Fuggerstädter waren dem Sieg näher – TSG schwächelt im Saisonendspurt
Die TSG Hoffenheim wartet fünf Spieltage vor Saisonende weiter auf ein Erfolgserlebnis. Die Kraichgauer – seit vier Spieltagen sieglos – kamen auch beim FC Augsburg nicht über ein 2:2 Unentschieden hinaus. In einer ausgeglichenen, intensiven Partie waren am Ende die Fuggerstädter dem Siegtreffer sogar näher, nicht zuletzt nachdem sie einen in der Schlussphase zugesprochenen Strafstoß vergaben. Die Ilzer-Truppe, der in der Defensive einige Nachlässigkeiten unterliefen, konnte daher am Ende mit dem Punktgewinn zufrieden sein.

Doppelschlag der Augsburger
Es war eine abwechslungsreiche erste Hälfte, in der beide Mannschaften ihre starken Phasen hatten. Die Anfangsviertelstunde gehörte zweifellos den effektiven Gastgebern, die durch ihre ersten beiden Torchancen 2:0 in Führung gingen. Beim ersten Treffer nach elf Minuten konnte Alexis Claude-Maurice sich völlig unbedrängt durchs Mittelfeld durchwursteln, ohne von der gegnerischen Überzahl gestört zu werden. Beim seinem 16-Meter-Schuss ins linke Eck war Torhüter Oliver Baumann chancenlos (11.). Ebenso wie beim zweiten Gegentreffer von Michael Gregoritsch, der sich im Zweikampf gegen den harmlos agierenden Ozan Kabak durchsetzte und aus 20 Metern ins rechte Eck traf (14.). Es war ein richtiger Nackenschlag für die TSG, die einige Zeit brauchte, um sich von dem Doppelschlag zu erholen.

„Der Start war katastrophal“
Leon Avdullahu
Die Statements nach dem Spiel der Hoffenheimer waren hinsichtlich der Anfangsphase vielsagend: Mittelfeldspieler Leon Avdullahu: „Der Start war katastrophal. Wir müssen mehr Körpereinsatz zeigen, uns da mehr wehren.“ Und Kapitän Bauman ergänzte: „Das war heute gerade am Anfang des Spiels zu wenig. Wir waren bei den Gegentoren zu passiv, hatten zu wenig Körperkontakt. Auch dieses Spiel zeigt uns, was wir verbessern müssen.“ Trainer Christian Ilzer vielsagend: „Da war kein Zweikampfverhalten, da müssen wir präsenter und aktiver sein. In der Kommunikation und in der Körpersprache.“

TSG gleicht vor der Pause noch aus
In der Folgezeit gab es wenige Toraktionen auf beiden Seiten, während die Gastgeber etwas mehr vom Spiel hatten. In der Schlussviertelstunde waren dann die Kraichgauer das aktivere und effizientere Team, die nach einem Doppelschlag die Partie wieder ausgleichen konnten. Zunächst fiel der Anschlusstreffer wie aus dem Nichts: Nach einer Coufal-Ecke sprang der Ball an fünf Leuten vorbei und landete direkt vor Robin Hranac, der per Flugkopfball aus neun Metern zum 1:2 einköpfte (35.). Für den Tschechen war es sein erster Bundesligatreffer. Hoffenheim setzte nach und glich durch Bazoumana Toure aus. Sturmpartner Fisnik Asllani hatte den Ball vom linken Strafraumrand mit der Hacke in den Lauf des pfeilschnellen Ivorers gelegt, der fast von der Grundlinie flach vorbei am überraschten Augsburger Keeper Finn Dahmen ins lange Eck an den Innenpfosten und von da ins Tor traf (42.).
Gregoritsch scheitert am Aluminium
In der Nachspielzeit in Hälfte 1 hatte die TSG das Glück auf ihrer Seite, als Gregoritsch eine Wolf-Flanke aus elf Metern per Dropkick an die Latte setzte (45.). So blieb es in einer intensiven und abwechslungsreichen ersten Hälfte beim Remis.

Fehlender Spielfluss auf beiden Seiten
Im zweiten Durchgang hatte „Hoffe“ die erste Chance, als Tim Lemperle einen Kopfball auf das Tornetz setze (456.). Es folgte eine lange Phase mit vielen Gelben Karten und Spielerwechseln, die den Spielfluss störten. Nachdem die Augsburger durch Claude-Maurice (62., 69.) und Ribeiro (68.) gute Möglichkeiten nicht verwerten konnten, wurde es in der Schlussphase noch mal hektisch.
Claude-Maurice verschießt Elfmeter
Zunächst traf der eingewechselte Bernardo im Kampf um den Ball Gegenspieler Anton Kade im Strafraum an der Achillesferse, so dass Schiedsrichter Schlager nichts anderes übrig blieb, als auf Strafstoß zu entscheiden (83.). Claude-Maurice zeigte jedoch Nerven und drosch den Ball übers Hoffenheimer Tor in den Augsburger Nachthimmel (85.).

Prömel verpasst den Siegtreffer nur knapp
Bei der letzten Aktion des Spiel verpassten die Gäste den möglichen Lucky Punch, als nach einer Ecke Grischa Prömel den Ball um Zentimeter über die Latte köpfte (90.+6). Es blieb schließlich beim leistungsgerechten 2:2 Unentschieden, das die Hoffenheimer im Kampf um die Königsklasse erneut ein weiteres Stück zurückwarf. Mit 51 Punkten liegen die Blau-Weißen zwei Zähler hinter dem VfB Stuttgart und RB Leipzig, die beide am Wochenende noch theoretisch auf fünf Zähler davonziehen können.
Stimmen der Trainer:

„Die Ergebnisse sind uns aktuell abhanden gekommen“
TSG-Coach Ilzer
Christian Ilzer (Hoffenheim): „Wir nehmen es als Erfolgserlebnis, das hilft uns. Wenn man so schnell in Rückstand gerät, spricht es für die Moral, zurückzukommen. Wir müssen aber bei den Gegentoren den Finger in die Wunde legen, da müssen wir präsenter sein. Wir haben es aber korrigieren können. Am Ende bin ich froh über den Punkt. Die Ergebnisse sind uns aktuell abhanden gekommen.“
„Es war deutlich mehr drin“
Augsburgs Cheftrainer Baum
Manuel Baum (Augsburg): „Es war deutlich mehr drin. Wir haben über weite Strecken eine richtig gute Leistung gebracht. Manche Mannschaften brechen ein, wenn der Gegner so zurückkommt. Aber wir haben eine super zweite Hälfte gespielt. Bei den Gegentoren waren wir zu sorglos. Es ist ärgerlich, dass wir nicht gewonnen haben, die Leistung war aber ansprechend.“

Aufstellungen:
FC Augsburg: Dahmen – Arthur Chaves, Gouweleeuw (64. Jakic), Zesiger – Wolf (79. Rexhbecaj), Fellhauer, Rieder, Giannoulis – Kade (88. Kömür), Claude-Maurice (89. Gharbi) – Gregoritsch (64. Ribeiro)
TSG Hoffenheim: Baumann – Coufal (89. Akpoguma), Hranac, Kabak, Hajdari (68. Bernardo) – Prömel, Avdullahu – Kramaric (73. Prass), Toure – Asllani, Lemperle (89. Damar)
Tore: 1:0 Claude-Maurice (11.), 2:0 Gregoritsch (14.), 2:1 Hranac (35.), 2:2 Toure (42.)
Besonderes Vorkommnis: Claude-Maurice verschießt Foulelfmeter (85., Bernardo an Kade)
Schiedsrichter: Schlager (Rastatt)
Zuschauer: 28.600
Heimspiel gegen den BVB
Am 30. Spieltag gastiert der Tabellenzweite Borussia Dortmund in der Sinsheimer Arena. Anstoß ist zur klassischen Bundesligazeit am Samstagnachmittag um 15:30 Uhr.
Fotos: foto2press













