Sowohl Sandhausen wie auch Offenbach hinken ihren Erwartungen weit hinterher
Der Fanclub Szene1916 des SV Sandhausen bot beim Heimspiel gegen Eintracht Trier anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Hardtwaldstadions eine Champions League-reife Choreographie, welcher der SVS bei der torlosen Partie keine Champions-würdige Leistung folgen ließ. Präsident Jürgen Machmeier und Sohn Dominik belohnten die Fans für ihr Engagement mit 200 Litern Freibier.

Ziel ist es, die Kickers auf Distanz halten
Der Rückstand zur Tabellenspitze ist von Platz 7 aus auf 15 Punkte angewachsen, dennoch kommt der Auswärtspartie des 26. Spieltages in der Regionalliga Südwest, in der die Kurpfälzer am Samstag um 14 Uhr bei den Offenbacher Kickers gastieren, eine besondere Bedeutung zu. Die Sandhäuser können die auf Rang 14 zehn Punkte entffernten Offenbacher auf Distanz halten, da im ungünstigsten aber unwahrscheinlichen Falle bei zwei Absteigern aus der Dritten Liga auch der Vierzehnte absteigen kann.
Saisonverlauf entspricht nicht den Erwartungen
Sowohl der SVS wie auch der OFC zählten vor der Saison zum Kreise der Aufstiegsanwärter und hatten sich das ganz anders vorgestellt – die Offenbacher sind bei sechs Punkten Vorsprung zum ersten Abstiegsplatz gar noch längst nicht aller Abstiegssorgen ledig.

„Ich weiß, dass es nicht so prickelnd aussieht, wie wir es uns gewünscht hätten“
Sandhausens Trainer Olaf Janßen zur aktuellen sportlichen Situation
Zumindest der gegen Trier gelbgesperrte Abwehrchef Kwabe Schulz wird in Offenbach wieder zur Verfügung stehen, doch die Vorstellung des bei zehn Ausfällen stark ersatzgewächten SVS ließ Trainer Olaf Janßen nach der Nullnummer gegen Trier resümieren: „Es ist eine schwierige Phase für uns, das müssen wir zugeben. Wir haben versucht, uns an die Gegebenheiten anzupassen und dem Gegner keine Chancen zu bieten. Das müssen die Jungs mit Leidenschaft und Zusammenhalt schaffen. Ich weiß, dass es nicht so prickelnd aussieht, wie wir es uns gewünscht hätten.“

Feiert Testroet gegen den Ex-Verein sein Comeback?
Torwart Lukas Schneller: „Leider haben wir unsere wenigen Chancen nicht gemacht, so geht das Unentschieden am Ende in Ordnung.“ Die von Janßen vorher gepredigte Mentalität und Laufbereitschaft blieb auch hinter den Erwartungen zurück, doch in der Offensive ist man sehr von Testroets Kaltschnäuzigkeit abhängig, über den der Coach auch ein Update hatte: „Es geht ihm zwar wieder gut, aber er hat in den letzten Wochen kein einziges Mannschaftstraining absolviert. Er muss die nächste Woche komplett durchtrainieren, dann kann er wieder spielen.“ Womöglich feiert der 35-jährige Torjäger gegen seinen Ex-Verein, für den er in der Saison 2011/12 auf Torejagd ging, sein Comeback, doch von den ausgliehenen Stürmern Ramsak und Marvin Schulz erhofft man sich noch einen Leistungsanstieg.

Statt eines möglichen Aufstiegs droht jetzt der Abstieg
Die Offenbacher Kickers, DFB-Pokalsieger von 1970, arbeiten bereits seit Jahren an der Rückkehr in den Profifußball und beendeten in den vergangenen fünf Jahren die Saison dreimal in den Top 3. Da aber aktuell bei nur sechs Punkten Vosprung zur Abstiegszone der Supergau des Abstiegs in die Hessenliga droht, sah sich Geschäftsführer Martin Pieckenhagen dazu gezwungen, Cheftrainer Kristjan Glibo, der als Spieler mit dem SV Sandhausen in die 2. Liga aufstieg, vor zwei Wochen von seinen Augaben zu entbinden.
„Wir stehen in der Tabelle so schlecht da wie noch nie“
Offenbachs Geschäftsführer Martin Pieckenhagen zur aktuellen Platzierung
Pieckenhagen: „Letztlich sprechen die Fakten eine klare Sprache. Wir stehen in der Tabelle so schlecht da wie noch nie und müssen immer mehr schauen, was die anderen machen.“ Verletzungspech im mit einigen ehemaligen Drittligaprofis bestückten Kader führte auch dazu, dass Glibo bei seinen Vorstellungen von aggressivem Fußball mit hohem Pressing ausgebremst wurde.

Niederlagenserie soll gegen den SVS enden
Auf der Suche nach dem neuen Coach fiel die Wahl auf Mark Zimmermann, der zuletzt den Halleschen FC trainierte und der mit seinem neuen Team auf Anhieb gegen die beiden Top-Mannschaften der Liga antreten musste. Resulat: Auf die 1:3-Heimniederlage im legendären Stadion am Bieberer Berg gegen Großaspach folgte die 0:2-Niederlage bei der SGV Freiberg. Den beiden Niederlagen nicht genug folgte am vergangenen Dienstag ein weiterer Tiefpunkt: Mit einem 2:3 nach Elfmeterschießen schied der OFC im Halbfinale des Hessenpokals gegen den Ligalonkurrenten aus Fulda-Lehnerz aus. Jetzt möchten die Hessen nach ihre Niederlagenserie ausgerechnet gegen die Sandhäuser ihre dringend benötigten Punkte für den Klassenarhalt einfahren.

Dramatisches, torreiches Hinspiel
Der Bieberer Berg war in dieser Saison bei einem Zuschauerschnitt von 6.276 Zuschauern aber kein Bibberer Berg – mit je vier Siegen, Remis und Niederlagen belegen die Offenbacher Platz 15 in der Heimtabelle. Das dramatische Hinspiel gewann der SVS nach einem 1:3-Rückstand noch mit 4:3 und stellte eine Wende nach dem schlechten Saisonstart dar. In Unterzahl zeigte der OFC aber eine engagierte Leistung beim Tabellenführer aus Freiberg, der zweitbeste Torschütze Barry hatte Gelb-Rot gesehen und wird demnach auch gegen den SVS fehlen. Am treffsichersten war bisher Stürmer Berlinski mit nur sechs Treffern.

Mögliche Aufstellungen:
Kickers Offenbach: Brinkies – Breitenbach, Knothe, Karada, Marcos – Mensah, Borsum, Korb, Staude – Berlinski, Mustafa
SV Sandhausen: Schneller – Zahnen Martinez, K. Schulz, Gipson – Kolbe, Krauße, Tarnat, Halbauer – Mamutovic, de Meester – Ramsak (Testroet)
AM
Fotos: foto2press













