SV Rohrbach/S. hinkt seinen Ansprüchen nach vierter Auswärtspleite weit hinterher

Enttäuschende 2:5-Auswärtsklatsche beim Süle-Klub SV Tiefenbach

Die Negativserie des SV Rohrbach/S. in der Ferne hält weiter an. Am 9. Spieltag der Kreisliga Sinsheim gab es beim SV Tiefenbach mit 2:5 eine erneute deutliche Niederlage. Nach 1:3 in Waibstadt, 2:6 bei Türkspor Eppingen und 1:5 in Ittlingen nun die nächste Klatsche mit fünf Gegentreffern. Die Heger-Truppe, die vor Saisonbeginn zum erweiterten Favoritenkreis gezählt wurde, rutschte durch die vierte Niederlage auf Platz 10 ab. Auf der anderen Seite kletterte Tiefenabch durch den fünften Saisonsieg hoch auf Platz 6, drei Zähler besser als Gegner Rohrbach/S.

Begrüßung vor dem Anpfiff zwischen den beiden Torhütern Niklas Süle und Nico Romig (re.)

„Wir hinken derzeit deutlich unseren Ansprüchen hinterher“

Nico Romig

SVR-Torhüter Nico Romig brachte es nach dem Abpfiff deutlich auf den Punkt: „Wir hinken derzeit deutlich unseren Ansprüchen hinterher.“ Die Enttäuschung bei Rohrbachs Nummer 1 war groß und auch verständlich: „Es ist jede Woche immer das Gleiche. Vorne haben wir viel zu wenig Torabschlüsse und hinten legen wir uns meist selbstverschuldet die Eier ins Nest.“ Die Platzverhältnisse sind für den 31-jährigen Fahrschullehrer ein weiteres Ärgernis: „Dass uns solche teils unebenen Plätze wie heute in Tiefenbach nicht liegen und wir viel lieber auf Kunstrasenplätzen spielen ist kein Geheimnis. Doch soll dies nicht als Ausrede für die heutige Niederlage gelten. Man darf es aber ansprechen.“

SV-Keeper Nico Romig fand nach dem Abpfiff deutliche Worte für die aktuelle Misere seiner Mannschaft

„Jeder sollte sich selbst mal hinterfragen und im Training mehr Gas geben“

Nico Romig

Dann legte Romig noch mal nach: „Die letzten Ergebnisse entsprechen nicht unseren Ansprüchen. Jeder sollte sich selbst mal hinterfragen und im Training noch mehr Gas geben.“ Deutliche, klare Worte!

Perfekter Start für die Gäste

Dabei erwischten die Gäste aus Rohrbach/S. den optimalen Start und gingen nach 90 Sekunden durch einen Flachschuss ins linke Eck durch Robin Karolus in Führung (2.). Die Gastgeber steckten den frühen Rückstand jedoch schnell weg und hatten durch Ugur Ciftci (3.) und Leon Neureiter (7.,8.) ihre ersten gefährlichen Toraktionen.

Süle verhindert zweiten Gegentreffer

Die Heger-Truppe kam in der Folge etwas besser in die Partie. Nachdem Keeper Niklas Süle eine Direktabnahme von Artjom Titov mit einer Glanzparade noch entschärfen konnte (10.), hatte er wenig später das Glück auf seiner Seite, als ein wuchtiger Kopfball von Emir Altun knapp übers Tor ging (11.).

Duell zwischen Rohrbachs Emir Altun und Tiefenbachs Damir Ser (re.)

Ausgleich nach einem Standard

Tiefenbach erhöhte nach einer Viertelstunde deutlich das Tempo und hatte Pech, als ein Distanzschuss von Spielertrainer Jason Walzel an die Latte klatschte (14.). Doch wenige Sekunden später belohnten sich die Schwarz-Gelben für ihr Engagement: Ugur Ciftci gelang nach einer Ecke aus kurzer Distanz der 1:1-Ausgleich (15.).

Süle zweifacher Sieger gegen Romig

In der Folge spielte sich das Geschehen meist zwischen den Strafräumen ab, Torchancen blieben eher Mangelware. Dies änderte sich nach knapp einer halben Stunde, als Luca Romig mit einem Seitfallschuss von der Strafraumgrenze in Süle seinen Meister fand (30.). Wenig später gab es das gleiche Duell und wieder blieb der prominente SVT-Schlussmann im Eins-gegen-Eins Sieger gegen den letztjährigen Rohrbacher Torschützenkönig (33.). Nachdem sich in der Schlussviertelstunde der ersten Hälfte beide Teams nahezu neutralisierten, blieb es beim leistungsgerechten Remis zur Pause.

Doppelschlag durch Walzel

Im zweiten Abschnitt kamen die Gastgeber deutlich besser in die Partie und gingen erstmals durch Walzel in Führung (58.). Der Spielertrainer profitierte dabei von einem Fehlpass im gegnerischen Aufbauspiel und blieb vor Torhüter Romig eiskalt. Nur drei Minuten führte eine erneute Nachlässigkeit in der Rohrbacher Hintermannschaft zu einem Treffer. Und wieder war es Walzel, der dies eiskalt ausnutzte und frei vor dem Tor auf 4:1 erhöhte (60.).

Rohrbach viel zu umständlich und fehlerhaft

Und wie reagierten die Rohrbacher auf diesen, aus ihrer Sicht, unnötigen Doppelschlag? Sie wollten, konnten aber nicht. Viel zu umständlich im Spiel nach vorn, fehlerhaft im Passspiel und ohne die nötige Konsequenz sowie dem erforderlichen Durchsetzungsvermögen verpuffte vieles im Ansatz. Mängel, die in den zurückliegenden Spielzeiten eher selten der Fall waren.

Neureiter erhöht per Elfmeter auf 4:1

Der über die gesamten 90 Minuten fehlerfreie Promi-Keeper Süle, der im zweiten Abschnitt nur noch selten eingreifen musste, konnte entspannte zusehen, wie sein Team eine 3-Tore-Führung herausschoss. Leon Neureiter verwandelte einen vom souverän leitenden Schiedsrichter Emre Demirpolat verhängten Foulelfmeter souverän zum 4:1 (80.).

Joscha Rupp verkürzte für den SVR auf 2:4

Joker-Tor von Rupp – Damir Ser macht den Deckel drauf

Damit war die Messe für die Gäste gelesen, wenngleich sie kurz vor dem Ende durch den eingewechselten Joscha Rupp nach schöner Vorarbeit von Luca Romig auf 2:4 verkürzen konnten (87.). Den Schlusspunkt markierte Damir Ser, der nach einem schnell vorgetragenen Konter und schöner Einzelaktion den 5:2-Endstand in der Nachspielzeit markierte (90.+3).

Verdienter Heimsieg

Am Ende war es ein verdienter Sieg der Tiefenbacher, der aufgrund des größeren Engagements, der Mehrzahl gewonnener Zweikämpfe sowie der effektiven Chancenverwertung zustande kam. Die Blau-Weißen müssen sich vorwerfen lassen, dass sie zum wiederholten Male in der Defensive viel zu nachlässig waren und es so dem Gegner leicht gemacht haben zu Torerfolgen zu kommen.

„Niklas macht es deutlich besser, als viele es von ihm als Torhüter erwarten“

Jason Walzel

Der 31-jährige gebürtige Frankfurter Niklas Süle, der nach dem Abpfiff sich nicht zum Spiel äußern und auch kein Interview geben wollte, zählte neben dem zweifachen Torschützen Walzel zu den besten Akteuren bei den Gastgebern. Lob erhielt der ehemalige Nationalspieler auch von seinem Trainer: „Niklas hat uns heute und auch in den letzten Spielen mit einigen Paraden wertvolle Punkte geholt. Er macht es deutlich besser, als viele es von ihm als Torhüter erwarten. Vor allem sein Spielaufbau ist für unsere Mannschaft ein Segen. Er strahlt dabei viel Ruhe aus und sorgte für die perfekte Spielöffnung.“

Matchwinner für Tiefenbach: Spielertrainer Jason Walzel

„Man muss seine mediale Zurückhaltung verstehen und akzeptieren“

Jason Walzel

Für die Zurückhaltung des Ex-Profis hat Walzel großes Verständnis: „Man muss seine mediale Zurückhaltung verstehen und akzeptieren, denn die Anfragen an seine Person sind riesig. Wir sind froh, ihn in unserer Mannschaft zu haben. Irgendwann wird er das ein oder andere Interview irgendwo mal führen, aber nicht in der Häufigkeit, wie es gewünscht wird.“

So wie in dieser Szene SVR-Kapitän Lukas Authenrieth, kam auch sein Team in Tiefenbach ins Straucheln

Stimmen der Trainer:

„Erneut fünf Gegentreffer sprechen für sich“

Joachim Heger

Joachim Heger (SV Rohrbach/S.): „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und mit der ersten Aktion in Führung gegangen. Danach haben wir das Spiel abgegeben und nicht mehr unseren gewohnten Fußball gespielt. Nach dem Ausgleich erneut durch einen Standard fanden wir erst gegen Ende der ersten Hälfte wieder besser zu unserem Spiel. Im zweiten Abschnitt haben wir vieles vermissen lassen, was wir uns vorgenommen hatten und durch einfache Fehler den Gegner zum Toreschießen eingeladen. Erneut fünf Gegentreffer sprechen für sich. Dies gilt es schnellstmöglich abzustellen.“

In einigen Szenen – wie hier Adrian Neuberger – wirkte der SV Rohrbach/S. in Tiefenbach etwas orientierungslos

„In Hälfte 2 hatten wir ein deutliches Chancenplus „

Jason Walzel

Jason Walzel (SV Tiefenbach): „Wir sind sehr glücklich über den Sieg. Nach einem holprigen Start sind wir immer besser ins Spiel gekommen, haben hinten gut verteidigt und vorne Nadelstiche gesetzt. In Hälfte 2 hatten wir ein deutliches Chancenplus und dieses auch effektiv verwertet. Am Ende war es ein verdienter Sieg.“

Walzel machte den Unterschied aus

Für Tiefenbachs Pressewart und Verantwortlichen der Vereinszeitung Lattwald-Magazin Norbert Schell war es ein verdienter Heimsieg, der vor allem aufgrund der deutlichen Leistungssteigerung der Gastgeber im zweiten Abschnitt zustande kam. Dass Rohrbach in Hälfte 2 fast keine Torabschlüsse zu verzeichnen hatte, überraschte den langjährigen engagierten Funktionär schon etwas. Matchwinner war für den pensionierten Lehrer zweifellos der ehemalige Verbandsligaspieler Walzel, der inzwischen seine siebte Saison in Tiefenbach spielt. Das Lob von Schell galt jedoch nicht nur wegen seiner beiden Tore, sondern „weil er die entscheidenden Bälle spielte sowie als Dreh- und Angelpunkt das Spiel kontrolliert“.

Heimspiel gegen SG Kirchardt

Chance zur Wiedergutmachung bekommt der SVR am nächsten Sonntag im Heimspiel gegen den Tabellenfünften SG Kirchardt. Die Partie des 10. Spieltages am Rohrbacher Bruchweg beginnt um 15:30 Uhr.

Fotos: BWA

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