Rohrbach/S. verliert stürmisches Derby nach enttäuschender Leistung gegen Schlusslicht Steinsfurt 1:2

SVR-Trainer Heger schämte sich für die Leistung seines Teams

Das mit großer Spannung erwartete Nachbarschaftsduell zwischen dem TSV Steinsfurt und dem SV Rohrbach/S. an einem nasskalten, stürmischen Freitagabend wird bei allen Beteiligten noch einige Zeit nachwirken. Gastgeber und Kreisligaaufsteiger Steinfurt, der mit null Punkten nach zehn Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz rangierte, siegte bei grenzwertigen äußeren Bedingungen in einer intensiven und umkämpften Partie glücklich, aber nicht unverdient mit 2:1 Toren.

Adrian Neuberger im Duell mit Fabian Hummel (re.)

Rohrbachs Auswärtskrise

Die favorisierten Gäste blieben vieles schuldig und setzten ihren Negativtrend bei ihren Auswärtsspielen mit der fünften Niederlage im sechsten Spiel fort. Eine Bilanz, die nicht den hohen Erwartungen, die sich Verein und Mannschaft vor dem Saisonstart vorgenommen hatten gerecht wird.

Schwierige äußere Bedingungen

Die äußeren Bedingungen auf dem Sportgelände in der Schindwaldstraße direkt neben der A6 kamen den Gastgebern sicherlich entgegen. Der peitschende Wind sowie der Dauerregen machten es allen Akteuren nicht leicht auf dem tiefen Untergrund ein ordentliches Passspiel aufzuziehen. Kampf dominierte, während spielerische Glanzpunkte auf der Strecke blieben.

TSV-Keeper Mus Gök kann einen Schuss von Matteo Francesca (Nr. 6) parieren

Der TSV versuchte es mit einfachen Mitteln

Während der TSV von Beginn an mit viel Leidenschaft und Einsatz zu Werke ging, versuchte es Rohrbach/S. mit spielerischen Mitteln zum Erfolg zu kommen. Steinsfurt stand tief, machte die Räume eng und versuchte es immer wieder mit schnellen Kontern zu Abschlüssen zu kommen.  

Frühe Führung durch ein Traumtor

Dabei erwischten die Gastgeber einen Traumstart und gingen nach einem Fehler in der Rohrbacher Hintermannschaft mit einen fulminanten Distanzschuss von Liam Hinderhausen ins rechte obere Eck 1:0 in Führung (3.). Nachdem TSV-Spielertrainer Ben-Richard Prommer wenig später an SV-Keeper Nico Romig scheiterte (6.), hatten die nun stärker werdenden Gäste ihre ersten Tormöglichkeiten.

Louis Muth erzielt das zwischenzeitliche 1:1 für den SV Rohrbach/S.

Muth gelingt der Ausgleich

Die beste Chance bot sich Robin Karolus, der eine Direktabnahme knapp übers Tor setzte (13.). Wenig später belohnte sich der SVR für seine Offensivbemühungen mit dem Ausgleich: Nach Steilpass von Matteo Francesca lief Louis Muth allein auf Tor zu und ließ Keeper Musa Gök keine Chance (20.). In der Folge kam Rohrbach/S. meist gefährlich über die rechte Angriffsseite und hatte innerhalb weniger Minuten durch Adrian Neuberger (33.), Louis Muth (35.) und Karolus (36.) gute Möglichkeiten zur Führung.

„Aufgrund der Überlegenheit und den besseren Chancen hoffe ich, dass wir noch Tore nachlegen werden“

Rohrbachs 1. Vors. Kim Feßenbecker zur Halbzeitpause

Das Pausenfazit von Rohrbachs 1. Vorsitzenden Kim Feßenbecker fiel zu diesem Zeitpunkt noch positiv aus: „Aufgrund der Überlegenheit und den besseren Chancen hoffe ich, dass wir in der zweiten Hälfte das Spiel auf unsere Seite bringen und die entscheidenden Tore noch nachlegen werden.“ Doch der Vereinschef sollte sich täuschen.

Steinsfurts Luke Grimm (li.) im Laufduell mit Joscha Rupp

Romig verhindert den erneuten Rückstand

Steinsfurt, das mit dem Pausen-Remis zufrieden sein konnte, erwischte in Hälfte 2 wieder den besseren Start. Torhüter Romig musste sein ganzes Können aufbieten und bewahrte sein Team im Eins-gegen-Eins gegen Prommer vor einem erneuten Rückstand (47.). Während die Heger-Truppe auf den Führungstreffer drängte, blieb der TSV immer wieder durch schnell vorgetragene Konter gefährlich. Bei Rohrbach/S. fehlte es am geordneten Spielaufbau und an klaren Offensivaktionen, was bei den äußeren Bedingungen auch äußerst schwierig war.  

TSV-Siegtorschütze Ben-Richard Prommer (li.) und Tim Hockenberger im Steinsfurter Dauerregen

Prommer gelingt die 2:1-Führung

Nachdem weder Neuberger per Kopf (57.), noch Joscha Rupp bei einer Doppelchance (66./67.) ohne Fortune blieben, gelang TSV-Torjäger Prommer der erneute Führungstreffer. Der wuchtige Zentralstürmer stieg sechs Meter vor dem Tor am höchsten und vollendete eine Flanke per Kopf unter dem Körper von Torhüter Romig hindurch zum 2:1 (80.).

Ruben Braun versucht sich hier gegen die Rohrbacher Sebastina Gehrig und Emir Altun (Nr. 5) durchzusetzen

Chancen auf beiden Seiten

Während die Gastgeber die erneute Führung euphorisch feierten, musste der Gegner zunächst seine Schockstarre überwinden. In der folgenden hektischen Schlussphase hatten beide Mannschaften noch Chancen. Zunächst verfehlte Rupp mit einem Volleyschuss den Ausgleich (85.) und auf der anderen Seite verpasste Prommer die endgültige Entscheidung (90.). Schließlich blieb es beim knappen 2:1-Heimsieg der Steinsfurter.

SV-Stürmer Robin Karolus (re.) enteilt Gegenspieler Danijel Komlenovic

TSV feiert ausgelassen den Derbysieg

Nach dem Abpfiff des souverän leitenden Schiedsrichters Frank Gottmann kannte der Jubel bei den Gastgebern nach ihrem ersten Erfolgserlebnis keine Grenzen. Der Derby- und zugleich Kerwesieg wurde lautstark und mit Bengalos begeistert gefeiert. Die enttäuschenden Rohrbacher müssen sich hinterfragen, woran es liegt, dass sie zu Hause hui und Auswärts pfui spielen.  

Stimmen der Trainer:

„Müssen uns für unsere peinliche Vorstellung und das was wir abgeliefert haben schämen“

SV-Coach Joachim Heger

Joachim Heger (SV Rohrbach/S.): „Ich bin total sauer auf meine Mannschaft. Wir setzen Dinge, die wir im Vorfeld klar besprochen haben, im Spiel überhaupt nicht um. Wir wollten zu Abschlüssen kommen und uns Chancen erspielen, aber davon war wenig zu sehen. Nachdem wir in der ersten Hälfte einige Möglichkeiten hatten, ging dann im zweiten Abschnitt überhaupt nichts. Beim ersten Gegentor klärten wir nicht konsequent sondern spielten den Ball mit der Hacke dem Gegner genau in die Füße. Es ist unfassbar. Es war eine peinliche Vorstellung, die wir heute abgeliefert haben und für die wir uns bei unseren Fans schämen müssen. Steinsfurt hat so gespielt, wie wir sie erwartet hatten. Das 1:0 war ein Sonntagsschuss und der zweite Gegentreffer war für uns unglücklich. Aus dem Spiel heraus hatten wir wenig klare Chancen. In der zweiten Hälfte kam von uns deutlich zu wenig. Am Ende war es kein unverdienter Sieg. Für mich war dies heute eine riesen Enttäuschung.“

Liam Hinderhauser verfehlt hier zwar das Rohrbacher Tor, aber in der 3. Minute traf er mit einem tollen Distanzschuss zur 1:0-Führung

„Entscheidend waren Wille und Einstellung, was zu einem glücklichen, aber nicht unverdienter Kerwesieg führte“

TSV-Spielertrainer Ben-Richard Prommer

Ben-Richard Prommer (TSV Steinsfurt): „Wir haben uns im Vorfeld gesagt, dass wir unsere zehn Niederlagen in Folge völlig ausblenden, alles auf null stellen und uns ausschließlich auf das Derby gegen Rohrbach konzentrieren. Die Jungs haben das optimal umgesetzt, haben gekämpft, gefightet und sind 1:0 in Führung gegangen. Auch der unnötige Gegentreffer hat uns, was zuletzt häufig der Fall war, nicht aus der Bahn geworfen. Das Lob, das wir in den letzten Wochen von unseren Gegnern bekommen haben hat uns wenig gebracht. Heute hat es endlich mit den ersten Punkten geklappt und ich hoffe, dass wir jetzt endlich den Bock umgestoßen haben. Wir sind nicht so schlecht, wie wir in der Tabelle dastehen. Entscheidend waren heute der Wille und die Einstellung. Am Ende war es glücklicher, aber nicht unverdienter Kerwesieg, der enorm wichtig für uns ist.“

Heimspiel gegen VfB Eppingen II

Am nächsten Sonntag, den 1. November empfängt der SV Rohrbach/S. um 14:30 Uhr an der heimischen Rosenbrücke den VfB Eppingen II. Das Team von Trainer Joachim Heger hat hierbei die Chance, die enttäuschende Derby-Vorstellung teilweise wieder wettzumachen.

Fotos: BWA

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