Mit dem zweiten Heimsieg in Folge wäre der SVS vorne dick dabei
Mit dem 1:0-Heimsieg gegen Kickers Offenbach ist endlich der Knoten geplatzt: Nach fast einem halben Jahr konnte der SV Sandhausen am Hardtwald wieder einen Dreier einfahren und möchte am Samstag im zweiten Heimspiel in Folge nachlegen.
Chance bis auf zwei Punkte aufzuschließen
Der starke Aufsteiger auf Tabellenplatz 2 VfR Aalen gastiert in der Partie des 13. Spieltages der Regionalliga Südwest um 14 Uhr im Stadion am Hardtwald. Dabei hat der SVS die Chance, bei einem weiteren Heimsieg bis auf zwei Punkte Rückstand zum baden-württembergischen Kontrahenten aufzuschließen.

„Defensiv war das von der Stabilität her unsere beste Leistung bisher“
SVS-Coach Markus Kauczinski
Die Sandhäuser präsentierten sich gegen den OFC bei einer mannschaftlich geschlossenen und taktisch disziplinierten Leistung ein Stückchen weiter stabilisiert und blieben auch im siebten Spiel unter Trainer Markus Kauczinski ungeschlagen. Der erfahrene Coach hat nach dem schwachen Saisonstart an der richtigen Stelle die Hebel angesetzt und analysierte: „Die erste Halbzeit war richtig gut. Defensiv war das von der Stabilität her unsere beste Leistung bisher. Gleichzeitig haben wir immer wieder den Weg nach vorne gefunden.“


Unterschiedsspieler Tasdelen
Als die Hessen in der zweiten Hälfte zwei-, dreimal gefährlich durchkamen, war auf Torhüter Arthur Lyska Verlass, während in der Offensive Mert Tasdelen weiterhin kaum zu bremsen ist und diesmal kurz vor der Pause zum Goldenen Tor traf. Der 27-jährige türkische aktuell im Sturm aufgebotene Mittelfeldmann ist derzeit der Unterschiedsspieler beim SVS. Fünf entscheidende Treffer in den letzten sechs Spielen sprechen für sich. Seine Qualitäten hat er auch in der vergangenen Saison noch im Trikot der in die 3. Liga aufgestiegenen SG Sonnenhof Großaspach unter Beweis gestellt.
„Der Knoten ist geplatzt“
Mert Tasdelen
Ein glücklicher Tasdelen nach der Partie: „Der Knoten ist geplatzt. Der erste Heimsieg in dieser Saison ist natürlich ein unfassbares Gefühl. Die Stimmung war super und die Fans haben uns getragen. Wir versuchen Woche für Woche, das umzusetzen, was der Trainer uns mitgibt. Das hat jetzt zweimal hintereinander gut funktioniert. Der Trainer ist ruhig und souverän. Eine Respektperson.“


Deutlich weniger Gegentore
Sechs Gegentore in den sieben Partien unter Kauczinski bei zuvor 15 Gegentreffern in fünf Spielen verdeutlichen die neue Stabilität, für die zuletzt auch vor allem Kwabe Schulz und Yannick Osee rund um den neuen Abwehrchef Marco Kehl-Gomez standen. OFC-Coach Mark Zimmermann attestierte den Sandhäusern zudem ein gutes Umschaltspiel.
Reichlich Ausfälle
Zu beneiden war Kauczinski nicht bei zehn ausfallenden Spielern, von denen Standardspezialist Niklas Tarnat nach seiner Sperre definitiv zurückkehren wird und Felix Lohkemper, dessen Comeback sich nach Oberschenkelproblemen verzögert, vielleicht im Kader gegen Aalen stehen wird.

Aufsteiger mit dem niedrigsten Marktwert ist Überraschungsteam
Der Aufsteiger ist als homogene Einheit das bisherige Überraschungsteam der Saison und konnte die letzten vier Spiele gewinnen – angefangen mit dem 3:1 bei Kickers Offenbach. Doch trotz des momentanen zweiten Platzes tritt Trainer Beniamino Molinari auf die Euphoriebremse: „Wir sind Aufsteiger, laut transfermarkt.de das Team mit dem niedrigsten Marktwert der Liga. Eine gewisse Portion Demut tut uns gut.“

„Kann als Trainer nicht verhindern, dass er seine Qualität auf den Platz bringt“
VfR-Trainer Beniamino Molinari
Eine taktische Änderung von Molinari früh in der Saison erwies sich als effektiv: Die Positionen des bisherigen Sechsers Gianluca Gaudino und des Zehners Emre Kahriman wurden getauscht und seitdem blühte der aus Aachen gekommene Gaudino als Spielmacher auf. Molinari: „Gianni macht es offensiv herausragend: Ruhe am Ball, Übersicht, das richtige Timing, er findet die Tiefe. Ich kann als Trainer gar nicht verhindern, dass er seine Qualität auf den Platz bringt.“

Viel Torgefahr aus dem Mittelfeld heraus
Aus dem Mittelfeld heraus entwickeln die Schwaben viel Torgefahr: Gianluca, Sohn des ehemaligen Nationalspielers Maurizio Gaudino und in der Saison 2021/22 im Trikot des SV Sandhausen aktiv, wo er jedoch nur zu sechs Einsätzen kam, hat bereits sechs Saisontreffer auf dem Konto, sein Teamkollege Dean Melo sieben.
Aalen hat drei Abstiege hinter sich
Mit dem gebürtigen Heidelberger Niklas Antlitz stürmt ein weiterer ehemaliger SVS-Akteur für den VfR. In der Saison 2014/15 gab es die Duelle SVS gegen VfR noch in der 2. Bundesliga – es folgten insgesamt drei Abstiege für die Schwaben, bis dieses Jahr mit der Meisterschaft in der Oberliga Baden-Württemberg die Rückkehr in die Regionalliga gelang.

Nahezu ausgeglichene Bilanz
Die Tradition der Duelle beider Vereine, deren Fans eine enge Fanfreundschaft verbindet, reicht zurück bis in die Saison 1994/95, als sich die Wege erstmals in der Oberliga kreuzten. Sandhausen siegte siebenmal, Aalen sechsmal und neunmal trennte man sich Unentschieden.

Mögliche Aufstellungen:
SV Sandhausen: Lyska – Schulz, Kehl-Gomez, Osee – Yigit, Tarnat, Christiansen, Mazagg – Ferati – Mamutovic, Tasdelen
VfR Aalen: Otto – Barth, Geyer, Odabas, Grözinger – Kahriman, Meien – Selitaj, Gaudino, Melo – Kleinschrodt
AM
Fotos: foto2press













