Für den SV Rohrbach/S. läuft es trotz Personalmangel überraschend gut – Richtungsweisende Spiele stehen bevor
Die Kreisliga Sinsheim absolviert am Ostermontag ihren 21. Spieltag. Hierbei gastiert der Tabellenzweite SV Rohrbach/S. beim Elften SG Waibstadt (15:30 Uhr). Für die Rohrbacher eine gute Gelegenheit sich für die 1:6-Hinspiel-Schlappe an der heimischen Rosenbrücke zu revanchieren. Diese deutliche Niederlage war die Überraschung am 6. Spieltages, zumal der SVR mit fünf Siegen in Folge optimal in die neue Saison gestartet war und zuvor über Monate hinweg zu Hause ungeschlagen blieb.

„Ein 1:6 kann man nicht schön reden“
SVR-Cheftrainer Joachim Heger zur Hinrundenniederlage gegen Waibstadt
Nicht nur für den langjährigen SV-Coach Joachim Heger war dies eine außergewöhnliche Niederlage: „An so eine hohe Niederlage in der Kreisliga kann ich mich in all meinen Jahren in Rohrbach kaum erinnern. Ein 1:6 kann man nicht schön reden, so ein Ergebnis zu Hause ist ein richtiges Brett.“ Seine Spieler hatten noch lange zu knappern, schließlich folgten drei weitere Niederlagen in Serie, die das Team zurück auf den achten Tabellenplatz warf. Doch es ging schnell wieder aufwärts. Die gute Form aus der Hinserie 2025/26 konnte mit ins neue Jahr übertragen werden und man ist nach der langen Winterpause weiter dick im Rennen um die vorderen Tabellenplätze.

Sieg gegen den Namensvetter
Den Anfang machte die Truppe von Trainer Joachim Heger beim Jahresauftakt im Duell der Namensvetter gegen den FC Badenia Rohrbach a. G. Auch wenn das Ergebnis beim 3:2-Erfolg an der heimischen Rosenbrücke sich knapp anhört, so war es am Ende nach den beiden Treffern von Lukas Authenrieth und Robin Karolus ein verdienter Erfolg.
Unglückliche Niederlage im Top-Spiel
Im folgenden Auswärtsspiel beim Tabellenführer FC Zuzenhausen II haderte der SV nach dem Abpfiff mit der Schiedsrichterleistung. Nach der frühen Führung der Gastgeber gestaltete Rohrbach das vor allem in taktischer Hinsicht geprägte Spitzenspiel völlig offen und hatte einige gute Ausgleichschancen.

„Wir wurden um den verdienten Auswärtspunkt gebracht“
SV-Vorstand Wolfgang Mrasek zum nicht gegebenen Ausgleich im Top-Spiel in Zuzenhausen
Der in der Schlussphase verdiente Ausgleichstreffer von Joscha Rupp wurde jedoch vom Unparteiischen wegen angeblichem Abseits annulliert, was nicht nur SV-Vorstand Wolfgang Mrasek auf die Palme brachte: „Der nicht gegebene Ausgleich war eine krasse Fehlentscheidung. Wir wurden dadurch um den verdienten Auswärtspunkt gebracht.“ Der zweite Gegentreffer fiel dann in der zweiten Minute der Nachspielzeit, in der SVR Risiko ging und seine Defensive völlig entblößt hatte. Durch die 0:2-Niederlage vergrößerte sich der Rückstand zur Pole-Position für die Blau-Weißen auf stolze sieben Zähler.

Deutliches 4:1 gegen Tiefenbach
Im folgenden Heimspiel gab es einen souveränen 4:1-Sieg gegen den SV Tiefenbach. Die Treffer in einer teils sehr unterhaltsamen Partie für die Rohrbacher erzielten Luca Romig, Marvin Hartwich, Luca Carone und Steffen Baumgärtner. Bei besserer Chancenverwertung hätte das Ergebnis durchaus höher ausfallen können.
Endlich wieder ein Sieg in „Bischesse“
Am 19. Spieltag gastierte die Heger-Truppe beim Schlusslicht TSV Neckarbischofsheim. Hierbei gelang es nach vielen Jahren durch einen 2:0-Erfolg endlich mal wieder erfolgreich zu sein. Dank zweier Treffer von Luca Romig gelang es in einer niveauschwachen und chancenarmen Partie drei wichtige Punkte einzufahren.

„wir haben uns dem Stiel des Gegners mit langen Bällen von hinten raus angepasst“
SV-Kapitän Lukas Authenrieth über die Herangehensweise in Neckarbischofsheim
Für SV-Kapitän Lukas Authenrieth war die Herangehensweise am Ende ausschlaggebend, dass man nach über 13 Jahre endlich wieder in „Bischesse“ erfolgreich war: „Wir wussten, wenn wir wieder wie in den Vorjahren auf dem schwer bespielbaren Platz von hinten herausspielen, verlieren wir das Spiel. Also haben wir uns dem Stil des Gegners mit langen Bällen von hinten raus angepasst und schließlich gewonnen. Die Tore waren zwar alle herausgespielt, aber sie fielen jeweils über wenige Ballkontakte nach vorne.“
Mühevolles 3:1 in Obergimpern
Auch im folgenden Auswärtsspiel gegen ein weiteres unangenehmes Team aus den unteren Tabellenregionen blieb man erfolgreich. Mit einem 3:1-Erfolg beim TSV Obergimpern konnte der SVR sich aufgrund der spielerisch stärkeren Leistung den zweiten Tabellenplatz weiter sichern. Offensivspieler Adrian Neuberger glich die Führung der Gastgeber aus, die Torjäger Luca Romig erneut durch einen Doppelpack zu einem verdienten, wenngleich mühevollen 3:1-Sieg ausbaute. Der SV-Torjäger konnte dadurch sein Trefferkonto auf 19 Zähler ausbauen und rangiert hinter dem Führenden Maik Grund (22 Treffer) vom VfB Epfenbach auf Platz 2 der Kreisliga-Torschützenliste.

„Eigentlich überrascht es, dass es so gut läuft“
SV-Co-Trainer Adrian Neuberger übder das bisherige positive Abschneiden
Für Co-Trainer und Spieler Neuberger hat der Erfolg neben der sportlichen Qualität des Kaders noch weitere Gründe: „Eigentlich überrascht es, dass es aufgrund der kleinen Kadergröße so gut läuft. Wir hatten zuletzt außergewöhnlich viele verletzte, angeschlagene Spieler, aber dennoch konnten wir das Optimale daraus machen. Kameradschaftlich läuft es super, wir sind auf einem sehr guten Weg. Jeder ist für den anderen da, was mit ein Grund dafür ist, dass wir aktuell ergebnistechnisch sehr gut performen.“

„Die Vorbereitung war in diesem Jahr irgendwie komisch“
Lukas Authenrieth über die Rückrundenvorbereitung
Auch für Authenrieth überrascht das derzeitige Abschneiden, zumal die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte nicht optimal verlief: „Die Vorbereitung war in diesem Jahr irgendwie komisch, immer wieder haben Spieler im Training gefehlt oder man durfte witterungsbedingt nicht auf dem Platz trainieren. Ich bin überrascht, wie gut wir derzeit drauf sind, wieviel Spaß wir zusammen haben.“ Für den langjährigen Mittelfeldstrategen ist das auch eine Art Reifeprozess: „Man spürt, dass die Mannschaft inzwischen sehr gereift ist. Auch im Training ist richtig Feuer drin, egal ob wir zu acht oder zu siebzehnt sind.“
Es kommt immer wieder zu Überraschungsergebnissen
Personell hat sich die angespannte Situation inzwischen etwas verbessert, was jedoch für Neuberger kein Grund zur Euphorie ist: „Wir müssen weiter konzentriert zur Sache gehen und von Spiel zu Spiel denken. Woche für Woche sieht man, was in dieser Liga aufgrund der unterschiedlichen Ergebnisse alles möglich ist. Immer wieder kommt es zu Überraschungsergebnissen. Das kann uns auch noch passieren, deshalb müssen wir konzentriert und weiter an uns arbeiten.“

„abgerechnet wird am Saisonende“
Adrian Neuberger zum Saisonziel
Was das weitere Saisonziel anbelangt, hält sich der spielende Co-Trainer zurückhaltend: „Sportlich wollen wir weiter vorne dranbleiben, abgerechnet wird dann am Saisonende.“ Für Authenrieth ist das gute Miteinander ein wesentlicher Faktor für den Erfolg: „Der Teamspirit ist optimal, jeder weiß, was er auf dem Platz bringen muss. Es gibt auch keine Probleme, wenn einer mal nicht spielt. Vor allem in der Offensive rotieren wir ziemlich viel. Nicht selten haben Spieler, die in die Partie kamen, für Entscheidungen gesorgt. Alle ziehen an einem Strang und haben Spaß. Das ist ein ganz wichtiger Faktor, um am Ende erfolgreich zu sein.“

Gegen die nächsten vier Gegner holte der SV null Punkte
Um weiter in der Erfolgsspur und auf Schlagdistanz zum Führenden FC Zuzenhausen II zu bleiben, wäre ein Auswärtsdreier am Ostermontag in Waibstadt Voraussetzung. In den folgenden drei Partien gegen Eppingen II, Kürnbach und Epfenbach treffen die Rohrbacher auf Gegner, gegen die man in der Hinserie allesamt verlor. Auch hier gilt es einiges wieder gut zu machen.
Fotos: BWA













