Für Touré und Asllani könnte es das letzte Spiel im TSG-Dress werden
Am Samstag steigt das Bundesligafinale 2025/26 mit einer Reihe von noch offenen Entscheidungen. Während im Abstiegsdreikampf die punktgleichen Teams von St. Pauli, Wolfsburg und Heidenheim den Zweitligaabstieg unter sich ausmachen, wird im Dreikampf zwischen Stuttgart, Hoffenheim und Leverkusen der dritte Champions League-Teilnehmer ermittelt. Spannung und Dramatik sind dabei garantiert.

Die Saison-Überraschung schlechthin
Für die TSG Hoffenheim, die in der vergangenen Saison bis zuletzt um den Klassenerhalt bangen musste, ist die zu Ende gehende Saison durch die Qualifikation fürs internationale Geschäft – unabhängig vom Ausgang des Saisonfinales – auf alle Fälle ein großer Erfolg. Für Karl-Heinz Rüsing, dem 1. Vorsitzenden des Fanclubs Essen/Ruhr ist es sogar „die Sensation dieser Bundesliga-Saison“. Dem rührigen und begeisterten Hoffe-Fan ist da nicht zu widersprechen, denn mit so einem Ergebnis, bei all den vielen Nebenkriegsschauplätzen der Kraichgauer in den zurückliegenden Monaten sowie der fast kompletten Kadererneuerung vor Saisonbeginn, war wahrlich nicht zu rechnen.

Für Baumann war es eine außergewöhnlich positive Saison
Auch wenn der Hoffenheimer Traum von der Königsklasse am Samstag kurz vor 17:30 Uhr nach dem Gastspiel bei Borussia Mönchengladbach nicht in Erfüllung gehen sollte, war es für Kapitän Oliver Baumann „eine außergewöhnliche Saison, in der man viel erreicht habe“. Für den deutschen WM-Torhüter ist es in der Gesamtbewertung verblüffend, „wie schnell die Mannschaft zueinander gefunden hat und wie schnell sie sehr ordentlichen Fußball spielt“. Der Hoffenheimer Rekordspieler findet es als eine Art Auszeichnung zusammen mit Stuttgart und Leverkusen in einer Range zu sein und hofft, dass „diese gute Entwicklung hoffentlich beständig für die nächsten Jahre bleibt“.

„Es wird sich zeigen, ob es am Ende eine überragende oder sehr gute Saison wird“
Nationalkeeper Oliver Baumann
Zumindest nach außen hin zeigt Baumann am Finaltag wenig Interesse an den Kontrahenten: „Wir müssen auf uns schauen, es hat noch nie geholfen, auf andere Plätze zu schauen. Der ganze Fokus muss auf uns liegen, auf unserer Aufgabe, und dann wird man sehen, ob das die Krönung dieser Saison wird, ob sie überragend oder sehr gut wird.“
Rekordverdächtig
Fakt ist, unabhängig vom Ausgang des Saisonfinales, dass die Blau-Weißen eine ihrer besten Bundesliga-Spielzeiten absolvieren, womöglich sogar die allerbeste. Den Siegrekord hat die TSG bereits auf 18 hochgeschraubt, mit einem weiteren würde die Bestmarke von 62 Zählern aus der Saison 2016/17 noch getoppt werden. Mit dann 64 Zählern wäre die Punkteausbeute der Vorsaison sogar verdoppelt.



Dreifacher Abschied
Abschied nahmen beim letzten Heimsieg über Werder Bremen die langjährigen verdienten Profis Grischa Prömel, Kevin Akpoguma und Ihlas Bebou. Sie wurden nach dem Abpfiff vor allem von den Südkurven-Fans entsprechend gefeiert.

Tourés letzter Auftritt für Hoffe?
Für Bazoumana Touré könnte es auch der letzte Auftritt im TSG-Dress werden. Hoffenheims wieselflinker Außenstürmer wird inzwischen von mehreren Klubs umworben. Trainer Christian Ilzer macht keinen Hehl daraus, dass die Abschiedsglocken für den Ivorer nach der WM immer lauter klingen könnten. Der 20-jährige Nationalstürmer, der noch bis 2029 bei der TSG ohne Ausstiegsklausel unter Vertrag steht, erzielte in dieser Saison in 29 Partien fünf Tore und bereitete zwölf weitere Treffer vor. Dies hat natürlich das Interesse einiger Vereine geweckt. Wenn Touré auch bei der Weltmeisterschaft durchstartet, wo er unter anderem auch auf das deutsche Team trifft, wird sich sein Marktwert noch steiler nach oben klettern.

„Er hat sich hervorragend entwickelt“
Trainer Ilzer über Touré
Auf Tourés Qualitäten angesprochen, fand Trainer Ilzer durchweg lobende Worte: „Er hat sich hervorragend entwickelt. Man darf ihn nicht nur auf seine Geschwindigkeit reduzieren. Er hat gelernt, das Spiel aus der Mitte heraus zu dominieren und uns die nötige Tiefe zu geben. Bazou bietet das überragend an.“ Dennoch sieht es eher nach Abschied aus. Aus Ilzers nüchterner Aussage in kleiner Journalisten-Runde ist einiges herauszuhören: „Natürlich ist unser Weg auch der, Spieler zu entwickeln und ihren Marktwert zu steigern. Wenn die wirtschaftliche Situation für die TSG und die sportliche Perspektive für den Spieler passt, ist es Teil unseres Weges, jemanden auch mal ziehen zu lassen. Das ist unser Weg. Aber wir werden auch Ideen haben, ihn zu ersetzen.“
Schicker könnte bei 40 Millionen schwach werden
Sportchef Andreas Schicker wird bei einem entsprechenden Angebot um die 40 Millionen Euro sicherlich kein Veto einlegen, schließlich ist man auf Transfererlöse angewiesen. Offensichtlich soll auch der FC Liverpool großes Interesse bekundet haben.

„Wir wollen auch hungrige Spieler, die die TSG noch nicht als ihre letzte Station sehen“
Ilzer zur Transferpolitik der TSG
Für Ilzer ist dieser Weg für Top-Talente auch ein Sprungbrett: „Wir haben ein Gerüst an Spielern, die das Gesicht der TSG sind. Wir wollen aber auch hungrige Spieler, die die TSG noch nicht als ihre letzte Station sehen. Sondern hier den nächsten Schritt machen wollen.“ Es spricht vieles dafür, dass Touré am Samstag zum letzten Mal das Hoffe-Trikot trägt.

Asllani-Abschied durchaus möglich
Auch bei Fisnik Asllani stehen die Weichen auf Abschied. Der vielumworbene 23-jährige gebürtige Berliner, der eine festgeschriebene Ablösesumme in seinem Kontrakt hat, dürfte wohl kaum zu halten sein. Dem Nationalstürmer des Kosovos gelang gleich in seiner ersten Bundesliga-Saison der große Durchbruch. Bei seinen 32 Bundesligaeinsätzen gelangen ihm zehn Tore und sieben Vorlagen. Wie bei Touré könnte auch hier am Samstag in Mönchengladbach das letzte Spiel im Hoffe-Trikot bevorstehen. Die Last-Minute-Quali für die Champions League wäre für beide Stürmer ein ganz besonderer und unvergesslicher Abschied aus dem Kraichgau.
Fotos: Kraichgaufoto













