Der Schlüssel zum Erfolg sind zwei Siege – TSG möchte gegen Bremen den Ersten landen

Trainer Ilzer sieht den Druck eher bei Leverkusen und Stuttgart

Im letzten Saison-Heimspiel empfängt die TSG Hoffenheim am Samstag (15:30 Uhr) in Sinsheim den SV Werder Bremen. Während die Gastgeber wichtige Punkte im Kampf um die Champions League-Qualifikation einfahren möchten, haben die Hanseaten den Bundesliga-Klassenerhalt rechnerisch noch nicht sicher. Nach der 1:3-Heimniederlage am 32. Spieltag gegen Augsburg benötigen die Werderaner noch einen Punkt, um den Klassenerhalt aus eigener Kraft klarzumachen.

Ausgangslage ist klar definiert

Um sich im Dreikampf mit Leverkusen und Stuttgart noch Hoffnungen auf eine Teilnahme in der Königsklasse zu machen, bedarf es für die TSG zweier Siege aus den letzten zwei Partien. Vieles wird auch davon abhängen, wie das Duell der beiden direkten Kontrahenten Stuttgart gegen Leverkusen an diesem Spieltag ausgeht. Aufgrund der aktuell starken Form und Torbilanz hat das Werksteam (+23) vor dem Top-Spiel am Neckar (+20) die beste Ausgangsposition. Hoffenheim (+16) würde wegen des direkten Aufeinandertreffens seiner Kontrahenten bei einem Sieg über Bremen auf Platz fünf springen, bei einem Unentschieden in Stuttgart sogar auf Rang vier.

Trainer Ilzer glaubt, dass zwei Siege aus den letzten zwei Spieltagen für die Champions League-Qualifikation reichen werden

„Nur mit zwei Siegen können wir den ganz großen Preis uns abholen“

TSG-Cheftrainer Ilzer

Auch wenn durch den Last-Minute-Gegentreffer beim 3:3-Unentschieden gegen Stuttgart sich die Hoffenheimer um den verdienten Lohn brachten, zeigte sich kurz nach dem Abpfiff Trainer Christian Ilzer um so kämpferischer: „Wir können aus dem hochklassigen Spiel vieles mitnehmen. Dabei war der erste Teil Champions League-Reif, der Zweite eher nicht und deshalb hat es am Ende nicht für etwas ganz Großes gereicht. Ich hatte schon im Vorfeld das Gefühl, auch wenn wir mit einer Top-Leistung gewinnen würden, hätte es immer noch nicht gereicht. Wir müssen in den letzten beiden Partien gegen Bremen und Gladbach abliefern, nur dann können wir den ganz großen Preis uns abholen.“

Meinungsaustausch beim Hoffenheimer Trainerteam

„Die Frustration und Enttäuschung gilt es in eine positive Energie umwandeln“

Trainer Ilzer

Für den Österreicher ist es wichtig, nicht zurück sondern voll fokussiert auf die letzten beiden Spieltage zu blicken: „Mein Job ist es die Enttäuschung aus dem Stuttgart-Spiel richtig zu managen und in die richtige Richtung vor dem nächsten Spiel zu bringen. Es geht weiter und wir müssen aus diesem emotionalen Spiel daraus die richtigen Schlüsse ziehen. Die Frustration und Enttäuschung gilt es nun in eine positive Energie umwandeln, um gegen Bremen und Gladbach wieder unsere beste Variante zu zeigen. Nur dann haben wir eine Chance die letzten beiden Partien zu gewinnen. Das wird sowieso der Schlüssel zum Erfolg sein.“

Nur noch zwei Partien in dieser Konstellation

Aus den Worten des 48-Jährigen blieb etwas Wehmut nicht unverborgen: „Mit einer guten Energie und Vorfreude auf die letzten Partien unseres gemeinsamen Weges können wir noch viel erreichen, denn diese Truppe gibt es danach in dieser Zusammensetzung so nicht mehr.“ Ilzer blickt dabei bereits auf die neue Saison: „Es gibt immer personelle Veränderungen. Wir sind zu einer tollen Mannschaft zusammengewachsen. Wir wollen den TSG-Fußball zeigen, den wir über weite Strecken und viele Spiele in dieser Saison gesehen haben.“

Für einige Leistungsträger heißt es Abschied nehmen

Offiziell werden (wohl) keine Spieler vor dem letzten Heimspiel verabschiedet. Dennoch ist davon auszugehen, dass mit Grischa Prömel, Fisnik Asllani und Bazoumana Toure drei Leistungsträger gegen Bremen ihr letztes Heimspiel für die Kraichgauer bestreiten werden. Während Prömel ablösefrei in seine Heimatstadt Stuttgart wechselt, kann der vielumworbene Stürmer Asllani für eine festgeschriebene Ablösesumme wechseln. Der Marktwert des 20-jährigen Wirbelwinds Toure auf der linken Außenbahn ist steil nach oben geschnellt und könnte sich bei einer erfolgreichen WM-Vorstellung mit der Elfenbeinküste noch deutlich erhöhen. Für die TSG wäre ein Verkauf zwar ein sportlicher Verlust, aber gleichzeitig in finanzieller Hinsicht ein sehr willkommener Geldsegen. Der Ivorer, der 2025 für zehn Millionen Euro aus Schweden an die Elsenz kam, hat keine Ausstiegsklausel und noch Vertrag bis 2029. Für Sportchef Andreas Schicker also eine gute, interessante Verhandlungsbasis.

Grischa Prömel bestreitet am Samstag gegen Bremen sein letztes Heimspiel für die TSG

Der Druck liegt bei Leverkusen und Stuttgart

Eine Champions League-Quali wäre für die TSG nach der letztjährigen Katastrophen-Saison nicht nur der unerwartet krönende Abschluss, vielmehr auch die ganz große Überraschung dieser Bundesliga-Saison. Dabei schiebt Ilzer bewusst den Druck auf die Konkurrenten: „Wir haben weiter eine Chance auf die Champions League, der Druck liegt aber bei Leverkusen und Stuttgart.“

Kramaric präsentierte sich in der Rückrunde als zuverlässiger Torgarant

Kramaric in Torlaune

Einer, der besonders heiß auf den internationalen Wettbewerb ist, ist Rekordtorjäger Andrej Kramaric. Der Kroate ist bekanntlich in der zweiten Saisonhälfte besonders torhungrig, was acht seiner 14 Saisontore in der Rückrunde eindrucksvoll belegen. Zudem trifft der 34-Jährigen bei zehn Torerfolgen vor allem gerne in Heimspielen.

Der Zusammenhalt und Wille sind wesentliche Merkmale der Hoffenheimer Überraschungsmannschaft

Zuletzt gab es für Werder wenig zu holen

Zu den Bremern: Die drittschlechteste Auswärtsmannschaft nach St. Pauli und Heidenheim spielt eigentlich ganz gerne am Technik Museum, wo sie seit 2008 insgesamt 27 Punkte entführte. Doch die Ausbeute der „Bremer Stadtmusikanten“ mit nur einem Sieg aus den letzten fünf Partien sowie die Tatsache, dass die TSG fünf der jüngsten sechs Duelle für sich entscheiden konnte, stimmt deren Anhängerschaft wenig hoffnungsvoll, im letzten Saison-Auswärtsspiel erfolgreich zu sein.

Die TSG-Fans beim Singen des Badner-Lieds kurz vor dem Anpfiff

Punkterekord ist noch möglich

Die Blau-Weißen, die seit vier Spielen ungeschlagen (zwei Siege, zwei Remis) sind, können nach wie vor ihren Saisonrekord aus der Spielzeit 2016/17 mit 62 Punkten – bei aktuell 58 Zählern – in den restlichen beiden Spieltagen noch toppen.

Die Spieler bedanken sich nach dem Abpfiff bei ihren Fans für deren Support

Das Hinspiel

Beim Hinspiel, das aufgrund des Wintereinbruchs verlegt wurde, gewannen die Hoffenheimer durch die Treffer von Alexander Prass und Grischa Prömel – trotz einer Roten Karte für Wouter Burger – mit 2:0. Ein sicherlich gutes Omen vor dem letzten Saison-Heimspiel, bei dem laut Trainer Ilzer der Erste von zwei Siegen in Richtung Königsklasse eingefahren werden soll.

Fotos: Kraichgaufoto

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