Schmuckkästchen Hardtwaldstadion feiert sein 75-jähriges Bestehen

Ein besonderes Stadion mit außergewöhnlichem Flair

Das Hardtwaldstadion des SV Sandhausen feiert sein 75-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass versammeln sich vor dem Heimspiel am Samstag gegen Eintracht Trier um 10 Uhr die SVS-Fans auf dem Sandhäuser Lege-Cap-Ferret-Platz, um ab 12 Uhr gemeinsam einen Fanmarsch zum Stadion zu unternehmen. Zudem findet im Heimatmuseum eine Jubiläumsausstellung statt.

Kleinster Fleck auf der Profi-Landkarte

Die Heimspielstätte der Sandhäuser kann auf eine ereignisreiche und erfolgreiche sportliche Geschichte zurückblicken, die die kleine kurpfälzische Gemeinde mit ihren knapp 15.500 Einwohnern von 2012 bis 2023 in die zweithöchste deutsche Spielklasse führte. Sandhausen war zwar „der kleinste Fleck“ auf der deutschen Fußball-Profi-Landkarte, doch zugleich für viele Zweitligateams auch eine äußerst schwer zu stemmende sportliche Hürde.

Vollbesetzte Stehplatztribüne

Auf einem Sandplatz begann alles

Die Stadiongeschichte begann im Jahr 1951, als die Schwarz-Weißen noch auf einem Sandplatz spielten. Zehn Jahre später in der 1. Amateurliga Nordbaden – dem Vorläufer der heutigen Verbandsliga – spielte man dann auf einem neu verlegten Naturrasen.

Der erste Tribünenbau

In der Saison 1987/88 wurde im Stadion die erste überdachte Tribüne von vielen fleißigen, engagierten Vereinsmitgliedern gebaut. Unter der Tribüne entstanden moderne Sanitäranlagen, Presseräume und Vorstandsbüros sowie eine kleine Wohnung, welche auch als Übernachtungsmöglichkeit für Testspieler genutzt wurde. In den Folgejahren wurde ebenfalls in Eigenregie der Bau einer Flutlichtanlage in Angriff genommen.

Hardtwaldstadion des SV Sandhausen
Neue, im Sommer 2008 errichtete Stahlrohrtribüne mit knapp 400 Sitzplätzen

Erste größere Erweiterung auf 10.231 Plätze

Im Sommer 2008 wurde das Stadion an die Richtlinien für die neue Dritte Liga angepasst. Unter anderem wurde hierbei eine provisorische Stahlrohrtribüne mit 2.500 Sitzplätzen errichtet, ein VIP-Haus gebaut, eine Videowand installiert sowie die Einrichtungen für Presse und Polizei erweitert. Das Fassungsvermögen des schmucken Hardtwaldstadion erhöhte sich auf 10.231 Plätze, wovon 2.954 als Sitzplätze überdacht waren.

Zweitligaaufstieg erfordert zwei zusätzliche Tribünen

Aufgrund des Zweitliga-Aufstiegs im Sommer 2012 musste das Stadion-Fassungsvermögen wieder erweitert werden. Es entstanden beidseitig der Haupttribüne zwei zusätzliche Tribünen, was nun knapp 12.100 Zuschauern Platz bot. Die östliche Erweiterung umfasste 377 neue Sitz- und 72 Logenplätze, die westliche Tribünenerweiterung 1.500 Stehplätze. Zudem musste eine neue Rasenheizung nach den Vorgaben der DFL entsprechend installiert werden. Die Gesamtkosten für den Umbau beliefen sich auf etwa 3,6 Mio. Euro. 

Die im Jahr 2012 neu gebaute Stehplatztribüne rechts von der Haupttribüne

Weitere Erweiterungen werden erforderlich

Da dem Verein der Klassenerhalt in der Saison 2013/14 gelungen war, musste gemäß den Regularien der DFL das Fassungsvermögen zur neuen Saison erneut vergrößert werden. Hierfür wurden eine Stehplatztribüne hinter dem westlichen Tor sowie eine Tribüne mit Sitz- und Stehplätzen auf der Gegengeraden errichtet, was nun 15.300 Besuchern Platz bot. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 4 Mio. Euro, und dies alles ohne öffentliche Zuschüsse.

Die im Jahr 2014 errichtete, neue Gegentribüne

Mit den Aufstiegen folgten auch die notwendigen Erweiterungsarbeiten

Im Sommer 2014 wurden zwei weitere Tribünenabschnitte errichtet. Im November 2016 entstand für 1,8 Mio. Euro ein sogenannte BusinessTurm, der den VIP- und Ehrengastbereich des Vereins erweiterte und auch außerhalb der Spieltage als Eventlocation genutzt werden kann. Eine Kapazität von bis zu 420 Gästen ermöglichte somit noch mehr Besuchern am Firmennetzwerk im VIP- und Ehrengastbereich teilzuhaben.  „Wir sind sehr stolz darauf, welchen Kraftakt wir in einer Rekordbauzeit gestemmt haben. Mein Dank gilt allen Mitwirkenden, die die Fertigstellung in viereinhalb Monaten ermöglicht haben. Dies ist der nächste große Schritt, den wir mit kleinen Mitteln bewältigt haben“, zeigte sich Präsident Jürgen Machmeier bei der Einweihung begeistert über die Leistung aller Beteiligten.

Im Jahr 2016 wurde der neue BusinessTurm in einer Stadionecke zwischen zwei Tribünenbereichen eingeweiht

Internationale Begegnungen

Auch internationale Spiele wurden im schmucken Stadion mit seinem einzigartigen Flair ausgetragen. So fanden mehrere Länderspiele deutscher Jugendnationalmannschaften sowie Frauen-Länderspiele der deutschen Mannschaft gegen die Türkei (2015) und Brasilien (2017) vor stattlichen Zuschauerkulissen statt.

Die SVS-Fans werden es nicht einfach haben, sich gegen die stimmgewaltigen Hanseaten akustisch zu behaupten
Die Stehplatztribüne der Sandhäuser Fans

Unvergesslicher Pokalerfolg gegen den VfB

Bundesweite Beachtung erlangte das Hardtwaldstadion am 27. August 1995 durch den DFB-Erstrundensieg des SVS gegen Erstligist VfB Stuttgart im mit 13:12 längsten Elfmeterschießen in der Geschichte des Wettbewerbs.

Namenssponsoring

Die beiden bisherigen Namensgeber waren von 2017 bis 2020 die Firma BWT AG (BWT-Stadion am Hardtwald) und von 2023 bis 2025 die Firma GP Gölz Paletten GmbH (GP Stadion am Hardtwald). Seit dem Regionalligaabstieg spielen die Schwarz-Weißen wieder ohne Namensgeber in der Jahnstraße 1 im Stadion am Hardtwald.

Fotos: BWA und kraichgausport

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