. Meyer setzt auf Ballbesitzfußball aus dem Zentrum heraus, betont aber „Es ist ein Prozess, und wir müssen schauen, womit wir uns wohlfühlen“. Nürnberg hatte zwar beim schmeichelhaften Sieg der Braunschweiger im letzten Spiel deutliche Vorteile beim Ballbesitz, dafür zeigten sich die Niedersachsen jedoch effektiv und trafen durch zwei Gewaltschüsse von Wiebe und Kobylanski sowie den umstrittenen Strafstoß von Proschwitz in der Nachspielzeit zum Sieg. Felix Kroos, Bruder von Weltmeister Toni, der von Union Berlin als letzter Neuzugang zur Verstärkung der Zentrale kam, bemängelte vor Wochen noch die fehlende Kaltschnäuzigkeit, die sein Team gegen Nürnberg aber an den Tag legte. Linksverteidiger Nico Klaß wäre nach Ablauf seiner Gelb-Rot Sperre wieder spielberechtigt.

Mögliche Aufstellungen:

SV Sandhausen: Fraisl – Diekmeier, Zhirov, Röseler, Contento – Linsmayer, Nartey – Scheu, Türpitz – Behrens, Keita-Ruel
Eintracht Braunschweig: Dornebusch – Ziegele, Wydra, Nikolaou – Wiebe, Ben Balla, Kroos, Schlüter – Kobylanski – Kaufmann, Proschwitz

Fotos: Kraichgausport und BWA

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