Gegen Mainz ist deutlich mehr Durchschlagskraft gefordert
Der SV Sandhausen bleibt in der Regionalliga Südwest eine Wundertüte, der spektakulären Aufholjagd gegen Offenbach und dem verdienten Sieg in Großaspach folgten die Heimklatsche gegen Steinbach Haiger und zuletzt das eher magere 1:1 bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz. Auf Rang 13 hinken die Sandhäuser den eigenen Ansprüchen noch hinterher und empfangen nun in zwei aufeinanderfolgenden Heimspielen zunächst am Samstag um 14 Uhr den Tabellendritten FSV Mainz 05 II und acht Tage später das Kellerkind Bayern Alzenau.

„mit dem Ball waren wir grausam, das tat weh“
SVS-Coach Olaf Janßen
Nach dem 1:5 gegen Steinbach und den Gegentoren Nummer 25 bis 29 – nur drei Teams haben mehr Treffer kassiert – erhoffte sich SVS-Trainer Olaf Janßen eine Reaktion seiner Mannschaft, die er gegen Fulda auch bekam, allerdings fehlte es an der nötigen Dominanz, so der Coach: „In Sachen Energie und Torverteidigung war es besser als im letzten Spiel. Doch mit dem Ball waren wir grausam, das tat weh. Wir dürfen nicht aufhören, Fußball zu spielen und hatten kaum Durchschlagskraft – das war einfach zu wenig.“ Fulda erspielte sich mehr Chancen und zeigte den Elan wie bisher die meisten Gegner, die dem Absteiger aus der 3. Liga aus Sandhausen ein Bein stellen wollen.

Die Qualitäten von Sandhausens Harry Kane
„Alle haben alles rausgehauen“, bescheinigte Routinier und Mannschaftskapitän Pascal Testroet dennoch seinen Teamkollegen. Der Torjäger macht sein Versprechen wahr, dem SVS mit Treffern helfen zu wollen. Bereits 9 der 22 Treffer hat der ´Harry Kane der Sandhäuser` erzielt, womit die Kurpfälzer im Umkehrschluss auch sehr von Testroet abhängig sind, was so gar nicht geplant war, wie Janßen ausführte: „Es war geplant, dass Pascal aufgrund seiner 35 Jahre weniger Einsatzzeiten bekommt, aber wir haben ihn aufgrund unserer personellen Situation immer gebraucht. In der Box hat er natürlich seine Qualitäten.“

Duell der Torjäger
Am Samstag trifft Testroet auf sein Pendant auf Mainzer Seiten: Fabio Moreno Fell traf bereits acht Mal in elf Einsätzen, womit nur der Großaspacher Eisele öfter als Testroet und Moreno Fell in der bisherigen Regionalligasaison traf. David Mamutovic, der in der vergangenen Saison noch für den kommenden Gegner der Sandhäuser auf Torejagd ging, hat sich nach seiner Verletzungspause gut eingefügt und im dritten Einsatz von Beginn an das zweite Tor für den SVS erzielt.

„Wir müssen ein System finden, in dem sich die Mannschaft wohlfühlt“
Trainer Janßen zum weiteren Findungsprozess
Die Mainzer haben wie die Sandhäuser bisher 22 Mal ins Schwarze getroffen, allerdings mit 14 Gegentreffern weniger als die Hälfte der 30 Sandhäuser Gegentore erhalten. Für die Dreier-Abwehrkette hat sich noch keine wirkliche Stammformation herauskristallisiert und der als neuer Abwehrchef verpflichtete Yannick Osee wurde zuletzt nur eingewechselt und war auch in Fulda ein Unsicherheitsfaktor. Über den weiterhin nicht abgeschlossenen Findungsprozess nach dem XXL-Umbruch sagt Janßen: „Wir müssen ein System finden, in dem sich die Mannschaft wohlfühlt.“

Mainz ist durchaus ein Aufstiegskandidat
Gegen das Nachwuchsteam des Bundesligisten aus Mainz dürfte die Sandhäuser Defensive auch gefordert werden – da die Kicker aus der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt seit dem 2. Spieltag ungeschlagen sind, dürften sie sogar den Titelkandidaten angesiedelt werden. Mit der Empfehlung von 53 Treffern in 30 Oberligaspielen wechselte der großgewachsene robuste Moreno Fell dieses Jahr zu den Mainzern, wo er bereits voll überzeugen kann. Beim 2:0 gegen Balingen erzielte er auch beide Treffer und ist wie Yunus Malli seit dieser Saison eine Trumpfkarte im Offensivspiel der 05er. Der 33-jährige ehemalige Bundesligaspieler Malli kehrte an seine alte Wirkungsstätte zurück und erfüllt die ihm aufgetragene Rolle als Führungsspieler.

Wiedersehen mit Linsi
Desweiteren kann der FSV immer wieder auf Spieler aus dem Bundesligakader, die Spielpraxis sammeln sollen, zurückgreifen wie zuletzt Maxim Leitsch. Eingewechselt wurden gegen Balingen mit Julian Derstroff und Denis Linsmayer zwei ehemalige Zweitliga-Akteure des SV Sandhausen, bei den SVS-Fans dürfte es nicht viele beliebtere Spieler wie Linsi geben. SVS-Trainer Janßen über den Gegner: „Bei allem Respekt vor Fulda. Aber die werden uns noch einmal mehr fordern.“

Mögliche Aufstellungen:
SV Sandhausen: Schneller – Schulz, Wimmer, Akmestanli – Kolbe, Krauße, Tarnat, Mamutovic, Halbauer – Testroet, Wagner
FSV Mainz 05 II: Gauer – Leitsch, Müller, Ugljanin – Bamba, Amann, Gleiber, König, Malli, Yamasaki – Moreno Fell
AM
Fotos: foto2press











