Für TSG-Sportchef Schicker würde ein Sieg die hohen Reisekosten nach Kreta entschädigen

Der Befreiungsschlag kam für die TSG genau zum richtigen Zeitpunkt

Nach zwei Niederlagen in Folge feierte die TSG Hoffenheim am 3. Bundesliga-Spieltag in einem stimmungsvollen Nachbarschaftsduell gegen den VfB Stuttgart das erste Erfolgserlebnis. In einer über 90 Minuten intensiven und ausgeglichenen Partie hatten die Gastgeber vor 30.150 Zuschauern, darunter über 10.000 Gästefans, am Ende mit 2:1 knapp die Nase vorn.

Gegen Hoffe laufen alle am meisten

Beide Teams begannen von Beginn an mit hohem Pressing und schnellem Kombinationsspiel. In einer sehr laufintensiven Partie, in der die TSG 12,634 km und der VfB 124,8 km runter spulten, ging es hin und her, ganz nach dem Geschmack der Zuschauer. Für TSG-Trainer Christian Ilzer war die überdurchschnittlich hohe Laufintensität beider Teams nicht überraschend: „Die jeweilige Laufleistung der Mannschaften hängt immer vom Gegner ab. Es ist statistisch belegt, dass gegen uns die Teams am meisten laufen. Es ist nicht komfortabel und angenehm gegen uns zu spielen.“ Das mussten über 90 Minuten am Samstag auch die Schwaben spüren.

Hlozek und Baumann waren die gefeierten Helden

Einer der gefeierten Helden bei den Gastgebern war der zweifache Torschütze Adam Hlozek (13./67. Minute), der nach einjähriger Leidenszeit mit Verletzungen und Rückschlägen endlich wieder seine Torjägerqualitäten unter Beweis stellen kann.

„Nun bin ich definitiv zurück“

Matchwinner Adam Hlozek

Die Erleichterung beim tschechischen Nationalstürmer beim Presse-Talk in der Mixed Zone war spürbar: „Die letzte Saison war für mich ein Desaster. Nun bin ich definitiv zurück. Die beiden Tore waren wichtig für uns als Mannschaft und für mich persönlich.“

Keeper Oliver Baumann wehrt einen Schuss aus kurzer Distanz von Stuttgarts Deniz Undav reaktionschnell ab

Baumann mit bester Eigenwerbung

Der zweite Garant für den ersten Saisonsieg war Kapitän Oliver Baumann, der mit einigen Glanzparaden beste Eigenwerbung für seine Nominierung im Tor der Nationalmannschaft für den bevorstehenden Start in die Nations League unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp machte.

„Am Ende war ein dreckiger Sieg“

Nationalkeeper Oliver Baumann

Für Hoffes Nummer 1 war der Erfolg auch Kopfsache: „Nach zwei Niederlagen wollten wir unbedingt punkten. Der Kampf und der Wille waren da. Ich habe vorher gesagt, heute müssen wir leiden, wir müssen auch mal ein Ergebnis ziehen. Am Ende war es auch ein dreckiger Sieg.“ 

Oli Baumann zeigt an, wie knapp der Sieg über Stuttgart am Ende war

„Es war ein 50:50-Spiel, beide Teams hätten gewinnen können

TSG-Cheftrainer Christian Ilzer

Den sportlichen Verantwortlichen war es schließlich egal, wie dieser Erfolg zustande kam, es überwog vor allem die Erleichterung über den ersten Dreier. Cheftrainer Ilzer machte nochmal deutlich, wie knapp es war: „Es war ein 50:50-Spiel, beide Teams hätten gewinnen können. Uns tut es sehr gut, das Spiel gewonnen zu haben und die ersten Punkte gesammelt zu haben.“ Dem gegenüber bestätigte Sportchef Andreas Schicker seine Zuversicht im Vorfeld: „Ich hatte im Vorfeld ein gutes Gespür und bin jetzt sehr erleichtert. Wir haben viel Ruhe im Verein, aber drei Spiele nacheinander möchte man nicht verlieren. Die Mannschaft wird uns in diesem Jahr noch viel Freude machen.“

TSG-Trainer Ilzer mit vollem Einsatz am Spielfeldrand

Rechtzeitig die Kurve gekriegt

Vor dem Start ins internationale Geschäft haben die Nordbadener gerade noch rechtzeitig die sportliche Kurve gekriegt und starten mit neuem Selbstbewusstsein in den Europapokalauftakt am Donnerstagabend (18:45 Uhr, live im TV auf NITRO) auf der griechischen Insel Kreta gegen den dortigen OFI.

Anspruchsvolle Wochen stehen bevor

Die nächsten Wochen werden für die Hoffenheimer Profis sehr intensiv werden. Die vielen Nationalspieler werden mit ihren Teams kreuz und quer in Europa unterwegs ein. Hinzu kommen die englischen Wochen durch Bundesliga und Europa League. Für Stürmer Hlozek kein Problem: „Ich spiele lieber drei Mal die Woche als zu trainieren. Dieser Rhythmus gefällt mir besser.“

Die beiden Treffer gegen Stuttgart waren für Adam Hlozek wie ein Befreiungsschlag

„Für mich ist es mit dieser Truppe ein ganz anderes Gefühl“

Hoffenheims Geschäftsführer Sport Andy Schicker

Sportchef Schicker freut sich derweil auf den internationalen Vergleich: „Die Mannschaft hat sich dies durch ihre tolle letzte Saison mehr als verdient. Jetzt geht es erstmals nach Kreta. Das Trainerteam hat sich schon sehr intensiv mit dem kommenden Gegner beschäftigt. Wir wollen gleich gut reinstarten und Deutschland gut und würdig vertreten. Für mich ist es gegenüber dem Oktober 2024 als ich hierher nach Hoffenheim kam, nun mit dieser Truppe ein ganz anderes Gefühl.“

Andreas Schicker würde die derzeit noch etwas teuere Reisezeit mit einem Sieg auf den OFI Kreta locker weglächeln

„Im Oktober oder November wäre die Kreta-Reise deutlich billiger gewesen

Schicker zu den hohen Hotelkosten auf Kreta

Für den 40-jährigen zweifachen Familienvater, der in jüngeren Jahren schon öfters in Griechenland weilte, wird die Reise auf die griechische Insel alles andere als eine Urlaubsreise, wenngleich er einen interessanten Vergleich offenbarte: „Es herrscht dort noch reger Urlaubsbetrieb, das haben wir bei den Hotelkosten gleich gespürt. Im Oktober oder November wäre dies deutlich billiger gewesen, aber das nehmen so auch gerne mit. Wenn wir gewinnen, ist alles gut.

Ein nach dem Stuttgart-Sieg sehr zufriedener TSG-Coach Christian Ilzer freut sich auf die Europapokal-Reise nach Griechenland

„Uns erwartet ein Gegner, der hinten richtig dicht machen kann“

Trainer Ilzer

Sein österreichischer Landsmann Ilzer verfügt hat bereits Griechenland-Erfahrung: „Ich war schon mit meiner Familie auf Kreta und habe den Urlaub dort genossen. Zum Fußballspielen war ich noch nicht dort. Doch jetzt geht es dorthin, um mit dem OFI Kreta eine starke Mannschaft zu bespielen, die im bisherigen Saisonverlauf kaum ein Gegentor bekommen hat. Uns erwartet ein Gegner, der hinten richtig dicht machen kann, aber auch einen guten Fußball spielt. Wir freuen uns auf unseren ersten Auftritt in Europa und auf den wollen wir uns in der Kürze der Zeit bestmöglichst vorbereiten.“

Für die TSG ist den Fans kein Weg zu weit – auch nicht nach Kreta!

OFI gut in Form

Der Hoffenheimer Gegner dürfte mit einer Menge Selbstvertrauen ins Heimspiel gehen. In der Europa-League-Qualifikation setzte sich Kreta gegen ZSKA Sofia insgesamt mit 5:0 durch. Auch in der heimischen Liga läuft es bisher gut. Nach vier Spielen holte man bereits neun Punkte, am letzten Spieltag gab es einen 1:0-Auswärtssieg bei Olympiakos Piräus.

500 Hoffe-Fans dabei

Gespielt wird im Theodoros-Vardinogiannis-Stadion, einem reinen Fußballstadion im Stadtteil Kaminia der Stadt Iraklio. Es ist die Heimspielstätte des OFI Kreta. Die Anlage liegt inmitten von Wohnhäusern, trägt den Spitznamen Yedikule und verfügt über 7.323 Sitzplätze. Rund Hoffe-500 Fans werden sich von Mittwoch bis Freitag auf die dreitägige Reise begeben, um die TSG bei ihrer ersten Griechenland-Mission zu unterstützen.

Fotos: Kraichgaufoto und foto2press

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