Können die Sandhäuser den Freibergern deren Abschiedsvorstellung verderben?

Kurpfälzer können mit einem Sieg beim Zweiten noch unter die Top 5 kommen

Mit der 0:1-Heimniederlage gegen Schott Mainz hat die Siegesserie des SV Sandhausen nach fünf Partien ein überraschendes Ende genommen, doch die Chance auf eine gute Endplatzierung unter den Top 5 der Tabelle in der Regionalliga Südwest besteht weiterhin. Im letzten Auswärtsspiel der Saison gastieren die Kurpfälzer am Samstag um 14 Uhr beim SGV Freiberg, für die bereits feststeht, dass sie die Saison auf Rang 2 beenden werden. Für den SGV ist es zugleich das letzte Spiel im heimischen Wasenstadion, da Verhandlungen zwischen dem Verein und der Stadtverwaltung über den Umbau der Spielstätte erfolglos blieben und somit der Sport- und Gesangsverein aus Freiberg am Neckar künftig seine Spiele im 30 Kilometer entfernten Frankenstadion in Heilbronn austrägt.

Niklas Tarnat fehlt aufgrund seiner Rot-Sperre am Samstag bei seinem Ex-Verein Freiberg

Tarnat gegen Ex-Verein gesperrt

Mit einem Erfolg wie beim 1:0 im Hinspiel könnte der SV Sandhausen die Chance auf Platz 3 aufrecht erhalten. Die Heimpleite gegen Schott Mainz kam bei besten und gut herausgespielten Sandhäuser Chancen mit zwei Aluminiumtreffern durchaus unglücklich zustande, zudem musste der SVS nach einer umstrittenen Roten Karte gegen Niklas Tarnat nach dessen Tackling die komplette zweite Spielhälfte in Unterzahl auskommen. Der defensive Mittelfeldspieler wird damit ausgerechnet im Spiel bei seinem Ex-Verein nicht zur Verfügung stehen.

Die Zukunft von SVS-Interimstrainer Kevin Stotz ist noch völlig offen

„Die unberechtigte Rote Karte war der Knackpunkt der Partie“

SVS-Coach Kevin Stotz

Cheftrainer Kevin Stotz zur Partie: „Wir hatten die Partie im Griff und haben uns aus dem Ballbesitz heraus Chancen erspielt. Leider konnten wir diese ebenso wenig nutzen wie unsere Standards. Die Rote Karte war dann der Knackpunkt der Partie. Aus meiner Sicht war es keine Rote Karte. Wir hätten gerne mit dem Siegen weitergemacht, haben aber noch zwei Gelegenheiten dazu.“

Freibergs Kapitän Marco Kehl-Gomez (li.) – hier im Zweikampf mit David Mamutovic – wechselt zur neuen Saison an den Hardtwald

Kehl-Gomez trifft auf seinen neuen Verein

Ein besonderes und emotionales Spiel dürfte es für Freibergs Mannschaftskapitän Marco Kehl-Gomez nach vier Jahren beim SGV werden, dessen Wechsel zum SV Sandhausen seit letzter Woche feststeht. In der laufenden Saison erzielte der zentrale Mittelfeldspieler und ehemalige Profi des SV Elversberg und RW Essen in 26 Spielen fünf Treffer und bereitete zwei vor. Der Verein würdigte den scheidenden Kapitän mit den Worten: „Marco hat unsere Mannschaft nicht nur auf dem Platz geführt, sondern auch daneben geprägt. Mit Leidenschaft, Einsatz und echter Führungsstärke war er ein Gesicht des SGV Freiberg.“

Neuzugänge sollen zu Führungsspielern werden

Der Transfer von Kehl-Gomez wie auch die von Stefan Maderer und Felix Lohkemper dürften Belege dafür sein, dass die Kurpfälzer in der kommenden Saison im Kampf um den einzigen Aufstiegsplatz wieder angreifen werden – alle drei Neuzugänge sollen auch in Sandhausen Führungsspieler werden und die überwiegend jüngeren Mitspieler führen.

Freibergs Mehdi Hetemaj (re.) macht die Zerreißprobe von SVS-Kapitän Pascal Testroets Trikot

Maderer und Lohkemper sollen Testroet-Abgang kompensieren

Mit den Stürmern Stefan Maderer und Felix Lohkemper, die den Abgang von Pascal Testroet kompensieren sollen, stehen auch bereits die Neuzugänge Nummer 2 und 3 fest. Maderer steht mit Lokomotive Leipzig vor dem Aufstieg in die 3. Liga und muss wegen eines Haarrrisses im Fuß bis voraussichtlich Mitte Mai pausieren, konnte aber in 25 Spielen für Lok 14 Tore erzielen und sieben vorbereiten. Lohkemper kommt vom Drittligisten Waldhof Mannheim und hat bereits 16 Saisontore erzielt. Ein Konkurrent im Kampf um den begehrten Platz könnte der SSV Ulm werden, der seit letztem Wochenende als Absteiger in die Regionalliga feststeht und damit wie der SV Sandhausen zwei Ligen runter musste.

Die Spieler des SV Sandhausen präsentieren nach dem letzten Heimspiel gegen Mainz die Trikots der verletzten Mitspieler Nico Nollenberger und Maximilian Wagner

Das Gros der Mannschaft bleibt bestehen

Neben Kehl-Gomez, Maderer und Lohkemper sollen noch etwa drei weitere Neuzugänge kommen und ebenso viele den SVS verlassen, doch das Gros der Mannschaft bleibt bestehen.  Die Verträge der Leihspieler Robert Ramsak, Marvin Schulz und Benedikt Wimmer laufen aus.

Jahn Herrmann und Freibergs Paul Polauke (li.) scheinen in dieser Szene den Ball etwas aus den Augen verloren zu haben

Aufstiegshoffnungen nach vier Niederlagen in Folge verspielt

Mit dem 2:0 in Fulda konnten die Freiberger am vergangenen Wochenende zwar wieder ein Erfolgserlebnis feiern, doch zuvor verspielte man bei vier Niederlagen in Folge jegliche Chancen auf den Aufstieg in die 3. Liga – das 0:4 beim einzigen Konkurrenten und kommenden Aufsteiger aus Großaspach war ein Schlag und die darauffolgende 1:2-Heimniederlage gegen den FSV Mainz 05 II begrub die Hoffnungen endgültig. Benedikt Grawe, ehemaliger Torhüter des SV Sandhausen, erwischte in Großaspach einen rabenschwarzen Tag und leitete die Niederlage mit zwei unglücklichen Aktionen bei den Gegentoren vor der Pause ein.

Freibergs Cheftrainer Kushtrim Lushtaku gibt an seine Spieler Anweisungen

„Nach vielen Sonnenseiten haben wir die Schattenseiten gesehen“

Freibergs Trainer Kushtrim Lushtaku

Trainer Kushtrim Lushtaku war nach dem Spiel gegen Mainz entsprechend bedient: „Die Situation ist beschissen, wortwörtlich. Vier Spiele, null Punkte – das ist hart. Nach vielen Sonnenseiten haben wir die Schattenseiten gesehen.“

Sandhausens Kwabe Schulz (li.) versucht Freibergs Gal Grobelnik den Ball abzunehmen

Hervorragende Werte

Über Monate thronte der SGV an der Tabellenspitze. Die Freiberger Offensivakteure Leon Peto mit zwölf Toren und fünf Vorlagen sowie Gal Grobelnik mit neun Toren und acht Vorlagen gehören zu den Top-Scorern der Liga. Bei 64 erzielten Treffern haben die Schwaben mit 33 die wenigsten Gegentore erhalten.

Kopfballduell zwischen Sandhausens Yannick Osee (li.) und dem Mainzer Jan Just

Mögliche Aufstellungen:

SGV Freiberg: Grawe – Ballo, Bradara, Hetemaj, Polauke – Laupheimer, Kehl-Gomez, Kudala, Peto – Grobelnik, Valpoort
SV Sandhausen: Schneller – Kolbe, Schulz, Wimmer, Gipson – Krauße, Outman – Herrmann, Mamutovic, Halbauer – Testroet

AM
Fotos: foto2press

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