SVS-Präsident Machmeier: „Wollen mit einer gewissen Euphorie in die Sommerpause gehen“
Mit dem 2:1-Erfolg beim Tabellenzweiten SGV Freiberg feierte der SV Sandhausen im letzten Auswärtsspiel der Saison den fünften Sieg im siebten Spiel unter dem neuen Trainer Kevin Stotz. Nach der Beförderung vom Interims- zum neuen Cheftrainer von Stotz einen Tag zuvor unterstrich das Team die positive Entwicklung unter dem 35-jährigen Coach, indem zum dritten Mal in den letzten sechs Spielen ein Rückstand in einen Sieg verwandelt wurde, obwohl es nur noch um eine bessere Platzierung geht.

„Kevin hat eine gute Verbindung zur Mannschaft aufgebaut“
Sandhausens Sportdirektor Anthony Loviso
Nach den vergangenen Wochen war das eine logische Entscheidung, die von Sportdirektor Anthony Loviso wie folgt begründet wurde: „Kevin hat einen klaren Plan, ist kommunikativ, klar in seinem Handeln und hat eine gute Verbindung zur Mannschaft aufgebaut.“ Präsident Jürgen Machmeier, für den zunächst feststand, dass Stotz als Leiter ins NLZ zurückkehren sollte, musste seine Meinung revidieren.

Mit diesen vier Neuzugängen wäre man „super aufgestellt“
Die Planungen sind damit bereits weit fortgeschritten und mit Marco Kehl-Gomez, Stefan Maderer und Mert Tasdelen stehen bereits drei Neuzugänge fest, die tragende Rollen im neuen Team einnehmen sollen, um eine erfolgreiche Saison folgen zu lassen. Offensivspieler Felix Lohkemper, bei dem noch kein Vollzug gemeldet wurde, soll laut Jürgen Machmeier auch an den Hardtwald kommen: „Wenn es mit den vier Spielern klappen würde, wären wir super aufgestellt.“
Gegen Homburg geht es um Platz 3
Doch zunächst soll für die Kurpfälzer die erste Saison nach dem Abstieg in die Regionalliga Südwest im direkten Kampf um Platz 3 erfolgreich beschlossen werden, wenn zum Saisonfinale am Samstag um 14 Uhr der Tabellenfünfte FC 08 Homburg beim Vierten im Stadion am Hardtwald gastiert.

„Am Ende bin ich glücklich über den Sieg“
SVS-Coach Kevin Stotz
Kevin Stotz zeigte sich zufrieden nach dem Spiel in Freiberg, bei dem Pascal Testroet mit seinem 20. Saisontor per Strafstoß und Marvin Schulz zum Siegtor noch in der 1. Halbzeit trafen: „Man hat gesehen, dass Freiberg völlig zu Recht eine starke Saison gespielt hat und Vizemeister wird. Gleichzeitig waren das warme Wetter und unsere angespannte Personalsituation spürbar. In der zweiten Halbzeit mussten wir viele Standards verteidigen. Das hat die Mannschaft gut gemacht. Die Jungs haben sich in jeden Ball geworfen und vieles geklärt. Am Ende bin ich glücklich über den Sieg.“

Rückkehr der Langzeitverletzten
Erfreulicherweise ist für nächste Saison mit den Langzeitverletzten Ampadu, Dabo, Inaler, Ramusovic, Wagner und Nollenberger wieder zu rechnen – komplizierter soll es sich bei Pfaffenrot mit dessen Mittelfußbruch verhalten. Der scheidende Kapitän Pascal Testroet wird am Samstag seine Abschiedsvorstellung für den SVS geben und hat womöglich noch leise Hoffnungen auf die Torjägerkrone der Regionalliga bei zwei Toren Rückstand zu Großaspachs Eisele.

„Die Mannschaft war noch nicht gefestigt für die Dritte Liga“
SVS-Präsident Jürgen Machmeier
Zur positiven Entwicklung und Zielen sagt Machmeier: „Der Trainer lässt nicht nach und will im letzten Spiel noch was erreichen. Das ist wichtig, damit wir mit einer gewissen Euphorie in die Sommerpause gehen können. Es ist wichtig, mit einer gefestigten Mannschaft in die Dritte Liga zu gehen. Wir waren einfach noch nicht so weit.“

Für die Saarländer wäre deutlich mehr möglich gewesen
Für den FC Homburg wäre nach dem 8. Platz in der Vorsaison diesmal deutlich mehr möglich gewesen: Gegen die beiden Spitzenteams der Liga aus Freiberg und Großaspach haben die Saarländer zehn von möglichen zwölf Punkten geholt – der SV Sandhausen im Übrigen neun – doch man kassierte auch zwei Niederlagen gegen Trier und die 0:1-Heimniederlage im Hinspiel gegen Sandhausen.

„Unsere Ausbeute zeigt den Charakter der Mannschaft“
Homburgs Trainer Roland Seitz
Trainer Roland Seitz beklagte auch liegengelassene Punkte, sagte aber: „Unsere Ausbeute zeigt den Charakter der Mannschaft – das haben wir in der Vorrunde noch nicht gehabt. Bei 16 Neuzugängen ist das aber auch normal – es ist mittlerweile viel zusammengewachsen.“

Selbstbestimmtes Comeback von Mendler
Konstante im Team von Seitz ist der 33-jährige unveränderte Unterschiedsspieler und Standardexperte Markus Mendler (elf Tore und elf Assists in der laufenden Saison), der 2014 auch an den SV Sandhausen ausgeliehen war und seit fünf Jahren für den FCH die Kickstiefel schnürt. Doch Mendler durchlebte zuletzt eine schlimme Zeit: Im April ist seine Ehefrau nach kurzer schwerer Krankheit verstorben, nachdem sie wenige Tage zuvor noch ein gesundes Kind zur Welt brachte. Beim 5:2 im letzten Heimspiel der Saison gegen Bayern Alzenau am Samstag gab der Mittelfeldspieler nach der Einwechslung, die die Fans mit Standing Ovations honorierten, sein selbstbestimmtes Comeback.

Landespokalfinale gegen Saarbrücken
Senkrechtstarter ist der in der Winterpause nach Homburg gekommene 20-jährige Kaan Inanoglu, der in 13 Einsätzen neunmal traf. Eine Woche nach dem Saisonfinale in der Regionalliga kämpft der FC Homburg noch um den Titel im Landespokalfinale Saarland gegen den Drittligisten 1. FC Saarbrücken und hat dabei ebenfalls die Gelegenheit, sich für die 1. Hauptrunde im DFB-Pokal zu qualifizieren.
Mögliche Aufstellungen:
SV Sandhausen: Schneller – Kolbe, K. Schulz, Osee, Gipson – Outman (Tarnat), Krauße – Mamutovic, M. Schulz, Halbauer – Testroet
FC Homburg: Gelt –Kober, Röseler, Steinhart, Steinmetz – Ristl, Goncalves – Qenaj, Joachims (Mendler) – Busch, Inanoglu
AM
Fotos: foto2press













